Frage an die Weltmacht - Was ist das grösste Vorurteil gegenüber China?
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Frage an die WeltmachtWas ist das grösste Vorurteil gegenüber China?

Der Westen habe wohl gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas die meisten Vorurteile, so Generalkonsul Zhao. Beide Seiten könnten Vorurteile abbauen. Auch Ai Wei Wei sieht Nachholbedarf.

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Im Westen mag das Wissen über China limitiert sein, doch die meisten erkennen den Tian’anmen-Platz oder Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens im Zentrum Pekings. 

Im Westen mag das Wissen über China limitiert sein, doch die meisten erkennen den Tian’anmen-Platz oder Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens im Zentrum Pekings.

REUTERS
Doktor Zhao Qinghua: «Solange der Westen und China bereit sind, sich zu verstehen und die Kommunikation im Geiste der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Respekts aufzunehmen, können Vorurteile allmählich beseitigt werden.»

Doktor Zhao Qinghua: «Solange der Westen und China bereit sind, sich zu verstehen und die Kommunikation im Geiste der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Respekts aufzunehmen, können Vorurteile allmählich beseitigt werden

Generalkonsulat VRC

Was ist das grösste Vorurteil, das wir China gegenüber haben?

Generalkonsul Zhao: Wenn man Vorurteil skalieren möchte, dann dürfte im Westen die Kommunistische Partei Chinas im Fokus stehen.

Dem ist entgegenzusetzen: Die KP Chinas setzt sich seit ihrer Gründung vor 100 Jahren stets für das Wohlergehen und das Glück des chinesischen Volkes und die Wiederauferstehung der chinesischen Nation ein, im gemeinschaftlichen Einklang mit der Welt und dem Fortschritt der Menschheit. Sie unterstützt die umfassende Entwicklung der Menschen aller Nationen und implementiert in China die Volksdemokratie im gesamten Prozess.

«Die KP China setzt sich stets für das Wohlergehen des chinesischen Volkes ein.»

Generalkonsul Zhao Qinghua

Die Partei ist zuversichtlich, die Menschen in China zu einem besseren Leben führen zu können.Ich bin der festen Überzeugung: Solange beide Seiten - der Westen und China - bereit sind, aufeinander zuzugehen, bereit sind, sich zu verstehen und die Kommunikation im Geiste der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Respekts aufzunehmen, dann können Vorurteile allmählich beseitigt werden.

Kommentar Ralph Weber

«Propaganda, wie sie die meisten Leserinnen und Leser sofort erkennen»

Universität Basel

Ralph Weber: «Ein Generalkonsul stellt seinen Staat in ein gutes Licht. Das ist seine Aufgabe. Es erstaunt auch nicht, dass er zwischen der Regierung und der Kommunistischen Partei kaum unterscheidet. Er vertritt einen ‹Parteistaat›, letztlich ein autoritäres Regime.

Wenn er also die Ziele dieses Regimes als im Einklang mit der Welt und um den Fortschritt der Menschheit besorgt darstellt und die Zustände in Xinjiang und Hong Kong bagatellisiert, dann versucht er, uns Honig um den Mund zu schmieren. Es handelt sich um Propaganda, wie sie die meisten Leserinnen und Leser sofort erkennen. Ausdrücke wie ‹die Wiederauferstehung der chinesischen Nation› oder ‹die Schicksalsgemeinschaft der Menschheit› sind vorgegebene Satzbausteine in der Kommunikation offizieller chinesischer Stellen und Kernsprüche von Parteichef Xi Jinping.

Die stetige Wiederholung dieser Floskeln hat Wirkung. So findet sich letztere etwa in offiziellen Uno-Dokumenten und setzt sich zunehmend auch in unseren Köpfen fest: Das Motto der bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Peking lautet ‹zusammen für eine gemeinsame Zukunft› und ist laut der chinesischen Botschaft in Bern eine direkte Anlehnung an Xi Jinpings Schicksalsgemeinschaft.»

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(gux)

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