12.03.2020 12:54

Einreisestopp

Was passiert jetzt mit den USA-Ferien?

In den nächsten 30 Tagen dürfen Schweizer nicht mehr in die USA einreisen. An wen müssen sich Betroffene, die Ferien geplant haben, nun wenden?

von
hüt

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängen die USA einen 30-tägigen Einreisestopp für Ausländer aus Europa. Das Einreiseverbot soll am Freitag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten und gilt für den Schengen-Raum mit 26 europäischen Ländern, darunter auch die Schweiz.

Für viele Schweizer Reisende stellt sich nun die Frage: Was geschieht mit den gebuchten USA-Ferien? Wichtig sei im Moment, nichts zu überstürzen und nicht von sich aus zu annullieren, sagt der Reiserechts-Experte Reto Ineichen von der Hochschule Luzern gegenüber «Espresso». Denn kann ein Anbieter eine Reise nicht durchführen – wie im Falle des US-Einreisestopps – ist er verpflichtet, die bereits bezahlten Kosten zurückzuerstatten.

Grundsätzlich gilt es, die Situation direkt mit dem Anbieter abzuklären, bei dem man die Buchung vorgenommen hat:

Reisebüro

«Wer über ein Reisebüro gebucht hat, ist eher auf der sicheren Seite. Dann liegt das Problem beim Veranstalter», sagt Ineichen. Könne dieser die Reise nicht durchführen, müsse er das bereits bezahlte Geld an seine Kunden zurückzahlen, ohne Abzug von Stornogebühren. Ineichen empfiehlt Kunden, abzuwarten, bis das Reisebüro auf sie zugehe. Dies könne jedoch einige Tage dauern.

Swiss

Die Swiss kündigt an, einen Sonderflugplan für ihre USA-Strecken vorzubereiten. Die Veröffentlichung ist für heute Nachmittag geplant. Fluggäste werden gebeten, sich vor Reiseantritt auf www.swiss.com über den Status ihres Fluges zu informieren. Passagiere, die entsprechende Kontaktdaten hinterlegt haben, werden aktiv per SMS oder E-Mail über Änderungen informiert. Im Falle einer Flugannullation haben Passagiere die Möglichkeit umzubuchen oder aber sich das Flugbillet erstatten zu lassen.

Da das Service-Center momentan überlastet ist und es zu langen Wartezeiten kommt, bittet Swiss ihre Kunden, für Umbuchungen nur dann Kontakt aufzunehmen, wenn der Abflug innerhalb der nächsten fünf Tage geplant ist. Passagiere, die ihren Flug nicht umbuchen, sondern annullieren wollen, müssen online ein Rückerstattungsformular ausfüllen.

Individuell gebucht

Wer allein gebucht hat, muss auf die Kulanz der einzelnen Anbieter hoffen. Es gelten die jeweiligen Vertragsbedingungen des Anbieters. «Es gilt, mit den Leistungsträgern abzuklären, welche Rechte zum Zuge kommen. Unter Umständen kann es das amerikanische Recht sein», sagt Reiserechts-Experte Reto Ineichen weiter. «Dem Mietwagenanbieter oder dem Hotel in den USA ist es egal, warum Sie nicht kommen. Es gelten einfach deren Annullationsbedingungen.» Der einfachste Weg sei über die eigene Reiseversicherung, sofern man eine abgeschlossen habe. Mit dieser sollte man direkt abklären, welche Leistungen gedeckt sind.

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