Weltweit: Was machen 3000 Fake-Raupen im Gebüsch?

Publiziert

WeltweitWas machen 3000 Fake-Raupen im Gebüsch?

Auf sechs Kontinenten haben Forscher Raupen aus Ton auf Blätter und Gräser geklebt. Die Aktion war ein voller Erfolg.

von
fee
1 / 3
Achtung Fake: Diese Raupe ist nicht echt, genauso wenig wie die 2999 anderen Ton-Raupen, die Wissenschaftler zu Forschungszwecken auf sechs Kontinenten ausgesetzt hatten.

Achtung Fake: Diese Raupe ist nicht echt, genauso wenig wie die 2999 anderen Ton-Raupen, die Wissenschaftler zu Forschungszwecken auf sechs Kontinenten ausgesetzt hatten.

Tomas Roslin
Die Ergebnisse, die damit gewonnen wurden, sind dagegen absolut echt. Die im Fachjournal «Science» veröffentlichte Studie offenbart eine bislang unbekannte biologische Regel: ...

Die Ergebnisse, die damit gewonnen wurden, sind dagegen absolut echt. Die im Fachjournal «Science» veröffentlichte Studie offenbart eine bislang unbekannte biologische Regel: ...

Tomas Roslin
Je näher eine Raupe an den Polen lebt, desto tiefer ist ihr Risiko, gefressen zu werden. Das Gleiche gilt für die Höhe: Je näher am Gipfel sie krabbelt, umso sicherer ist sie ihres Lebens. Weiter zeigte sich: Nicht Vögel stellen für Raupen die grösste Gefahr darf, sondern andere Insekten.

Je näher eine Raupe an den Polen lebt, desto tiefer ist ihr Risiko, gefressen zu werden. Das Gleiche gilt für die Höhe: Je näher am Gipfel sie krabbelt, umso sicherer ist sie ihres Lebens. Weiter zeigte sich: Nicht Vögel stellen für Raupen die grösste Gefahr darf, sondern andere Insekten.

Tomas Roslin

Ausgangspunkt für die ungewöhnliche Forschung war ein verzweifelter Forscher. Um herauszufinden, ob Raupen eher von Vögeln oder von anderen Tieren gefressen werden, setzte Tomas Roslin von der schwedischen University of Agricultural Sciences auf Grönland Fake-Raupen aus weichem, grünem Ton aus.

Doch die in der Raupenforschung gängige und erprobte Methode führte bei ihm zu keinem Ergebnis. Roslins hoffte, dass die Fressfeinde Spuren hinterlassen würden, die im Nachhinein interpretiert werden könnten. Doch seine Attrappen blieben unberührt.

Interkontinentales Teamwork

Als er Kollegen sein Leid klagte, kam ihm eine Idee: Möglicherweise haben Raupen auf Grönland gar keine Feinde. Daraufhin bat er andere Forscher, sie sollen bei ihren Arbeiten im Feld selber ein paar Ton-Raupen aussetzen und schauen, was passiert.

Roslins Mitstreiter taten, wie ihnen geheissen. In der folgenden Zeit wurden 3000 Raupen für jeweils vier bis 18 Tage an 31 verschiedenen Orten zwischen Australien und Grönland verteilt. Und das auf Höhen zwischen null und 2100 Metern über Meer.

Neue biologische Regel aufgestellt

Tatsächlich gewann das nunmehr internationale Team nicht nur neue Erkenntnisse, sondern entdeckte auch eine neue biologische Regel, wie es im Fachjournal «Science» heisst.

Diese besagt: Je näher eine Raupe an den Polen lebt, desto tiefer ist ihr Risiko, gefressen zu werden. Das Gleiche gilt für die Höhe: Je näher am Gipfel sie krabbelt, umso sicherer ist sie ihres Lebens.

Weitere Erkenntnis: Nicht Vögel stellen für Raupen die grösste Gefahr darf, sondern andere Insekten.

Deine Meinung