Aktualisiert 08.12.2011 08:20

Sir Alex

«Was kann ich da noch mehr sagen?»

Der schottische Gentleman war definitiv «not amused». Der FCB hat seine Millionentruppe in die Europa League heruntergestuft. Eine neue, enttäuschende Erfahrung für Sir Alex Ferguson.

von
Eva Tedesco
Alles umsonst: Sir Alex Ferguson schrie und dirigierte, aber seine «Red Devils« verloren gegen den FCB 1:2 und schieden aus der Champions League aus. (Keystone/AP)

Alles umsonst: Sir Alex Ferguson schrie und dirigierte, aber seine «Red Devils« verloren gegen den FCB 1:2 und schieden aus der Champions League aus. (Keystone/AP)

Erst zweimal war Manchester bisher in den Gruppenspielen der Champions League gescheitert: 1994 und 2005. Nach der 1:2-Pleite gegen den FC Basel muss der «Rote Riese» nun den dritten Eintrag in dieser unrühmlichen Statistik hinnehmen. Und Sir Alex Ferguson – man mag es kaum glauben – muss in seinem 25. Jahr als Trainer von Manchester United eine vollkommen neue Erfahrung machen: Das Gefühl, in der Europa League zu spielen.

«Das ist ein Wettbewerb, in dem ich noch nie gespielt habe», sagt der Manager. «Und es bedeutet, dass wir die meisten unserer Ligaspiele am Sonntag austragen müssen. Das ist unsere Strafe, dass wir uns in Basel nicht qualifiziert haben. Ich bin sehr enttäuscht, was kann ich da noch mehr sagen?» Seine Mannschaft sei zwar viel mehr in Ballbesitz gewesen und hätte auch viele Chancen gehabt, die man aber nicht verwertet habe. «Und wenn man seine Chancen nicht verwertet, dann kommt das halt so heraus». Den Hauptgrund des Scheiterns macht der bald 70-Jährige jedoch im 3:3-Remis im Hinspiel in Manchester aus. «Da waren wir zu gelassen.»

Roy Keane schiesst gegen seinen ehemaligen Klub

Die «Red Devils» werden nun auf der Insel viel Kritik einstecken müssen. Bereits unmittelbar nach Spielende wurde in Basel kräftig ausgeteilt. «Manchester hätte nur eine Niederlage abwenden müssen, ein mickriges Remis hätte für das Erreichen der Achtelfinals in der Champions League gereicht. Manchester hat bekommen, was es verdient», gab der Experte Roy Keane seinem ehemaligen Klub (1993-2005) auf dem Sender ITV Saures. «Die Strategie mit den jungen Spielern ist die, dass noch viel Arbeit auf Manchester wartet und einige Spieler über die Bücher gehen müssen. Der beste Mann in Basel war Ryan Giggs und der ist 38 Jahre alt. Vielleicht sollte man die Idee mit der Strategie noch einmal revidieren.»

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Ferguson wurde noch an der Pressekonferenz im St.-Jakob-Park mit dieser Kritik seines ehemaligen Captains konfrontiert und tat diese missmutig ab. «Ich weiss nicht, was er überhaupt zu sagen hat. Ich habe Vertrauen in meine jungen Spieler.» Fakt ist aber, dass sich Manchester United in der Saison 2011/12 nach dem Ligacup und der Champions League schon aus zwei Wettbewerben verabschiedet hat und in der Liga bereits fünf Punkte Rückstand auf Leader ManCity aufweist.

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Was aber traut der Startrainer dem FC Basel in den CL-Achtelfinals zu? «Das ist für mich schwierig zu sagen. Ich kann das nicht beurteilen. Aber sie haben mit Streller und Frei viel Erfolg im Sturm. Und wer zwei so gute Angreifer hat, hat immer eine Chance.» Für Manchester United ist das «beste Turnier der Welt», wie der Schotte sagt, vorbei. Sir Alex hat ein halbes Jahr Zeit, das «Neuland» Europa League zu erforschen und – wer weiss - vielleicht einen Titel zu holen, den der erfolgsverwöhnte Trainer noch nicht im Palmarès hat.

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