Ein Bild, eine Frage: Was machte Catherine Ashton hier falsch?
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Ein Bild, eine FrageWas machte Catherine Ashton hier falsch?

Die britische EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton hatte ihre Garderobe für das Treffen mit ihrem iranischen Verhandlungspartner sorgfältig ausgewählt – und trotzdem trat sie ins Fettnäpfchen.

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Catherine Ashton war am Wochenende zusammen mit weiteren sechs Verhandlungspartnern - die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland - nach Istanbul gereist. Dort trafen sie Gesandte aus dem Iran, um über das umstrittene iranische Atomprogramm zu verhandeln. Die zweitägigen Gespräche waren schliesslich am Samstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Obwohl das Treffen in einem islamischen Land stattgefunden hatte, ist in der Türkei das Tragen von Dekolletees und Minijupes erlaubt. Trotzdem hielt sich die EU-Aussenbeauftragte Ashton an das Protokoll, als sie ihren iranischen Gesprächspartner Saeed Jalili traf: Sie vermied den direkten Augenkontakt zum Mann und nach dem Treffen gab es kein Händeschütteln. Ihre Garderobe hatte sie ebenfalls sorgfältig ausgewählt: Ein Hosenanzug in Schwarz und Beige.

Alles nicht genug

Die iranische Presse berichtete in den darauffolgenden Tagen über das Treffen. Doch beim Bild, in dem Ashton und Jalili zusammen durch einen Raum schreiten, ist das Outfit der Britin retuschiert worden: Ihr ausgeschnittenes Leibchen war im Photoshop bis zum Hals «ausgedehnt» worden. Interessant zu beobachten ist allerdings, dass einige Bildredakteure die Sache lockerer nahmen als andere. So ist Ashton in der Zeitung «Hamschahri» stärker verdeckt worden als in der «Dscham-e Dscham», die genau das gleiche Bild auf der Titelseite veröffentlichte.

Catherine Ashton wollte die Affäre nicht gross kommentieren. Über ihre Pressesprecherin liess sie gegenüber der spanischen Zeitung «El Mundo» verlauten, dass sie sich streng an die vorgegebenen Richtlinien gehalten habe. Die Fotoretusche, so die Sprecherin weiter, sei nur für den «häuslichen Gebrauch» gemacht worden, weil dort die Frauen gezwungen würden, komplett verschleiert aufzutreten.

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