Lieber TCS ...: Was muss bei einer Dachbox beachtet werden?
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Lieber TCS ...Was muss bei einer Dachbox beachtet werden?

Martin braucht für die Skiferien eine Dachbox. Soll er sich für ein Premiumprodukt entscheiden? Und wie vorsichtig muss er damit fahren?

Beim Kauf, Montieren und Beladen einer Dachbox sollte man einiges beachten.

Beim Kauf, Montieren und Beladen einer Dachbox sollte man einiges beachten.

Lieber TCS

Ich möchte für die bevorstehenden Skiferien eine Dachbox kaufen. Lohnt es sich, mehr Geld für ein Premiumprodukt auszugeben? Was ist bezüglich Montage und Beladung zu beachten, und sollte mit einer Dachbox besonders defensiv gefahren werden?

Lieber Martin

Die meisten Schweizer bevorzugen nach wie vor das Auto, um in die Winterferien zu fahren. Doch wer seine Skiferien ohne Ärger und Stress in Angriff nehmen möchte, sollte einige wesentliche Dinge beachten. Dazu zählt in der Tat das richtige Beladen des Autos – beziehungsweise bei knappen Platzverhältnissen die Wahl einer passenden Dachbox. Aber Achtung: Nicht jedes Fabrikat überzeugt punkto Handling und Sicherheit.

Dies hat der TCS im Test ermittelt, die detaillierten Resultate der Handlings- und Fahrversuche sowie der Crashtests sind hier einsehbar. Im Fokus stand nicht zuletzt die Frage, ob die Regel «teurer gleich besser» auch bei Dachboxen zutrifft. So wurden ebenso Produkte von Premium-Anbietern wie auch preisgünstigere Alternativen aus dem Autoteile- und Onlinehandel gründlich unter die Lupe genommen.

Preis ist kein Indiz für Qualität

Alle getesteten Dachboxen werden zu Preisen zwischen 300 und 700 Franken angeboten und haben eine Zuladung von 50 bis 75 Kilo. Laut den jeweiligen Herstellern wird ein Stauraum zwischen 410 und 650 dm3 geboten, was beispielsweise für den Transport von vier bis sechs Paar Ski ausreicht. So viel vorweg: Der Preis ist kaum ein Indiz für die Qualität. Zwar schnitt die teuerste Thule Motion 800 als einzige mit hervorragend ab.

Sie überzeugte mit einfachem Befestigungssystem mit Momentenbegrenzung, das Fehlbedienungen nahezu ausschliesst, problemloser Bedienbarkeit und perfekter Bedienungsanleitung ebenso wie punkto Sicherheit beim Fahrversuch und beim Crashtest. Doch auch die deutlich günstigeren Produkte Kamei 510 und Harpo Traxer 6.6 kamen auf ein sehr empfehlenswert.

Weitere Dachboxen zeigten Sicherheitsmängel, zum Beispiel, weil sie beim Ausweichtest stark rutschten, weil beim Crashtest die hinteren Halteklammern brachen, weil sie anfällig auf Fehlbedienungen sind oder weil wegen eines gefährlich hart schliessenden Deckels erhöhte Verletzungsgefahr besteht. Bei einigen Produkten weicht zudem das reale Stauvolumen markant von der Herstellerangabe ab.

Vor der Fahrt

Ein hoher Kaufpreis garantiert also noch keine gute Dachbox. Nachdem die Frage nach dem benötigten Zusatzstauraum geklärt ist, sollte vor dem Kauf darauf geachtet werden, dass sich die Box möglichst einfach montieren lässt. Idealerweise sollte sie von einer einzelnen Person auf dem Auto befestigt werden können. Das Befestigungssystem sollte möglichst keine Fehlbedienungen zulassen und natürlich den in Extremsituationen auftretenden Kräften standhalten. Nicht zuletzt sollten die Sicherung und die richtige Verteilung der Ladung in der Dachbox in der Bedienungsanleitung hervorgehoben werden.

Beim Verstauen der Skiausrüstung gehören schwere Gepäckstücke grundsätzlich auf den Ladeboden des Autos. Das Gepäck sollte möglichst bis ganz an die Rücksitzlehne geschoben werden und nicht über die Oberkante hinausragen. Damit vermeiden Sie, dass einzelne Teile des Gepäcks bei einer Vollbremsung nach vorne in den Fahrgastraum katapultiert werden. Achten Sie darauf, dass Sie das Auto nicht überladen und den Schwerpunkt möglichst tief halten. Entsprechend sollte die Dachbox für leichte Gepäckstücke verwendet werden.

Auto reagiert sensibler auf Seitenwind

Achtung: Die zulässige Dachlast im Fahrzeugausweis (Position 55) beachten und dabei auch das Eigengewicht von Dachbox und Dachträger berücksichtigen. Der vordere Bereich der Dachbox kann für weiches Gepäck wie etwa Schlafsäcke genutzt werden. Damit wird die Gefahr reduziert, dass Gegenstände die Box beim Unfall durchschlagen können.

Unterwegs gilt es, die Auswirkungen auf die Fahrphysik und die Fahrzeughöhe zu beachten – zum Beispiel bei Parkhaus-Einfahrten. Wegen der vergrösserten Seitenfläche reagiert das Auto zudem sensibler auf Seitenwind. Ausserdem fährt sich ein beladenes Auto mit erhöhtem Schwerpunkt fühlbar anders, insbesondere beim Bremsen und in Kurven. Bei Nichtgebrauch sollten Dachträger und Dachbox zugunsten eines geringeren Treibstoffverbrauchs sowie für reduzierte Windgeräusche übrigens möglichst rasch wieder demontiert werden.

Eine gute Fahrt wünscht

Roger Löhrer vom TCS

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