Psychische Besonderheiten: Was nicht ist, kann ja noch werden
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Psychische BesonderheitenWas nicht ist, kann ja noch werden

Heute Morgen hat Sie der Chef nicht gegrüsst - und das Mitten in der Wirtschaftkrise. Steht Ihre Kündigung kurz bevor oder sind Sie einfach nur ... paranoid?

Seltsam ... ausgerechnet wenn Sie den Raum verlassen, beginnen Ihre Arbeitskollegen hinter Ihrem Rücken zu kichern. Und dass Sie sich schon seit Wochen verfolgt fühlen ... das kann doch kein Zufall sein. Steckt vielleicht der Staat dahinter oder ist es gar ein Privatdetektiv, angeheuert von Ihrem Partner?

Paranoid? Vielleicht sind Sie es!

Wurden Sie schon einmal von einem Freund als paranoid bezeichnet? Nun, es könnte etwas Wahres dran sein. Daniel Freeman, Psychologe am Institute of Psychiatry des britischen King's College in London, hat ein Buch über dieses Phänomen geschrieben: Es heisst «Paranoia: The 21st Centruy Fear». Freeman beschreibt, dass die Fälle von Paranoia in unserer Gesellschaft zunehmen. Demnach soll jeder Vierte von uns bereits regelmässig von Wahnvorstellungen heimgesucht werden. Wie das US-Onlineportal «U.S. News» berichtet, sind doppelt so viele Städter von der psychischen Besonderheit betroffen, während Menschen aus ländlichen Gebieten weniger häufig unter Paranoia leiden.

Muslime: Raus aus dem Flugzeug!

«Manchmal», so der Psychologe, «verstehen wir einfach etwas völlig falsch.» Welche Ausmasse ein solches Missverständnis haben kann, zeigt ein Vorfall, der sich Anfang dieses Monats in den USA zugetragen hat: Damals wurden neun Moslems eines Passagierflugzeugs verwiesen, nachdem sie von anderen Mitreisenden als terrorverdächtig eingestuft worden waren. Dieses Beispiel zeigt, dass paranoide Gedanken längst nicht nur für den Betroffenen selbst zum Problem werden können. Das spüren Kinder paranoider Eltern ganz besonders: Aus übertriebenem Schutz vor pädophilen Übergriffen werden die Sprösslinge oft regelrecht weggesperrt, finden Trost in übermässigem Verzehr von Fastfood und der Dauerberieselung durch den Fernseher. Die Gefahr gekidnappt zu werden steht für diese Kinder in keinem Verhältnis zum Risiko an Übergewicht zu leiden oder metabolische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder eine Diabetes zu entwickeln.

Übertriebene Angst oder Paranoia

Nicht jeder Mensch, dessen Ängste sich mit einer blühenden Phantasie verbinden, ist automatisch paranoid. Ist Ihnen der Unterschied zwischen Einbildung und Realität bewusst? Oder machen Sie manchmal einfach aus einer Mücke einen Elefanten um dann festzustellen, dass Sie sich doch nur etwas zusammengesponnen haben? Nehmen Sie jetzt an unserer Umfrage teil.

(rre)

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