Aktualisiert 03.11.2009 15:55

Geldsegen von AudiWas macht Bayern mit den 200 Millionen?

Rund 200 Millionen Euro wird die neunprozentige Audi-Beteiligung in die Kassen des FC Bayern München spülen. Die Millionen kommen wie gerufen, denn beim Rekordmeister laufen viele Verträge aus. Zeit also, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

von
Philipp Reich

Bayern-Manager Uli Hoeness ist nach einem Drittel der Saison alles andere als zufrieden mit der sportlichen Bilanz unter Trainer Louis van Gaal. In der Bundesliga liegt der Rekordmeister mit vier Punkten Rückstand auf den auch nicht überzeugenden Leader Leverkusen nur auf Rang sechs und in der Champions League droht nach der Pleite in Bordeaux bereits das vorzeitige Aus. Trotz der sportlichen Misere hat Hoeness momentan aber allen Grund zur Freude.

In den kommenden Tagen will der Bayern-Boss den fast perfekten Millionen-Deal mit Audi auch offiziell verkünden. Rund 200 Millionen Euro wird die Beteiligung des Automobilkonzerns aus Ingolstadt in zehn Jahren in die Kassen des deutschen Rekordmeisters spülen. Da mittlerweile auch der drohende juristische Ärger mit der Uefa (20 Minuten Online berichtete) kein Thema mehr ist, wird der Audi-Einstieg bei den Bayern der grösste Deal zwischen einem Klub und einer Firma in der Geschichte der Fussball-Bundesliga und gleichzeitig das Abschiedsgeschenk von Uli Hoeness als Manager. Der 57-Jährige wird an der Jahreshauptversammlung Ende November seinen Posten räumen und sich zum Präsidenten wählen lassen.

Auch Spieler-Investitionen geplant

Doch was macht der FC Bayern mit den 200 Audi-Millionen? Zum einen wird das Geld in die Finanzierung der 340 Millionen Euro teuren Allianz-Arena fliessen. Bereits nach zehn anstatt wie bisher geplant nach 15 bis 18 Jahren könnte das Stadion so abbezahlt sein. Das Geld soll aber auch in neue Spieler investiert werden. «Wir werden versuchen, im Sommer einen sehr guten Torwart zu verpflichten», versprach Hoeness und es ist klar, dass er damit Schalke-Schlussmann Manuel Neuer gemeint hat.

Aber nicht nur im Tor, auch auf den meisten anderen Positionen besteht dringender Handlungsbedarf. Von den Millionen-Einkäufen Gomez, Timoschtschuk und Robben hat nur der Holländer so richtig eingeschlagen, doch der ist fast immer verletzt. Im Sommer laufen zahlreiche Verträge aus, doch bereits im Winter soll zum ersten Mal ausgemistet werden. Der Argentinier Jose Ernesto Sosa wird in seine Heimat zurück geschickt, Andreas Görlitz, Christian Lell, Alexander Baumjohann und Breno haben beim Rekordmeister ebenfalls keine Zukunft mehr.

Ronaldo, Kaká und Diego = 200 Millionen

Um endlich eine tragende Rolle in der Champions League zu spielen, müssen aber Verstärkungen her. Wer soll denn nun kommen? Dazu wollte sich Uli Hoeness noch nicht äussern und das bietet natürlich Raum für Spekulationen. Die «Bild»-Zeitung rechnet deshalb schon einmal vor, wen die Bayern für 200 Millionen Euro bekommen könnten: Für zusammen 159 Millionen die Real Stars Cristiano Ronaldo und Kaká sowie als extra Juventus-Spielmacher Diego für 24,5 Millionen Euro. Die restlichen 16,5 Millionen würden für die Handgelder der Superstars draufgehen. Bei so vielen Millionen darf träumen ja wohl erlaubt sein.

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