Wetzikon: Was machen diese Papageien im Bus?
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WetzikonWas machen diese Papageien im Bus?

Im Bus von Wetzikon nach Bäretswil sind zwei aussergewöhnliche Gäste mitgefahren. Laut einer Expertin nicht ungefährlich. Der Besitzer wiegelt ab.

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lar/jen
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Hawkar Saeed (24) aus Wetzikon machte mit seinen beiden Papageien einen Ausflug.

Hawkar Saeed (24) aus Wetzikon machte mit seinen beiden Papageien einen Ausflug.

Leser-Reporter/Bernie L.
Tutu und Schuschu sind beide zwei Jahre alt.

Tutu und Schuschu sind beide zwei Jahre alt.

Papageien auf Abwegen: Das kam in der Schweiz schon vor. In Basel entfloh dieser Papagei. Er wurde eingefangen und dem Zoo Basel übergeben.

Papageien auf Abwegen: Das kam in der Schweiz schon vor. In Basel entfloh dieser Papagei. Er wurde eingefangen und dem Zoo Basel übergeben.

Leser-Reporter Bernie L.* hat es sich am Sonntagabend im Bus gemütlich gemacht. Plötzlich erregten zwei Passagiere seine Aufmerksamkeit: Beim Bahnhof Wetzikon stieg ein Mann mit zwei Papageien ein.

«Ich war überrascht. So etwas sieht man nicht alle Tage», sagt L. Auch die anderen Fahrgäste konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Besonders als der Mann seinen Zeigefinger auf- und abbewegte und die Vögel die Wippbewegung mitmachten.

«Es geht nur darum, Aufmerksamkeit zu erhaschen»

Die Papageien waren laut dem Leser-Reporter ruhig und hätten nur ab und zu einen kurzen Laut von sich gegeben. Wohin der Besitzer mit den zwei Papageien gefahren ist, weiss Bernie L. nicht.

Obwohl die Busfahrt für Erheiterung bei den Fahrgästen sorgte, ist es laut Elisabeth Schlumpf, Geschäftsführerin der Voliere Zürich, nicht ratsam, die Tiere frei herumzuführen. «Es geht nur um das Ego des Mannes, um Aufmerksamkeit zu erhaschen – und das zulasten der Tiere.»

Wenn ein Papagei erschrecken und davonfliegen würde, könnte das für die Fahrgäste zur ernsten Gefahr werden. «Es kann passieren, dass ein Papagei einem Fahrgast einen Finger abbeisst oder ihm Löcher in die Haut pickt.» Schlumpf rät, Papageien in einer Box zu transportieren. «Es gibt gesicherte Transportboxen, um die Vögel vor Stress und Unfällen zu bewahren.»

«Sie würden niemandem etwas tun»

Hawkar Saeed (24) aus Wetzikon ist der Besitzer der beiden Papageien Schuschu und Tutu (beide zwei Jahre alt). Er streitet die Vorwürfe ab. «Ich habe meine Tiere von Hand aufgezogen. Sie lieben Menschen und würden niemandem etwas tun.»

Er sei am Sonntagabend mit den beiden spazieren gegangen, wie er es viermal die Woche mache. «Sie kennen nichts anderes. Ich führe sie aus, wie andere mit ihren Hunden spazieren gehen.» Die Papageien würden Transportboxen hassen. «Dann werden sie nervös.»

Passagier führt Papagei im Zug spazieren

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand Papageien in öffentlichen Verkehrsmitteln mitführte. Im Oktober 2018 beispielsweise fuhr ein Tierbesitzer mit einem Papagei in der Zürcher S-Bahn S 16.

*Name der Redaktion bekannt.

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