Aktualisiert 28.07.2016 15:52

Sparen oder ausgeben?Was Sie mit zusätzlichen 1000 Franken tun sollten

Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen 1000 Franken im Lotto oder erhalten vom Chef eine Sonderprämie. Was sollten Sie mit dem Geld tun? Fünf Szenarien.

von
kwo/lin
1 / 41
Was sollte man tun, wen man einen Bonus von 1000 Franken erhält bei der Arbeit? Es gibt verschiedene Möglichkeiten ...

Was sollte man tun, wen man einen Bonus von 1000 Franken erhält bei der Arbeit? Es gibt verschiedene Möglichkeiten ...

Keystone/Martin Ruetschi
... zum Beispiel, das Geld in der nächsten Bar zusammen mit Freunden sofort wieder auszugeben.

... zum Beispiel, das Geld in der nächsten Bar zusammen mit Freunden sofort wieder auszugeben.

Keystone/Laurent Gillieron
Wer nicht weiss, was mit dem Geld tun, kann es auch einfach auf seinem Bankkonto als «eiserne Reserve» für Notfälle lassen: Eine Filiale der UBS in Zürich.

Wer nicht weiss, was mit dem Geld tun, kann es auch einfach auf seinem Bankkonto als «eiserne Reserve» für Notfälle lassen: Eine Filiale der UBS in Zürich.

Keystone/Walter Bieri

Manchmal kommt das Glück unverhofft: Bei einer Lotterie gewinnt man Geld, der Chef verkündet die Auszahlung einer Sonderprämie oder man erbt vom Urgrossonkel unverhofft 1000 Schweizer Franken. Was sollte man mit diesem Geld tun? Sollte man lieber sparen oder es sofort wieder ausgeben? Experten geben Auskunft zu fünf möglichen Szenarien.

• Sofort ausgeben

1000 Franken lassen sich leicht verprassen. Ein iPhone 6s Plus, eine Alma-BB-Handtasche von Louis Vuitton oder ein Ultra-HD-Fernseher von Samsung mit 43-Zoll-Bildschirmdiagonale kosten je rund 1000 Franken. Wer unverhofftes Geld unbedingt loswerden möchte, sollte aber darüber nachdenken, das Geld besser für ein Erlebnis auszugeben als für materielle Güter. In verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten konnte aufgezeigt werden, dass die Zufriedenheit, die durch den Kauf von materiellen Gütern entsteht, schneller wieder verschwindet als bei Erlebnissen.

• Die eiserne Reserve erhöhen

Steuern, Zahnarztbesuch oder eine Reparatur am Auto: Eine unverhoffte Ausgabe ist meist wahrscheinlicher, als unerwartet Geld zu erhalten. «Wir erleben sehr oft, dass Leute von einer grösseren Rechnung überrascht werden», sagt Martin Abele, Leiter Fachstelle Schuldenberatung bei Caritas Schweiz. Da die Verlockungen der Konsumgesellschaft sehr gross seien, bereite eine langfristige Finanzplanung vielen Mühe. Wer die 1000 Franken also zur Seite legt, ist für die nächste finanzielle Überraschung etwas besser gewappnet.

• Aktien kaufen

Geld anlegen macht dann Sinn, wenn man es nicht direkt für den Lebensunterhalt benötigt. Finanzmonitor.com empfiehlt Personen mit regelmässigem Einkommen genug Geld für die Ausgaben von zwei bis sechs Monaten auf dem Konto zu haben. Wer pro Monat 2500 Franken Fixkosten hat, sollte im Idealfall also 5000 bis 12'500 Franken an Erspartem besitzen. Eine einmalige Einnahme von 1000 Franken sollte man also eher auf dem Sparkonto belassen, statt sie in Aktien zu investieren.

Roger Fromm, Geschäftsführer des Anlageportals Investory, bestätigt, dass 1000 Franken für die Börse zu wenig seien. Damit lasse sich keine seriöse Investition tätigen: «Ab 20'000 Franken kann man an der Börse investieren, noch besser ab 50'000.» Joachim Tillessen von der Fachhochschule Nordwestschweiz ergänzt: «Wer gerne zockt, findet mit dem Einsatz an der Börse sein Vergnügen, erzielt aber wohl keinen Nutzen, denn die Bank gewinnt immer.»

• Weiterbildung

Über fünf Milliarden Franken geben Schweizer laut dem «Beobachter» jährlich für Weiterbildungen aus. Ob Sprach- oder Manage­mentkurs: Vieles lässt sich sogar mit einem Diplom abschlies­sen. Wann eine Weiterbildung sinnvoll ist – und ob sie mit 1000 Franken überhaupt finanziert werden kann – ist von Situation zu Situation unterschiedlich. Wichtig ist laut dem Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB) bei der Wahl des Kurses auf dessen Qualität zu achten.

• Gebundene Vorsorge

Die private Vorsorge mit einem Säule-3a-Konto bietet viele Vorteile. So sind die Zinsen meist höher als auf normalen Sparkonten. Ausserdem darf das Geld von den Steuern abgezogen werden und die Zinserträge sind von der Einkommens- und Vermögenssteuer befreit. Wer 1000 Franken gewinnt und bereits ein solches Konto unterhält, für den kann es sich also lohnen, das Geld dort einzubezahlen. Für Angestellte liegt der Maximalbetrag für die Säule 3a 2016 bei 6768 Franken. Doch Vorsicht: Das Geld in solchen Konten ist gebunden und kann nicht einfach so wieder abgehoben werden.

Hohe Sparquote

KWO

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.