Grenchen: Felsbrocken sorgt für Diskussionen

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Grenchen SO«Was ist, wenn ein Kind nicht richtig bremsen kann?» 

Ein Felsbrocken auf einer Grenchner Waldstrasse sorgt für Diskussionen. Manche erachten ihn als gefährlich für schlittelnde Kinder. Der Förster erklärt, wozu das Hindernis gut ist. 

von
Simon Ulrich
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Der Stein des Anstosses: Nicht alle erachten das Hindernis auf der alten Bergstrasse als sinnvoll. 

Der Stein des Anstosses: Nicht alle erachten das Hindernis auf der alten Bergstrasse als sinnvoll. 

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Manche erachten ihn als gefährlich für Kinder, die mit ihren Schlitten die Strasse hinunterfahren.

Manche erachten ihn als gefährlich für Kinder, die mit ihren Schlitten die Strasse hinunterfahren.

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Laut dem Revierförster wurde der Stein aufgestellt, um Missachtungen des Fahrverbots zu unterbinden. 

Laut dem Revierförster wurde der Stein aufgestellt, um Missachtungen des Fahrverbots zu unterbinden. 

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Darum gehts

  • An einem grossen Stein auf der alten Grenchenbergstrasse in Grenchen SO scheiden sich die Geister. 

  • Manche erachten ihn als gefährlich für Kinder, die mit ihren Schlitten die Strasse hinunterfahren.

  • Laut dem Revierförster soll der Stein bei der Durchsetzung des Fahrverbots helfen.

In Grenchen sorgt derzeit ein Felsbrocken an der Kreuzung von alter und neuer Grenchenbergstrasse für Diskussionen. Ob es denn wirklich nötig sei, einen solchen dort zu platzieren, fragt sich ein Facebook-User. Das Hindernis stelle insbesondere für Schlittenfahrerinnen und -fahrer eine Gefahr dar. «Was ist, wenn ein Kind nicht richtig bremsen kann?» Den Stein erachtet der Vater daher als «absolutes No-go». Ein Teil der Community pflichtet ihm bei. «Ich bin sicher, es gäbe eine Alternative zu diesem gefährlichen Riesen-Stein», meint ein User. Ein anderer schlägt beispielsweise ein Netz vor, wie sie bei Skirennen im Einsatz stehen. 

Andere Kommentatorinnen und Kommentatoren sehen die Sache weniger dramatisch. Wenn ein Kind oder sonst jemand mit seinem Velo oder seinem Schlitten dort nicht bremsen könne, «gehört die Person einfach nicht auf die Strasse», findet eine Grenchnerin. Andere geben zu bedenken, der Stein sei mit gutem Grund aufgestellt worden. «Die alte Bergstrasse wird wohl öfters mit Autos befahren, was nicht erlaubt ist», vermutet ein User. Weiter wird angenommen, die Massnahme solle Trottinett- und Velofahrer vor sich selber schützen, indem sie nicht ungebremst auf die neue Bergstrasse hinunterrauschten.

Erachtest du den Stein als gefährlich? 

Fahrverbot durchsetzen 

Tatsächlich wurde der Stein wegen des motorisierten Individualverkehrs postiert, wie Revierförster Patrik Mosimann auf Anfrage bestätigt. Er erinnert daran, dass auf schweizerischen Waldstrassen generell ein Fahrverbot herrscht – so auch auf der alten Grenchenbergstrasse. «Trotzdem fahren dort immer wieder Leute mit ihren Autos, Quads und Motorrädern rauf und runter», sagt Mosimann.

Gerade im Winter, wenn die Reifen auf der steilen, schneebedeckten Naturstrasse durchdrehten, führe dies zu grossen Schäden – und entsprechenden Unterhaltskosten. Mehrmals habe er die Missachtung des Fahrverbots der Polizei gemeldet – passiert sei nichts. «Dieser Stein, den wir vor etwa einer Woche aufgestellt haben, ist momentan die einzige Massnahme, um das Verbot durchzusetzen», so Mosimann. 

Dass der Stein für schlittelnde Kinder nicht ganz ungefährlich ist, gesteht der Revierförster ein. «Wenn etwas passiert, bin ich schuld, weil ich ihn dort hingestellt habe», sagt er freimütig. Andererseits müsse man mit jedem Fahrzeug auf Sichtweite anhalten können. Zudem habe es aktuell zum Schlitteln zu wenig Schnee auf der Strasse.

Der Stein, so Mosimann, werde aber ohnehin nicht ewig dort stehen: «Wir sind momentan mit unserer Forstmaschine oben auf dem Grenchenberg am Arbeiten. Sobald wir runterkommen, entfernen wir den Stein wieder.» Doch der Förster mahnt: Sollte das Fahrverbot weiterhin missachtet werden, stelle man den Stein im Frühling wieder auf.  

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