Aktualisiert 22.04.2011 09:24

Japan-KatastropheWas sind die Folgen für den Motorrad-Zirkus?

Der GP von Japan musste nach der Erdbebenkatastrophe abgesagt werden. Kein anderer internationaler Sport ist so von Japan abhängig wie die Motorrad-WM. Wie fatal ist das?

von
Klaus Zaugg
Der GP von Japan, der an diesem Wochenende hätte stattfinden sollen, musste abgesagt werden. (Bild: Keysotne)

Der GP von Japan, der an diesem Wochenende hätte stattfinden sollen, musste abgesagt werden. (Bild: Keysotne)

Die Einheitsreifen (Bridgestone) der MotoGP-Klasse werden in Japan hergestellt. Honda liefert die Einheitsmotoren für die Moto2-Bikes. Drei der vier MotoGP-Werkteams (Yamaha, Honda, Suzuki, Ducati) haben ihre Zentrale in Japan. Die Frage ist also, welche Auswirkungen die Erdbeben-Katastrophe hat.

Der GP von Japan hätte an diesem Wochenende stattfinden sollen und ist vorerst auf den 2. Oktober verschoben worden. Die Fachzeitschrift «Speedweek» ist der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen das zerstörerische Erdbeben, der Tsunami und die radioaktive Strahlung auf den GP-Zirkus haben.

Alles läuft nach Plan

Die Erkenntnis: Praktisch keine. Bridgestone hat bereits genügend Reifen für die nächsten sechs Rennen hergestellt und verladen: Die Frachtschiffe sind bereits auf dem Weg nach Europa.

Die Honda-Motoren für die Moto2-Klasse werden nicht in Japan gewartet. Sondern von der Firma Geo Technology in der Schweiz, im waadtländischen Roche. Auch da: Keine Probleme.

Die Manager der MotoGP-Werkteams von Honda, Yamaha und Suzuki erklärten gegenüber «Speedweek» übereinstimmend, dass es keine Engpässe bei der Lieferung von Ersatzteilen gibt.

Tests der 1000-er Bikes verzögern sich

Die einzige praktische Auswirkung ist die Verzögerung der Entwicklung der neuen 1000er-Bikes. Diese Saison wird die MotoGP-Klasse zum letzten Mal auf 800er-Viertaktern ausgefahren. Ab nächster Saison werden die neuen 1000er-Viertakter eingesetzt. Die Ingenieure in Japan sind daran, diese neuen Boliden zu entwickeln. Erste Tests sind etwa bei Yamaha nach dem GP von Italien am 5. Juli in Mugello geplant. Diese Tests könnten sich etwas verzögern.

Die Auswirkungen der Katastrophe auf den GP-Zirkus sind also geringfügig. Die Japaner setzten alles daran, dass die Dinge ihren gewohnten Lauf nehmen. Ob allerdings der GP von Japan am 2. Oktober nachgeholt werden kann, bleibt offen. Weil die Rennstrecke in Motegi im Norden von Tokyo - rund 200 Kilometer Luftlinie vom havarierten Atomkraftwerk entfernt - durch das Erdbeben beschädigt worden ist.

Der nächste GP wird am 1. Mai in Estoril (Portugal) ausgefahren.

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