Was die EM bringt: Was nach dem Abpfiff bleibt

Aktualisiert

Was die EM bringtWas nach dem Abpfiff bleibt

Prostitution, Korruption und der Fall Timoschenko – die Ukraine hat keinen guten Ruf. Ob die Fussball-EM daran etwas ändert, ist fraglich. Sicher ist: Die Schweiz hat von der Euro 08 profitiert, wie eine Studie zeigt.

von
Fee Riebeling
Auch nach der Euro 08 ist das Image der Schweiz sehr gut.

Auch nach der Euro 08 ist das Image der Schweiz sehr gut.

Bei Sportevents geht es nicht nur um Sieg oder Niederlage der Teams, sondern auch um das öffentliche Ansehen der Austragungsorte. «Die Schweiz hat die Euro 08 als Chance genutzt: Ihr Image wurde auf hohem Niveau gefestigt», sagt Christine Herzer vom Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern. Sie hat im Auftrag des Bundesamts für Sport die Auswirkungen der Euro 08 untersucht. Das Resultat ist positiv ausgefallen – drei Beispiele:

■  Tourismus: Viele Fans waren anlässlich der EM erstmals in der Schweiz. Gut die Hälfte will wiederkommen.

■  Sport: Die Anzahl lizenzierter Spieler in der Schweiz stieg in den Monaten vor der EM und währenddessen deutlich an. Besonders die Junioren freuten sich über Zuwachs.

■  Umwelt: Erstmals unterzeichneten die beiden Gast­geberländer eine Nachhaltigkeits-Charta.

Experten bezweifeln, dass die Bilanz für die Ukraine ähnlich gut ausfallen wird. «Ich sehe nicht, dass die autoritären Tendenzen, die die ukrainische Politik in den letzten Jahren bestimmt haben, bisher abgemildert wurden», sagt Jens Herlth vom Departement für Slavistik der Uni Freiburg. Positiv sei aber, dass dank der EM in die Infrastruktur investiert wurde. Davon profitierten Einheimische wie Touristen. Einen weiteren Erfolg der Euro 12 nennt Osteuropa-Experte Urs Wagenseil von der Hochschule Luzern: «Die EM hat Ukrainer und Westeuropäer näher zusammengebracht.» Das sei ein wichtiger Schritt, um Entwicklungen einzuleiten, die der Ukraine helfen, demokratischer zu werden.

«Wissen»

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