Aktualisiert 04.06.2015 16:54

Kirchen-App

Was Männer wollen und Frauen denken

Mit einer neuen App gibt das Bistum St. Gallen heiratswilligen Paaren Tipps und Anregungen rund ums Thema Partnerschaft und Sexualität.

von
qll
JA ICH WILL soll Brautpaaren zur Seite stehen. (Bild: LIVE experiences GmbH)

JA ICH WILL soll Brautpaaren zur Seite stehen. (Bild: LIVE experiences GmbH)

«Die App soll sowohl Begleiter als auch Helfer in einer stressigen Zeit sein», sagt der St. Galler Dompfarrer Beat Grögli. «Die App JA ICH WILL ist für alle Paare die kirchlich heiraten möchten.» Die App wird von der Fachstelle Partnerschaft-Ehe-Familie (PEF) des Bistums St. Gallen lanciert. Damit will die Kirche Hochzeitspaare auf moderne, ansprechende Weise auf dem Weg zur kirchlichen Trauung begleiten.

«Paare auf die Trauung und die Ehe vorzubereiten, hat eine lange Tradition in der Katholischen Kirche», so Madeleine Winterhalter von PEF. «Mit der App haben wir ein Medium gewählt, das im Alltag der Paare selbstverständlich ist.» Dieser Meinung ist auch Grögli: «Mit einer App ist man heutzutage einfach viel näher bei den Menschen.»

Durch die Anmeldung erhalten die Paare Push-Mitteilungen, die nicht nur praktische Tipps zur konkreten Vorbereitung der kirchlichen Trauung liefern, sondern auch alltagsrelevante Anregungen für gelingende Partnerschaft geben, wie es im «Pfarreiforum» heisst.

Die Anmeldung

Um die Push-Mitteilungen zu erhalten, müssen sich beide Partner unter www.kirchlich-heiraten.ch/app gleichzeitig registrieren und das Hochzeitsdatum nennen. Anhand des Datums erstellt die App einen Zeitplan und lässt längstens eines Jahres im Wochenrhythmus Push-Nachrichten raus. Diese Impulse entsprechen in etwa dem Stand der Hochzeits-Vorbereitung des Paares.

Die Registration soll noch diesen Monat möglich sein, die App ist noch nicht ganz fertig. «Die Texte gibt es schon länger», sagt Grögli. «Das Material musste nur noch app-konform aufbereitet werden.»

Anregende Texte

«Insgesamt sind es 57 Impulse, aufgeteilt auf zwölf Themenkreise rund um das Thema Partnerschaft und Trauung», erklärt Matthias Koller von PEF. «Damit die Impulse bei den Hochzeitspaaren gut ankommen und sie nicht zu lange runterscrollen müssen, werden sie bewusst kurz und prägnant gehalten.» Beispielsweise mit einem anregenden Titel: «Eat together, pray together, love together» oder «Ihr Handy braucht ein Update – ihre Beziehung auch» oder «Er will Sex, sie will Zärtlichkeit.»

Der Impuls dazu zeigt auf eine humorvolle Art die Bedürfnisse von Frau und Mann auf: Sein Gebet: «Starker ewiger Gott, schenke meiner Frau mehr Libido, mehr Wollust und Begierde und hilf mir ihre Bedürfnisse zu sehen. Amen.» Ihr Gebet: «Liebender barmherziger Gott, schenke meinem Mann endlich Mut über seine Gefühle zu sprechen und hilf mir seine Bedürfnisse zu sehen. Amen.»

«App ist präventiv»

Dompfarrer Grögli ist sich sicher, dass die App Anklang finden wird. «Nun liegt es aber an den Seelsorgern, die heiratswilligen Paare auf diese neue Möglichkeit aufmerksam zu machen», so Grögli. Nur so könne sie den Paaren helfen.

Dennoch sollten die Paare die App aber nicht überschätzen: «Diese App wirkt präventiv und ist kein Beratungsinstrument», so Madeleine Winterhalter. «Sie ermutigt Paare, ihre Beziehung weiterzuentwickeln.»

Die Themenkreise

1. Was stärkt unsere Beziehung?

2. Sexualität und Zärtlichkeit

3. Balance Beziehung - Arbeit

4. Kommunikation

5. Spiritualität - Religion - Werte

6. Kirchliche Trauung - Hochzeitsfest

7. Männer - Frauen

8. Finanzen

9. Rund ums Heiraten und die App

10. Paargeschichte

11. Herkunfsfamilie

12. Gefühlslage auf die Trauung hin

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.