Medienkonferenz - «Das Covid-19-Zertifikat wird bis im Sommer stehen»

Medienkonferenz«Das Covid-19-Zertifikat wird bis im Sommer stehen»

Das Bundesamt für Gesundheit lädt wieder zur Medienkonferenz ein. Ein grosses Thema wird das neu angekündigte Covid19-Zertifikat sein. Verfolgen Sie die Medienkonferenz ab 14 Uhr live im Ticker und im Stream.

von
Reto Heimann
Das sind die 5 wichtigsten Aussagen vom BAG

Die Expertinnen und Experten des BAG haben am Dienstagnachmittag über die aktuelle Corona-Situation informiert. Thema waren des Corona-Impfpass und die Selbsttests, welche ab 7. April erhältlich sein werden.

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Dienstag, 30.03.2021

Medienkonferenz beendet

Damit ist die Medienkonferenz beendet. Wir danken für das Interesse. Die nächste Medienkonferenz auf Fachebene steigt am Dienstag, 6. April 2021 um 14 Uhr. 20 Minuten wird live berichten.

Ausblick: Was passiert mit zukünftigen Mutationen?

Mathys: «Mutationen werde aufgeben, das liegt in der Natur des Virus. Je mehr Viren zirkulieren, desto eher mutieren sie. Genau darum haben wir ein Interesse, die Infektionen weltweit tief zu drücken.» Leider besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass dabei Mutationen auftreten, gegen die unsere Impfungen nichts nützen. Aber: «Wir bekommen Lieferungen von mRNA-Impfstoffe, die dann schon angepasst sind. Das geht bei mRNA-Impfstoffen besonders schnell. Das aber ist kein Ausblick, sondern Spekulation», sagt Mathys.

Muss man nochmals verschärfen?

Mathys: «Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es ist nicht zu bestreiten, dass die Zahlen sich in die falsche Richtung entwickeln. Die Situation ist fragil, es ist schwierig abzuschätzen, wie sich das ganze entwickelt.» Man hoffe, dass das Testen und Impfen bei der Eindämmung hilft, aber: «Das sind leider momentan reine Hoffnungen.»

Was empfehlen Sie den Menschen, die einen Selbsttest im Ausland erworben haben?

Ruggli: «Sicher nicht wegwerfen. Jeder Test, der eine Infektion anzeigen kann, ist hilfreich. Es gilt, was Herr Mathys gesagt hat: Ein negativer Test befreit nicht vor Corona-Massnahmen.»

Mathys: «Die Schweiz hat Corona-Selbsttests zugelassen, die eine gewisse Qualität. Für die Tests, die Sie selbst im Ausland erwerben, haften Sie alleine – gut möglich, dass diese gar nichts nützen. Wir raten von einem solchen Kauf ab.»

Wie funktioniert das mit den Selbsttest in den Apotheken?

Ruggli: «Wir wissen, dass die Selbsttest nicht ganz genau gleich sensitiv sind, deshalb bezeichnen wir sie ja auch nur als Ergänzung. Aber wenn wir es schaffen, die ansteckendsten Personen mit der höchsten Virenlast damit zu erreichen, ist schon viel gewonnen», sagt Ruggli.

Übertragen die Kinder das Virus? Die Varianten?

Hauri: «Aus der Erfahrung wissen wir, dass es zu mehr Übertragungen in der Schule und bei den Kindern gekommen ist.» Häufig seien das Koinzidenzen, sagt Hauri. Zweitens: «Wir testen viel mehr in den Schulen und damit entdecken wir Fälle, die wir vorhin nicht entdeckt haben.» Es sei nicht so problematisch, dass man die Schulen als Hotspots bezeichnen könnte.

Mathys: «Treibend sind nach wie vor die jüngere, mobile Generation. 40 Prozent davon sollen geimpft werden, das ist die zweite Säule unserer Impfstrategie.»

Warum gibt es keine Spucktests in der Schweiz?

Gattoni, BAG: «Wir haben noch keine Validierungen dazu, sodass wir diese zulassen könnten. Die Hersteller müssten uns beweisen, dass die Sensitivität wissenschaftlich bestätigt ist.»

Wird die Impfkampagne beschleunigt durch die besseren Lagerungsbedingungen?

Kantonsarzt Hauri: «Ja, das ist der Fall, wenn das wirklich so kommt.»

Macht man den genau gleichen Fehler wie mit China?

Mathys: «Ich hoffe es nicht. Aber es macht schlicht keinen Sinn, dass die Schweiz alleine vorprescht. Im Moment gibt es keine Überlegungen die Grenzen gegenüber Brasilien zu schliessen.»

Warum fliegen immer noch Flugzeuge nach Brasilien?

Mathys: «Brasilien ist immer noch ein Hochrisikoland. Das Abschneiden von Brasilien würde nur im Zusammenspiel mit ganz Europa Sinn machen. Denn viele Flüge nach Brasilien gehen über Portugal. Die Variante ist besorgniserregend, Brasilien steht vor dem Kollaps. Es ist eine Variante, die das Immunsystem umgehen kann, zum Glück haben wir bis jetzt nur sieben Fälle in der Schweiz.» Mathys schliesst nicht aus, dass die Schweiz die Massnahmen gegenüber Brasilien verschärfe.

Erhoffen Sie sich von der Selbsttest einen Effekt auf die dritte Welle?

Mathys: «Natürlich und das gilt für die ganze Teststrategie des Bundes. Die Impfungen und das Testen sind der Schlüssel zur Pandemiebewältigung.»

Wo sind die fehlenden Moderna-Dosen?

Ein Journalist rechnet vor, dass die Schweiz schon 500'000 Dosen Impfstoff von Moderna hätte erhalten sollen. Was sei mit dem geschehen. Mathys hat keine Antwort: «Ich gebe Ihnen lieber später eine vernünftige Antwort als jetzt zu spekulieren.»

Wie kontrolliert man, dass jeder nur fünf Selbttests bekommt?

Ruggli: «Wir werden die Leute darüber informieren, dass sie nur fünf Gratistests zugute haben. Wir hoffen, dass die Leute sich solidarisch verhalten. Über die Krankenkassenkarte können wir nachvollziehen, ob eine Person ihre Ration schon bezogen hat», sagt Ruggli. Sie seien daran, dieses System vorzubereiten. Sollte das nicht mit allen Krankenkassen funktionieren, funktioniere es nach dem Prinzip Vertrauen.

Fosca Gattoni stv. Leiterin Sektion Heilmittelrecht, Bundesamt für Gesundheit BAG, fügt an: «Das System steht. Und es funktioniert»

Impfpass und Festivals: Wann kommt der Impfpass?

Mathys: «Ich kann keinen genauen Zeitpunkt nennen. Das Covid-19-Zertifikat wird aber bis im Sommer stehen», sagt BAG-Mathys.

Entwickelt die Schweiz einen eigenen Impfpass?

Nassima Mehira, die das Covid-19-Zertifikat mitleitet: «Es ist ein sowohl als auch. Wir entwickeln unsere Lösung und orientieren uns an den Entwicklungen in den Nachbarländern, damit diese dann kompatibel ist. Es ist nicht so, dass es eine einzige Lösung geben wird»

Man evaluiere die verschiedenen Plattformen und entscheide sich dann für die beste Lösung, die international kompatibel sei, so Mehira auf Nachfrage.

Ist es wirklich sinnlos, sich jetzt testen zu lassen für Ostern?

Mathys: «Es macht Sinn einen Test zu machen, ganz grundsätzlich. Aber wenn das Ergebnis älter als 24 Stunden alt ist, müssen Sie sich genau gleich verhalten, als hätten Sie keinen gemacht. Deshalb habe ich das Wort "sinnlos" gebraucht», erklärt Mathys. Ein Corona-Test sei immer nur eine Momentaufnahme, betont Mathys mit Nachdruck.

Fragerunde

Die Journalisten dürfen Fragen stellen.

«Trödelkantone sind bereit»

Impfungen: «Auch in den als Trödelkantonen bezeichneten Kantonen stehen die Impfkapazitäten bereit. Es können 100'000 Dosen täglich verabreicht werden», sagt Hauri und schliesst damit seine Ausführungen.

Positives Fazit zu Massentests in Schulen

Es spricht Rudolf Hauri, oberster Kantonsarzt in der Schweiz. Er spricht über die Massentests: «Der Aufwand dafür ist enorm. Sie lohnen sich aber. Es lässt sich sagen, dass sich Reihentests an Schulen jederzeit lohnen. Geeignet sind PCR- und Antigentests», sagt Hauri.

Ein Dank an die Apothekerinnen

Martine Ruggli bedankt sich bei allen Apothekerinnen und Apotheker im Lande. Seit der ersten Welle seien sie rund um die Uhr bei der Bewältigung der Pandemie engagiert. «Es zeigt sich, wie wichtig die Apotheken im Gesundheitssystem unseres Landes sind», sagt Ruggli und hat damit geschlossen.