Aktualisiert 06.02.2019 10:25

En Guete!

«Was man Kindern auftischt, ist desaströs»

Chicken Nuggets, Pommes oder Würstchen: Deutsche Politiker fordern gesünderes Essen für Kinder in Restaurants.

von
kat
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Laut einer Studie der Universität Heidelberg bestehen Kindergerichte in deutschen Gaststätten zu 70 Prozent aus ungesunden Gerichten. (Symbolbild)

Laut einer Studie der Universität Heidelberg bestehen Kindergerichte in deutschen Gaststätten zu 70 Prozent aus ungesunden Gerichten. (Symbolbild)

Keystone/Martin Ruetschi
Dazu gehören etwa Pommes und Chicken Nuggets...

Dazu gehören etwa Pommes und Chicken Nuggets...

Keystone/Martin Ruetschi
...sowie Würstchen...

...sowie Würstchen...

Hendrik Schmidt

Laut einer Studie der Universität Heidelberg bestehen Kindergerichte in deutschen Gaststätten zu 70 Prozent aus folgenden Gerichten: Chicken Nuggets oder Schnitzel mit Pommes, nur Pommes mit Mayo oder Ketchup, Nudeln mit Sauce, Würstchen mit Pommes, Burger oder süssen Nachspeisen als Hauptspeise (Griesbrei, Pfannkuchen). «Was man Kindern auftischt, ist desaströs», sagte Sven Schneider von der Uni Heidelberg in einem Interview mit «Die Zeit».

Die deutsche Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) fordert nun gesünderes Essen für Kinder in Restaurants und Gaststätten. «Ich möchte kein Gesetz für Speisekarten, aber wäre es nicht wünschenswert, wenn unsere Kinder auch in Restaurants Auswahlmöglichkeiten hätten?», sagte Klöckner der «Bild»-Zeitung vom Mittwoch. Es gehe nicht darum vorzuschreiben, was Kinder zu essen hätten, sondern um Empfehlungen und Überlegungen.

Ungesünder als in US-Fastfoodrestaurants

Der Studie zufolge werden Kinder in deutschen Restaurants ungesünder bewirtet als in US-Fastfoodrestaurants. Ministerin Klöckner will sich daher mit den Autoren der wissenschaftlichen Studie sowie dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung treffen, um die Studienergebnisse zu besprechen und zu analysieren.

Der Dehoga ist zu einem Treffen bereit. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte aber zugleich der «Bild», die Politik könne Unternehmern nicht vorschreiben, welche Speisen auf der Karte stünden. «Es ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers, da in den Markt einzugreifen.»

Die Studienergebnisse bezeichnete Hartges als nicht nachvollziehbar. Insbesondere die Behauptung, dass das Essen in inhabergeführten Restaurants ungesünder sei als in US-Fastfoodbetrieben, wies sie zurück.

(kat/afp)

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