27.02.2020 16:39

Kreisel-Kunst

Was in Au steht, verbietet das Bundesgericht in Laax

Die Gemeinde Laax ist vor Bundesgericht abgeblitzt. Sie darf einen Kreisel mit spezieller Optik nicht vollenden. In Au SG gibt es bereits einen vergleichbaren.

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mig
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Die Gemeinde Laax hatte geplant, auf einer Kreiselinsel die Skulptur eines Knotens mit vier Enden anzubringen. Die Enden dieses Knotens sollten mit dreidimensionalen Schriftzügen versehen werden, die für die Quartiere Salums, Cons, Vitg und Murschetg stehen. Laut dem Bundesgericht würde das aber ablenken.

Die Gemeinde Laax hatte geplant, auf einer Kreiselinsel die Skulptur eines Knotens mit vier Enden anzubringen. Die Enden dieses Knotens sollten mit dreidimensionalen Schriftzügen versehen werden, die für die Quartiere Salums, Cons, Vitg und Murschetg stehen. Laut dem Bundesgericht würde das aber ablenken.

zvg
Willkommen zum Kreisel-Rätselraten. Wo steht dieser Kreisel? Er steht in ...

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Bruno Ritschard
... Aadorf. Genau wie dieser und ...

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Bruno Ritschard

Die Gemeinde Laax hatte geplant, auf der Kreiselinsel an der Oberalpstrasse die Skulptur eines Knotens mit vier Enden anzubringen. Die Enden dieses Knotens sollten mit dreidimensionalen Schriftzügen versehen werden, die für die Quartiere Salums, Cons, Vitg und Murschetg stehen. Das Tiefbauamt Graubünden erteilte keine Bewilligung für das Vorhaben.

Auch das Bundesgericht kommt in einem am Mittwoch veröffentlichten Entscheid zum Schluss, dass die Skulptur die Verkehrsteilnehmer ablenken könnte. Bereits eine «nicht einmal in der Regel eintretende Gefährdung» reiche aus, um die Verkehrssicherheit beeinträchtigen zu können.

Franz Gschwend, der Gemeindepräsident von Laax, ist enttäuscht. Er sagt: «Ich kann den Entscheid nicht verstehen. Wir müssen ihn aber akzeptieren.» Und schlussendlich sei ja ein Kreisel nicht das Wichtigste auf der Welt, dennoch habe er das Gefühl, dass das Bundesgericht nicht sonderlich viel Zeit in den Fall investiert habe. «Es hat ja die meisten Entscheide von der Vorinstanz eins zu eins übernommen.»

Gibt vergleichbare Kreisel

Abgewiesen hat das Bundesgericht zudem die Rüge der Gemeinde Laax, wonach bereits andere Kreisel bewilligt worden seien, die ebenfalls Schriftzüge aufweisen würden. Die Gemeinde verweist dabei auf einen Kreisel in Tiefencastel. Gemäss Urteil steht dort in der Kreiselmitte ein Bund mit gelb-schwarzen Halmen aus quaderförmigen Elementen. Darauf sind kleine Buchstaben, Zahlen und Symbole aufgemalt.

Im Gegensatz zu dem von der Gemeinde Laax geplanten Kreisel ist für das Bundesgericht bei jenem in Tiefencastel auf den ersten Blick erkennbar, dass die Strassenbenützer nicht über die Lage einer Örtlichkeit informiert würden. Zudem sei der Bund aus

Halmen im Zentrum des Kreisels. Folglich seien die Verkehrsteilnehmer durch die Optik des Kreisel nicht entscheidend abgelenkt.

«Gaggi-Kreisel» im Rheintal

Ein anderer vergleichbarer Kreisel steht in der Rheintaler Gemeinde Au SG. In der Region ist er als «Gaggi-Kreisel» bekannt. Er zeigt ebenfalls einen Knoten und hat Schriftzüge auf den Enden. Rein optisch gleicht er für viele jedoch nicht einem Knoten, deshalb auch der Übername.

Der Kreisel in Au wurde in der Schweiz schon öfter zum hässlichsten Kreisel überhaupt gewählt. Dank dem Bundesgerichtsentscheid dürfte dieser Titel wohl noch eine Weile im Rheintal bleiben.

(mig/sda)

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