Nur noch weg!: Was passiert mit den Xamax-Spielern?
Aktualisiert

Nur noch weg!Was passiert mit den Xamax-Spielern?

Nach dem Lizenzentzug wollen die Xamax-Spieler weg. Bis auf Sion hüten sich die Super-League-Klubs aber davor, verfrühte Einkäufe zu tätigen. Die Profis könnten bald gratis zu haben sein.

von
als

Xamax gehört nach dem Lizenzentug nicht mehr zur Swiss Football League. Sollte es bis zum 4. Februar nicht zu einer erfolgreichen Berufung kommen, startet die Super League mit nur neun Mannschaften in die Rückrunde. Was mit den Spielern von Neuchâtel Xamax dann passiert, ist zum heutigen Zeitpunkt unklar. Es herrscht allerdings Aufbruchsstimmung.

Xamax hat zwar keine Spiel-

Erlaubnis für die Super League mehr, die restlichen 15 Spieler im Xamax-Kader wurden aber nicht automatisch von ihren vertraglichen Verpflichtungen entbunden. Nur wenn die Spieler neben den November- und Dezember- auch die Januar-Löhne nicht kriegen, wären sie bei drei offenen Monatslöhnen - gemäss der Rechtsprechung der Fifa-Kammer für Vertragsstreitigkeiten - berechtigt, den Arbeitsvertrag per sofort aufzulösen. Als Vertragslose hätten sie jederzeit das Recht, auch ausserhalb von Transferfristen den Verein zu wechseln.

Gemäss «Le Matin» hat der Spieler aber auch das Recht, den Vertrag aufgrund «wichtiger Gründe» («justes motifs») einseitig aufzulösen. Sämtliche Neuenburger können sich demnach schon jetzt auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber machen. Auch Trainer Victor Muñoz.

Sion will Wuethrich, Facchinetti und Basha

Die ersten Interessenten für Xamax-Spieler stehen schon vor der Tür. An den «Überresten» des Super-Ligisten will sich offenbar der FC Sion bedienen. Gleich drei Spieler stehen vor dem Wechsel ins Wallis. Die Transfers von Vullnet Basha, Sébastien Wuethrich und Mickaël Facchinetti sollen in Kürze offiziell werden. Christian Constantin will tief in die Tasche greifen, obwohl er die drei Spieler vielleicht bald «gratis» haben kann.

Auch Xamax' Topskorer Kalu Uche will weg. «Am liebsten würde ich sofort gehen. Ich will unbedingt weg und dies so schnell wie möglich»m sagte der 29-jährige Stürmer gegenüber dem «Blick». Uche bezeichnet den Wechsel nach Neuenburg als grossen Fehler. «Ich hätte nie gedacht, dass es so etwas gibt. Dass Löhne während Monaten nicht bezahlt werden, dass dem Team Punkte abgezogen werden, dass wertvolle Spieler von einem Tag auf den anderen entlassen werden. Es ist ein Irrsinn.»

Xamax-Spieler sind zu teuer

Angeblich sind die Young Boys am nigerianischen Nationalspieler interessiert, YB-CEO Ilja Kaenzig teilte gegenüber dem «Tages-Anzeiger» aber mit, dass der Verein kein Interesse habe. «Von den Spielern, die nun auf der Strasse stehen, kommt für uns keiner in Frage.» Grund dafür sei der zu hohe Preis oder die fehlenden sportlichen Überlegungen. Die Young Boys werden sich hüten, eine Ablöse zu bezahlen, wenn sie den Stürmer am Ende des Monats allenfalls ablösefrei verpflichten können.

Ein Spielervermittler, der keine Xamax-Akteure betreut, sagte: «Viele Klubs wollen profitieren von der Situation und Xamax-Spieler verpflichten. Doch es ist unklar, wie die juristische Situation aussieht.» Die Verträge bei Xamax seien sehr gut dotiert, auch wenn die Löhne nicht bezahlt wurden. «Gerade die ausländischen Spieler müssen auf viel Geld verzichten, wenn sie in der Schweiz bleiben.»

Seferovi noch auf der Suche, Besle neu bei Metz

Vier Spieler, welche bereits zum Auftakt der Rückrundenvorbereitung vor die Tür gestellt wurden, sind schon längerem auf der Suche nach einem Verein. Der Schweizer U17-Weltmeister Haris Seferovi, Captain Stéphane Besle, Javier Arizmendi und Vincent Bikana wurden von Bulat Tschagajew am 4. Januar gefeuert. «Besser jetzt als Ende Januar», sagte Seferovi damals gegenüber 20 Minuten Online. Der 19-jährige Stürmer sollte Recht behalten.

Seferovi, der nach wie vor beim italienischen Traditionsklub AC Florenz unter Vertrag steht, hat noch keinen neuen Arbeitsgeber gefunden. «Ich werde mich sicher weiter fit halten und mich zusammen mit meinem Manager um einen neuen Verein bemühen, damit ich möglichst schnell wieder irgendwo anfangen kann», liess er 20 Minuten Online wissen. Derzeit kursieren Gerüchte, der U17-Weltmeister sei beim Serie-A-Klub Novara Calcio und B-Ligist Padua im Gespräch. Vielleicht bleibt der 19-Jährige aber auch in der Schweiz. Der FC Zürich soll ebenfalls an ihm interessiert sein.

Der ehemalige Captain bei Xamax, Stéphane Besle, ist bereits fündig geworden. Der 27-jährige Franzose unterschrieb beim Zweitligisten FC Metz bis Ende Saison. Der Verteidiger spielte seit 2005 bei Xamax und übernahm im vergangenen Sommer das Captain-Amt von Raphaël Nuzzolo.

Deine Meinung