29.03.2016 18:51

Roger Ciceros Tod

Was heisst eigentlich Hirnschlag?

Jazz-Musiker Roger Cicero ist tot. Der 45-Jährige starb an den Folgen eines Hirnschlags. Ein solcher kann Menschen jeden Alters treffen.

von
Fee Riebeling

Das Entsetzen ist gross: Im Alter von nur 45 Jahren ist der deutsche Jazz-Musiker Roger Cicero überraschend nach dem plötzlichen Auftreten akuter neurologischer Symptome infolge eines Hirnschlags gestorben.

Was ist ein Hirnschlag?

Ein Hirnschlag ist die Folge einer akuten Durchblutungsstörung im Gehirn. Dadurch wird es nicht mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was eine Störung der Hirnfunktion hervorruft. Dauert dieser Mangel länger an, beginnt das Hirngewebe abzusterben.

Was sind die Ursachen?

Am häufigsten (ca. 85 Prozent aller Hirnschläge) wird die Durchblutungsstörung durch eine Verstopfung der Blutgefässe mit einem Blutgerinnsel (ischämischer Hirnschlag) ausgelöst. Seltener ist ein geplatztes Blutgefäss die Ursache, wobei man dabei zwischen einer Hirnblutung (Blutung im Hirngewebe, ca. 10 Prozent aller Hirnschläge) und einer Subarachnoidalblutung (Blutung zwischen den Hirnhäuten, ca. 5 Prozent aller Hirnschläge) unterscheidet.

Nach Hirnschlag brutal verhaftet

Woran erkennt man einen Hirnschlag?

Abhängig von Ort und Grösse der Durchblutungsstörung im Gehirn fallen die Symptome unterschiedlich aus. Häufig sind einseitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Schluckstörungen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen oder Kopfschmerzen die Folge. Wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder verschwinden, spricht man auch von einer vorübergehenden ischämischen Attacke (TIA) oder einem «Schlägli». Trotzdem sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn eine TIA kann Vorbote eines Hirnschlags mit bleibenden Ausfällen sein.

Wie wird behandelt?

Bei einem ischämischen Hirnschlag kommt es zu einem raschen Absterben der betroffenen Hirnzellen. Deshalb muss versucht werden, die Durchblutung möglichst schnell wieder herzustellen, beispielsweise durch Thrombolyse. Dabei wird versucht, Blutgerinnsel in Blutgefässen wieder aufzulösen. Um wirksam zu sein, muss diese Behandlung in der Regel innerhalb von drei Stunden nach Symptombeginn begonnen werden.

Wer ist gefährdet?

Hauptsächlich Menschen mit Bluthochdruck. Er führt dazu, dass sich Ablagerungen oder Gerinnsel bilden, dass Gefässe platzen. Weitere Risikofaktoren: Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Vorhofflimmern des Herzens. Es können alle Altersgruppen betroffen sein, das Risiko wächst aber mit dem Alter. In der Schweiz erleiden jährlich etwa 12'000 Personen einen Hirnschlag.

Wie lässt sich einem Hirnschlag vorbeugen?

Viele Hirnschläge können durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden. Dazu gehören unter anderem eine salzarme Ernährung, der Verzicht aufs Rauchen sowie ausreichend Bewegung. Bluthochdruck-Patienten sollten genauso wie Diabetiker ihre Medikamente regelmässig einnehmen.

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