Murat Yakin scherzt bei seiner Vorstellung zum Nati-Trainer

Murat Yakin scherzt«Hätte mir nie erträumt, dass Muri in Muri einen Vertrag unterschreibt»

Die Katze ist aus dem Sack. Murat Yakin wird der neue Nati-Coach. Am Montagnachmittag wurde der 49-fache Nationalspieler vorgestellt. Yakin zeigte sich bestens aufgelegt.

von
Sven Forster

«Habemus Coach» – mit diesen Worten startete SVF-Präsident Dominique Blanc in die erste offizielle Pressekonferenz mit dem neuen Nati-Trainer Murat Yakin. Für Blanc ist klar, dass die Wahl schnell verlief, aber ohne etwas zu überstürzen. Für den Schweizerischen Fussballverband war Swissness ein sehr wichtiger Faktor. Yakin stehe für «echte Schweizer Werte und ist modern und couragiert», so Blanc. Er wolle ausserdem den Spielstil der Nati beibehalten.

Pierluigi Tami äusserte sich an der PK ebenfalls zur Trainersuche. Für ihn war klar, dass der neue Trainer zum Profil der Mannschaft passen muss. Man habe also nicht nach Namen gesucht, sondern nach Profilen. Der Nati-Direktor: «Es ging um Kompetenz, Erfahrung, Identifikation mit dem Team, Verband, Fans und Land.» Es gab im Anschluss eine Liste mit Namen, die zu Gesprächen eingeladen wurden. Danach erstellte der Verband eine Rangliste. Tami: «Wir haben nun diejenigen hier, von dem wir glauben, dass es der Richtige ist.»

Yakin zum Scherzen aufgelegt

Murat Yakin zeigte sich an seiner ersten PK als Nati-Trainer gut aufgelegt. «Ich freue mich sehr, heute hier zu sein, Teil der Nati zu sein, die grossen Erfolg an der EM feiern durfte.» Auch ein Wortspiel konnte sich der neue Nati-Coach bei der Präsentation in Muri (BE) nicht entgehen lassen. «Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass Muri mal einen Vertrag in Muri unterzeichnen wird.» Er sei sehr stolz, sein Land vertreten zu dürfen und wolle an die Erfolge von Petkovic anknüpfen. Auch einzelne Spieler hätten sich schon bei ihm gemeldet.

Der 46-Jährige hat vor, mit seinem Vorgänger noch zu sprechen und auch Tipps einzuholen. Er gab an, dass bereits vor sieben Jahren mal kurz ein Kontakt mit dem SFV bestand. «Damals waren aber die Ergebnisse von Petkovic besser», der 46-Jährige.

Über den Anruf von Tami sei er erstaunt gewesen – besonders als Trainer in der Challenge League. «Ich war überrascht und glücklich, dass ich zu einem Gespräch eingeladen wurde», verrät Yakin. Nun geht es an die ersten Schritte. Am Dienstag wird es zu Gesprächen mit dem bisherigen Staff kommen, dort kann es auch Änderungen geben.

Sollte sich Yakin für die WM qualifizieren, wird sein Vertrag automatisch für die EM-Kampagne 2024 verlängert. Tami: «Wir reden nicht über einen dritten Platz. Wir müssen Ende Jahr Erster oder Zweiter sein.»

Die gesamte PK kannst du weiter unten nachlesen!

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Montag, 09.08.2021

Das war es von der PK.

In Kürze folgt hier eine ausführliche Zusammenfassung.

Siehst du in der WM-Quali die Schweiz als Favoriten?

«Ich bin ein Siegertyp und will das der Nati auch vermitteln. Es gibt ja nichts schöneres als ein Heimspiel vor ausverkauftem Haus. In dem besonderen Spiel gegen Italien können wir mitziehen. Die Kampagne ist noch lange.»

Hast du auch vor Super-League-Spiele im Stadion zu sehen?

«Mich interessiert die Taktik und das geht nur im Stadion. Deshalb freue ich mich auf diese Hauptaufgabe.»

Wie hat Schaffhausen auf die News reagiert?

«Für einige Spieler war es nicht zum ersten Mal der Fall, dass ich Schaffhausen verlassen habe. Offiziell wurde es ja erst heute Morgen. Ich habe den Spielern einfach gesagt, dass die Chance besteht.»

War Yakin eine Wahl aus der Not, nach der Absage von grossen Namen?

«Das ist nicht der Fall», so Tami. Er spricht erneut von der Liste. Es gab am Ende aber eine sehr kurze Liste, in der die Schweizer Identität sehr wichtig war. «Ich bin sicher, wir haben den Richtigen.»

Wo und wie hast du den EM-Achtelfinal erlebt? Und mit welchen Spielern hattest du schon Kontakt?

«Ich habe mir alle Spiele zu Hause angeschaut. So konnte ich mich auf das Spiel konzentrieren. Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, welche Spieler sich bei mir gemeldet haben. Ich hatte einfach Freude», so Yakin.

Sollte die Quali verpasst werden, endet der Vertrag?

Tami: «Im Fall, dass wir uns für die WM in Katar qualifizieren, wird der Vertrag automatisch für die EM-Kampagne verlängert. Wir reden nicht über einen dritten Platz. Wir müssen Erster oder Zweiter sein Ende Jahr.»

Wie viele Wechsel wird es im Staff geben?

Tami: «Petkovic und seine Assistenten sind nach Bordeaux gegangen. Wir werden morgen diskutieren.»

Wie sieht der Staff aus?

«Das ist für morgen geplant. Wir treffen am Dienstag wichtige Staff-Leute, damit wir die Besetzung bald kommunizieren können.»

Ist der Antritt nach so einer Euro schwieriger?

«Es ist Sport, da kann man den Antritt nicht wählen. Am Schluss spielen wir Fussball. Wir wollen den Schwung mitnehmen. Ich werde Freude vermitteln.»

Wie hat Vlado das Team vorwärts gebracht?

«Es ist eine lange Zeit. Viele Spieler haben einen grossen Sprung gemacht.»

Welche Tipps könnte Petkovic dir geben?

«Mich interessiert vor allem das Sportliche. Die Entscheidungen, die er in Sachen Spielerwahl im Hinblick auf die gegnerischen Aufstellungen trifft.»

Wie sieht deine Spielidee aus?

«Nicht gross anders als von Petkovic. Er hat einen organisierten Fussball gespielt. In der kurzen Zeit muss man auch nicht viel verändern. Ich werde aus den einzelnen Spielern individuelle taktische Fähigkeiten herauskitzeln. Am Ende müssen sich die Spieler wohlfühlen.»

Was müssen Sie jetzt konkret anpacken?

«Wir werden morgen mit dem Staff ein Meeting haben. Die Selektion muss bis Ende Woche passieren. Es werden auch Gespräche mit den Spielern folgen.»

Wie denkst du über das Ende in Basel rückblickend nach?

«Ich habe meine Leistung mit dem Team gezeigt. Es war eine schöne Zeit. Ich denke, irgendwann muss man akzeptieren, dass gewisse Entscheidungen getroffen worden sind. Es ist aber Vergangenheit.» Und: «Jetzt freue ich mich auf die neue Aufgabe. In Schaffhausen hingegen gab es vor allem soziale Aspekte. Da habe ich teils Sozialarbeit geleistet, auch bei GC und Sion...»

Was qualifiziert dich aus deiner Sicht?

«Es ist eine Frage, die ich sehr ungern beantworte. Das überlasse ich anderen», so Yakin.

Wie hast du auf den Anruf reagiert?

Yakin: «Ich muss ehrlich sagen, dass ich überrascht war, aber auch glücklich, dass ich zu den Kandidaten zählte. Es war ein offenes Gespräch. Darin habe ich gespürt, dass ich die Mannschaft kenne und eine grosse Chance drin liegt.»

Hast du nie davon geträumt Nati-Trainer zu sein?

Es geht los mit den Fragen:

Yakin: «Es gab vor sieben Jahren einen kurzen Kontakt mit dem SFV. Die Erfolge von Vlado waren damals aber besser. Klar: Als ich in der Challenge League war, kam schon die Frage, ob ich überhaupt nochmals Trainer werden kann. Nach Basel folgten mit Spartak und Schaffhausen sportliche Rückschritte, aber menschlich hat mich das weitergebracht.»

Yakin mit dem Wortspiel

Wir haben auf das Wortspiel verzichtet, Murat Yakin übernimmt es. «Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass Muri einen Vertrag in Muri unterzeichnen wird.»

Wenig Zeit

«Ich denke, ich kann die Mannschaft mit meinen Kenntnissen zu grossem Erfolg führen. Ich habe wenig Zeit.» Yakin erklärt, dass er auch nochmals mit Petkovic sprechen wird.

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