Aktualisiert 28.02.2020 21:24

Veranstaltungs-VerbotWas passiert jetzt mit meinen Konzert-Tickets?

Der Bund verbietet alle Grossveranstaltungen bis zum 15. März. Das sind die Konsequenzen für Kunden und Veranstalter.

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dk/viv
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Der Bundesrat hat beschlossen, Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab sofort zu verbieten. Veranstaltungen wie die Basler Fasnacht, das Sunice-Festival oder der Genfer Auto-Salon sind abgesagt worden.

Der Bundesrat hat beschlossen, Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab sofort zu verbieten. Veranstaltungen wie die Basler Fasnacht, das Sunice-Festival oder der Genfer Auto-Salon sind abgesagt worden.

Nicola Dutoit | Nicoladutoit.ch
Auch Konzerte – etwa jenes von Annenmaykantereit im Zürcher Hallenstadion können nicht wie geplant stattfinden.

Auch Konzerte – etwa jenes von Annenmaykantereit im Zürcher Hallenstadion können nicht wie geplant stattfinden.

epa/Clemens Bilan
Auch die Konzerte von Carlos Santana ...

Auch die Konzerte von Carlos Santana ...

Christoph Schmidt

Der Bundesrat hat beschlossen, Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen ab sofort zu verbieten. Veranstaltungen wie die Basler Fasnacht, das Sunice-Festival oder der Genfer Auto-Salon sind abgesagt. Auch Konzerte – etwa jenes von Annenmaykantereit im Zürcher Hallenstadion oder Halsey in der Samsung Hall können nicht wie geplant stattfinden.

Wie Bundesrat Alain Berset in der heutigen Medienkonferenz sagte, sieht das Epidemiengesetz keine Haftungsregeln vor. Wer nach dem Veranstaltungsverbot auf einem wertlosen Ticket sitze, werde nicht durch den Bund entschädigt. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, verlangt deshalb, dass sich die Veranstalter kulant zeigen und den Konsumenten bereits gekaufte Tickets zurückerstatten.

Suche nach Verschiebedatum

«Es kann nicht sein, dass die Konsumentinnen und Konsumenten allein für den Schaden geradestehen müssen.» Falls die Veranstalter den Kunden das Geld nicht zurückerstatten, müsse der Bund dafür sorgen, dass Lösungen gefunden werden, die den Schaden nicht einzig den Konsumenten aufbürden, so Stalder.

Ob Kunden nach abgesagten Events ihr Geld zurückerhalten, liege beim jeweiligen Veranstalter, schreibt Stefan Epli von Ticketcorner. «Wir haben schon vor Tagen eine interne Taskforce eingesetzt und waren auf kurzfristige Verschiebungen oder Absagen von Veranstaltungen vorbereitet.» Grundsätzlich werde aber ein Verschiebedatum gesucht.

«Wirtschaftliche Katastrophe»

Mit dem Entscheid des Bundesrats würden die Veranstaltungen nicht abgesagt, sondern verschoben, sagt auch Christof Zogg, CEO von See Tickets Schweiz (ehemals Starticket). «Die Tickets behalten ihre Gültigkeit.» Im Falle einer endgültigen Absage entscheide der Veranstalter über eine allfällige Rückerstattung. Wirtschaftlich seien die Folgen noch nicht abschätzbar. «Für die Veranstalter sind sie «wohl leider erheblich», sagt Zogg.

Vom Veranstaltungsverbot seien allein in der Samsung Hall in Zürich über 20'000 Konsumenten betroffen, sagt Geschäftsleiterin Anke Stephan. Es sei der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für ein Verbot – allein in der nächsten Woche würden sechs Veranstaltungen ausfallen. «Für uns ist das eine wirtschaftliche Katastrophe.» Dass wegen einer Epidemie in der Schweiz Veranstaltungen abgesagt wurden, sei ein Novum, sagt Stephan. Dass jemand in der Veranstaltungsszene gegen ein solches Ereignis versichert ist, sei deshalb unwahrscheinlich.

Kritik am Bund

«Wir finden den Entscheid nicht verhältnismässig», sagt Stephan. Was sei bei einem Event mit unter 1000 Besuchern anders als bei einem mit über 1000 Besuchern? «Menschen treffen ja auch an anderen Orten aufeinander.» Stephan geht momentan von einem finanziellen Schaden von mehreren 100'000 Franken aus. «Sollte sich das Verbot verlängern, müssten wir mit Millionenverlusten rechnen.»

Wie Bundesrat Alain Berset sagte, sei man sich über die grossen wirtschaftlichen Folgen bewusst. Wie hoch der Schaden für Veranstalter und Unternehmen ist, lasse sich noch nicht abschätzen. «Die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung geht aber vor.»

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