Medienkonferenz Coronavirus - «Die schlimmste Krise an der Gesundheitsfront seit 100 Jahren»

Medienkonferenz Coronavirus«Die schlimmste Krise an der Gesundheitsfront seit 100 Jahren»

Alain Berset hat über die neuesten Entscheide des Bundesrats zum Coronavirus informiert. 20 Minuten berichtete live im Stream und im Ticker.

von
Newsdesk

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Freitag, 17.09.2021

Zusammenfassung

Bundesrat Alain Berset hat folgende Aussagen gemacht:

  • «Die Lage an der Infektionsfront hat sich etwas beruhigt.»

  • Wo es regelmässige Tests gebe, entspanne sich die Lage am meisten.

  • Die Intensivstationen seien zu 79 Prozent ausgelastet.

  • 31 Prozent der Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen hätten das Coronavirus.

  • Personen, die sich im Ausland angesteckt haben könnten, müssen sich nun bei der Einreise in die Schweiz testen lassen.

  • Wer ein 3G-Zertifikat habe, müsse allerdings keinen Test machen.

  • Ausnahmen gebe es für Transitpassiere, für den Warenverkehr und für Personen aus der Grenzregion.

  • Der Bundesrat ermögliche nun Covid-Zertifikate für im Ausland Geimpfte.

  • Alle regelmässigen Tests in den Schulen finanziere weiterhin der Bund.

  • Die Impfquote sei in der Schweiz auf rund 53 Prozent.

  • Auch Dänemark, Belgien und Grossbritannien beschlossen laut Berset ähnliche Einreiseregeln wie die Schweiz.

  • «Es ist nicht mehr die Aufgabe der Allgemeinheit, die Testkosten der Umgeimpften zu übernehmen.»

  • Für Personen, die aus grenznahen Gebieten aus dem Ausland einreisen, gebe es Ausnahmen, sagt Berset.

  • In Deutschland seien das zum Beispiel Baden-Württemberg und Bayern, in Österreich Tirol.

  • Alle grenznahen Gebiete hätten eine höhere Impfquote als die Schweiz.

  • Alle Grenzübergänge bleiben offen.

Medienkonferenz beendet

Die Pressekonferenz ist fertig, der Liveticker beendet. In Kürze folgt hier noch eine Zusammenfassung.

Keine Ausnahmen zum Start

«Das Strafrecht kennt keine mildere Praxis in der Anfangsphase», sagt Gerber. Er gehe aber davon aus, dass es einen reibungslosen Übergang gebe.

Schnelle Veränderungen in der Pandemie

Die Situation ändere sich in einer Pandemie schnell, sagt Bundesrat Berset. Darum brauche es immer wieder neue Konsultationen mit dem Parlament, den Wirschaftsverbänden und den Sozialpartnern.

Warum zwei Tests?

«Um die Sicherheit zu erhöhen», sagt Berset.

Kantone in der Pflcht

«Die Kantone haben ein hohes Interesse daran, dass es schnell und gut geht», sagt Berset. Sie seien nun in der Pflicht, die Einreisebestimmungen richtig umzusetzen. Schliesslich seien die Kantone ja auch interessiert am Tourismus.

Negativer Test und Green Pass - was nun?

«Wenn man in die Schweiz einreisen will, müssen Ungeimpfte und Nicht-Genesene einen Test vorweisen», sagt Berset. Das werde ja auch im Flugverkehr so gehandhabt. Das ändere sich auch nicht, wenn jemand einen Green Pass habe.

Die Schweiz als «grüne Zone»

«Es gibt eine ganz grosse grüne Zone – die Schweiz», erklärt Bock. Er betont nochmals, dass es für die Einreise nicht wichtig sei, wo man in der Schweiz wohne.

Weshalb müssen Geimpfte das Einreiseformular ausfüllen?

«Damit man sieht, wer von den Einreisenden der Testpflicht unterliegt», sagt Michael Gerber, Leiter Abteilung Recht beim Bundesamt für Gesundheit.

Wie kontrolliert der Zoll?

«Wir schauen auf viele Dinge», sagt Bock. Zum Beispiel auf das Kontrollschild auf den Autos. Mit dem zur Verfügung stehenden Personal versuche man dort zu kontrollieren, wo es die grössten Risiken gebe.

Alle Grenzübergänge bleiben offen

«Wir nehmen risikoorientierte Kontrollen vor», sagt Christian Bock, Direktor der Eidg. Zollverwaltung. Es werde aber keine systematische Kontrollen geben und alle Grenzübergänge seien weiter offen, so Bock.

Wird der soziale Druck auf den Bundesrat weiter zunehmen?

«Das ist die schlimmste Krise an der Gesundheitsfront, die wir seit 100 Jahren erlebt haben», sagt Berset. Die Schweiz mache gerade eine schwierige Zeit durch. Man müsse die Krise nun gemeinsam überwinden. «Wir wollen das Beste für unsere Bevölkerung und unser Land machen – unabhängig vom Druck von Aussen», sagt Berset.

Was ist mit russischen und chinesischen Impfstoffen?

Was ist mit russischen und chinesischen Impfstoffen, die nicht auf der WHO-Liste sind? Es gebe immer mehr Drittländer, die eine gegenseitige Anerkennung der Impfstoffe mit der EU vereinbart hätten. Das könne auch die Schweiz machen, sagt Berset.

Bund kauft weitere Impfstoffe

«Wir sind daran, den Janssen-Impfstoff von Johnson & Johnson zu beschaffen», sagt Berset.

Shoppen im Ausland

«Die gesamt Schweiz wird beim Einkaufen im Ausland gleich behandelt», sagt Christian Bock, Direktor der Eidg. Zollverwaltung. Wo man in der Schweiz wohne, spiele bei der Einreise keine Rolle.

Höhere Impfquote in den grenznahen Gebieten

Man orientiere sich nicht an der Distanz von der Schweiz in Kilometern, sondern habe ganze Regionen für Ausnahmen definiert, sagt Berset. Alle grenznahen Gebiete hätten eine höhere Impfquote als die Schweiz, so der Bundesrat. Auch das, habe beim Entscheid eine Rolle gespielt.

Ausnahmen bei der Einreise

Für Personen, die aus grenznahen Gebieten aus dem Ausland einreisen, gebe es Ausnahmen, sagt Berset. In Deutschland seien das zum Beispiel Baden-Württemberg und Bayern, in Österreich das Tirol.

Berset will die Test-Kosten nicht auf Allgemeinheit abwälzen

«Den Entscheid mit den kostenpflichtigen Tests haben wir uns gründlich angeschaut», sagt Berset. Es könne nicht sein, dass die Allgemeinheit die Kosten für diese Tests tragen müsse. «Ich habe die Zahlen nicht mehr genau im Kopf, aber es waren viele hundert Millionen Franken.»

Berset zu den Universitäten

«Ich habe den Kantonen bereits Anfang Juli gesagt, dass man in den Schulen Tests machen könnte», sagt Berset. Damals seien die Reaktionen darauf negativ gewesen. Nun hätten die Universitäten und Hochschulen gelernt, mit dem Virus umzugehen.

Kein Kommentar zur «Berset-Affäre»

Zur «Berset-Affäre» will sich Berset nicht äussern.

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