Offene Rechnung: Was ist dran am Beef zwischen Jay Z und Rita?
Aktualisiert

Offene RechnungWas ist dran am Beef zwischen Jay Z und Rita?

Weil sie den Vertrag gebrochen haben soll, wird Rita Ora von Jay Zs Label verklagt. Dabei will die Sängerin eigentlich nur weg von dort.

von
Katinka Templeton

In England ist sie ein Superstar. Rita Ora hat in Grossbritannien, wo sie aufgewachsen ist, eine riesige Fanbase, ihr Album «Ora» schaffte es dort auf Platz eins der offiziellen UK-Album-Charts. In Nordamerika sieht die Sache allerdings anders aus. Dort kennt man Ora zwar, erfolgreich ist sie dort aber noch nicht. In den Hot 100 Charts von Billboard schaffte es die 25-Jährige mit ihrem Song «How We Do» lediglich auf Platz 62.

Zuständig für Ritas Vermarktung in Amerika ist Roc Nation. Das Label, das Rapper Jay Z gehört, nahm die gebürtige Kosovarin mit 18 Jahren unter Vertrag. Vereinbart wurden bei Vertragsabschluss fünf Alben, die Rita Ora aufnehmen sollte. Veröffentlicht wurde bisher aber nur eines, «Ora», das 2012 erschien. Zwar arbeitete die Sängerin an ihrem zweiten Album, die notwendige Unterstützung soll ihr aber gefehlt haben, wie es in diversen Medienberichten heisst.

Auf das Abstellgleis verfrachtet

Sie habe sich bei Roc Nation nicht mehr wohlgefühlt. Das soll zum einen daran gelegen haben, dass das Label neu nicht mehr nur Musiker, sondern auch Sportler unter Vertrag nimmt. Zum anderen seien viele Personen, die mit Ora zu tun hatten, gar nicht mehr bei Roc Nation angestellt. Die Sängerin habe all ihre Bezugspersonen verloren und sei auf ein Abstellgleis verfrachtet worden, heisst es weiter.

Um aus dem Vertrag zu kommen, hat Rita Ora Jay Zs Label verklagt. Das reagierte allerdings mit einer Gegenklage. Wie «Page Six» schreibt, habe Roc Nation 2,4 Millionen US-Dollar in Rita Ora investiert, um sie in Amerika bekannt zu machen. Auch die ersten Aufnahmen zum zweiten Album sind auf die Rechnung des Labels gegangen. Das Geld will Roc Nation jetzt von Ora zurück.

Beide Parteien haben Rechte – aber auch Pflichten

«Wir kennen die Details der Situation zwischen Rita Ora und Roc Nation nicht. Deshalb wäre es falsch, sich darüber zu äussern. Was ich sagen kann, ist, dass es in jedem Vertrag Rechte und Pflichten gibt, die es auf beiden Seiten einzuhalten gilt», so Maurizio Dottore. Der Marketing- und A&R-Chef bei Sony Music Schweiz vergleicht die Lage so: «Wenn ich zum Beispiel einen Kredit bei einer Bank beantrage um ein Haus zu kaufen, kann ich nach einem Jahr auch nicht sagen, ich will nichts mehr zurückzahlen, weil mir das Haus doch nicht gefällt.»

Für ein Label sei es nicht vorteilhaft einen Künstler auf dem Abstellgleis zu parkieren, so Dottore weiter. «Unser Ziel ist es in jedem Fall, eine gute Zusammenarbeit mit den Künstlern zu haben und sich über jeden Punkt einig zu sein, bevor die Unterschrift auf den Vertrag kommt.» Sony Music Schweiz rät jedem Künstler, sich vor Vertragsabschluss rechtliche Hilfe zu suchen: «Ich bin auch schon mal acht Stunden mit jungen Künstlern zusammengesessen und habe jeden Satz im Vertrag erklärt.»

Alles (fast) in Butter

Eines hält Dottore aber fest: «Es ist nicht unser Ziel, einen Künstler nur nach unserer Pfeife tanzen zu lassen.» Das sieht wohl auch Jay Z so – zwischen Rita Ora und dem Rapper gäbe es nämlich gar kein böses Blut. Vielmehr gäbe er seinem ehemaligen Schützling sogar grünes Licht für den Ausstieg, sagt Oras Anwalt Howard King: «Die Details der Vertragsauflösung werden jetzt einfach noch finalisiert.»

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