Medienkonferenz – «Eine 2G-Regel steht momentan nicht zur Diskussion»

Medienkonferenz«Eine 2G-Regel steht momentan nicht zur Diskussion»

Bundesrat Alain Berset und der oberste Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger traten am Donnerstag vor die Medien.

von
Benedikt Hollenstein

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Donnerstag, 18.11.2021

Zusammenfassung

An der Pressekonferenz vom Donnerstagmittag zeigen sich sowohl Gesundheitsminister Alain Berset als auch der oberste Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger zuversichtlich, dass die aktuelle Pandemielage keine zusätzlichen Massnahmen erfordern wird. Berset weist darauf hin, dass bei über 65-Jährigen Personen innert sechs Monaten nach der Impfung eine Verschlechterung des Schutzes von 90 auf 80 Prozent stattfindet. Darum sei es wichtig, dass sich ältere Personen auch mit einer Booster-Impfung schützen. Generell mache eine Booster-Impfung für alle Personen Sinn.

Weiterhin sei das Wichtigste, eine Überlastung der Spitäler zu verhindern. Eine allgemeine 2G-Pflicht oder gar einen Lockdown für Ungeimpfte wie in Deutschland hält Berset momentan nicht für nötig. Umso wichtiger sei es aber, dass die Impfquote der Bevölkerung weiter zunehme und baldmöglichst eine fast flächendeckende Durchimpfung erreicht werden könne.

Die Pressekonferenz ist beendet

In Kürze findest du hier eine Zusammenfassung.

«Es gibt einen Moment, wo es objektiv nicht mehr geht»

«Dass die Situation ernster wird, wissen wir seit längerer Zeit. Es scheint, dass das Virus auch ziemlich sensibel auf die Jahreszeiten ist. Es erinnert an letztes Jahr, dieses Mal haben wir dank der Impfung aber eine viel höhere Immunisierung in der Bevölkerung. Wir gehen also keinesfalls leichtfertig um mit der Situation, die ganze Bevölkerung ist nach wie vor gefragt.»

Lockdown für Ungeimpfte?

«Wir versuchen, härtere Massnahmen zu verhindern. Seit Beginn der Pandemie verfolgt die Schweiz einen Weg, der für die Bevölkerung ein Optimum ereichen soll», sagt Alain Berset.

«Nicht fixe Grenzwerte, sondern die Dynamik zählt»

Die Frage, ob bestimmte Limits an Erkrankungen oder belegten Intensivbetten bestünden, ab der Verschärfungen eintreten sollten, verneint Berset. Man habe gelernt, dass es wichtiger sei, die Dynamik der Pandemie im Auge zu behalten und notfalls genug früh zu reagieren, als fixe Grenzwerte zu setzen.

2G-Regel aktuell kein Thema

«Eine 2G-Regel steht momentan nicht zur Diskussion. Die Gespräche finden strikt im Rahmen der 3G-Regel statt, die momentan gilt. Einen Systemwechsel möchten wir zurzeit nicht thematisieren», meint Engelberger.

«Die Situationen in den Regionen sind stark unterschiedlich. Darum muss man sich auch fragen: Ist es verhältnismässig, überall zu verschärfen, auch wenn es grosse Unterschiede gibt? Momentan ist alles so organisiert, dass es mit der 3G-Regel funktioniert», ergänzt Berset.

Wenige Todesfälle dank Impfung

«Wir haben im Moment sehr wenige Todesfälle. Wir merken auch, dass die Impfung sehr gut schützt. Das wäre vielleicht nochmal der richtige Moment für die Leute, die den Schritt noch nicht gewagt haben. Noch einmal: Die Impfung schützt zu 90 Prozent vor schweren Verläufen und davon muss man Gebrauch machen», sagt der Gesundheitsminister.

Warum werden jetzt keine Massnahmen ergriffen wie in Deutschland?

Berset: «Wir leben seit bald 21 Monaten in ungewissen Zeiten. Momentan beobachten wir einen Anstieg der Fallzahlen, der aber keine Explosion ist. Zur Erinnerung: Wir hatten auch schon Phasen, in denen sich die Fallzahlen innert vier Tagen verdoppelt haben. Jetzt sind wir bei zwei Wochen. Das kann sich aber rasch ändern, und dann würden natürlich auch neue Massnahmen getroffen.»

Auffrischimpfung für Risikopersonen

Der oberste Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger erinnert daran, dass alle Personen über 65 Jahre dazu aufgerufen sind, sich einen Termin für die Booster-Impfung zu sichern. Dies werde auch in grosser Zahl gemacht.

Spitalüberlastung muss verhindert werden können

«Unser Ziel ist weiterhin, eine Überlastung der Spitäler zu verhindern. Man muss hier nochmals erwähnen: Das Virus ist hochansteckend, früher oder später kommen wir alle mit ihm in Kontakt. Darum sind – jetzt, wo mit dem Winter wieder kältere Temperaturen erwartet werden – die Hygienemassnahmen besonders wichtig», so Berset.

Schutz der Impfung sinkt nach 6 Monaten um 10 Prozent

«Der Schutz vor einer schweren Erkrankung durch die Impfung sinkt bei Personen über 65 Jahren nach sechs Monaten von 90 auf 80 Prozent. Deshalb sind die Auffrischimpfungen so wichtig, mit denen einige Kantone schon begonnen haben.»

Erstimpfungen sind Priorität

«Weiterhin sind Erstimpfungen enorm wichtig. Während der Impfwoche wurden 35'000 Erstimpfungen verabreicht. Trotzdem reicht die momentane Durchimpfung noch nicht für eine Öffnung», sagt Gesundheitsminister Alain Berset.

Anteil der Ungeimpften noch zu gross

Der Anteil der ungeimpften Nichtimmunisierten sei weiterhin zu hoch. Vor allem in Regionen mit einer tiefen Impfquote liessen sich höhere Infektionszahlen beobachten. Konkrete zusätzliche Massnahmen sind laut Alain Berset zurzeit allerdings nicht geplant.

Die Pressekonferenz beginnt

Berset eröffnet die Pressekonferenz: «Wir haben generell steigende Fallzahlen, vor allem in der Deutschschweiz. Auch die Spitaleintritte und die Anzahl an Patienten und Patientinnen auf den Intensivstationen nimmt wieder leicht zu. Es gibt aber auch positive Nachrichten: Es stecken sich vermehrt jüngere Leute an, bei denen ein schwerer Verlauf selten ist.

Medienkonferenz

Im Anschluss an das Treffen findet eine Medienkonferenz statt. Die Medienkonferenz ist auf 12.15 Uhr angesetzt. 20 Minuten berichtet live.

Treffen in Bern

Bundesrat Alain Berset, Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Kantone treffen sich am Donnerstag in Bern. Sie diskutieren den Stand der Impfung und besprechen das weitere Vorgehen bei der Bekämpfung des Coronavirus.

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