Aktualisiert 12.01.2016 08:36

Agent von Yaya Touré«Was Pep kann, könnte selbst mein Grossvater»

Der Berater von Manchester-City-Star Yaya Touré poltert gegen Pep Guardiola. Er fürchtet, dass sein Klient unter dem Katalanen keine Rolle mehr spielen wird.

von
kai

Yaya Touré und sein Umfeld brillieren derzeit nicht mit feinem Gespür für Diplomatie. Weil ihn Dortmunds Tormaschine aus Gabun, Pierre-Emerick Aubameyang, bei der Wahl zu Afrikas Fussballer des Jahres erstmals seit 2011 vom Thron gestossen hatte, wetterte der 32-Jährige am Freitag: «Ich bin sehr enttäuscht. Wir favorisieren mehr, was ausserhalb unseres Kontinents passiert ist. Das ist erbärmlich. Es ist eine Schande für Afrika.» Der Mittelfeldspieler hatte gedacht, dass sein Triumph mit der Elfenbeinküste am Afrika-Cup bei der Wahl mehr ins Gewicht fallen würde.

Nun tut sich auch Tourés Agent Dimitri Seluk als ungeschickter Kommunikator hervor, allerdings in einem anderen Kontext. «Pep Guardiola ist ein grosser Trainer. Er hat Titel mit Barcelona und Bayern München gewonnen. Doch in Wahrheit könnte selbst mein Grossvater Titel mit Bayern oder Barça holen», sagt der Russe. «Nehmen wir Luis Enrique: Letzte Saison hat er die Champions League mit Barcelona gewonnen. Ich will nicht sagen, dass er ein schlechter Coach ist, aber was hat er denn mit der AS Roma erreicht? Nichts!», teilt der Berater weiter aus. «Ich würde gerne sehen, dass Pep einen Mittelfeld-Club übernimmt und dessen Spieler zu Champions macht.»

Erneute Flucht vor Guardiola?

Warum das nun ungeschickt ist? Weil der Katalane nächste Saison wohl bei Manchester City anheuern wird. Dort also, wo Touré sein Geld verdient. Die Wege der beiden haben sich schon einmal gekreuzt: bei Barcelona. Die Beziehung war jedoch problematisch, sodass Touré im Sommer 2010 in die Premier League wechselte, obwohl er seine Karriere in Spanien beenden wollte.

«Guardiola ignorierte mich weitgehend, bis das Angebot von City kam. Deshalb zog ich einen Wechsel in Betracht. Er hatte ein Jahr lang nicht mit mir gesprochen», sagte Touré Anfang 2014 im Rückblick. Guardiola war gegenteiliger Meinung und erklärte damals, seine Türen stünden jedem Spieler jederzeit offen. Touré habe selber einen Wechsel forciert, «wir wollten ihn sogar überzeugen, dass er bleibt».

«Pep wird viele Spanier mitbringen»

Nun könnte es bald zum Wiedersehen kommen. Tourés Agent ist in Sorge und sagt: «Ich weiss zwar nicht, was Guardiola plant. Aber nach dem, was in Barcelona passiert ist, befürchten wir natürlich, dass Yaya wieder nur auf der Bank sitzt. Das wollen wir nicht.» Eventuell sähe er sich gar gezwungen, seinem Schützling einen neuen Verein zu suchen, sagt Seluk. «Es gibt immer wieder Anfragen. Yaya liebt den Club, die Fans und die Leute in Manchester. Wenn jedoch Pep kommt, wird er viele Spanier mitbringen und versuchen, aus City das neue Barcelona zu machen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.