Der Sion-Code: Was Sions Spieler nicht dürfen
Aktualisiert

Der Sion-CodeWas Sions Spieler nicht dürfen

Das «interne» Klub-Reglement des FC Sion umfasst 20 Artikel und ist sechs A4-Seiten stark. Auch präsidiale Willkür hat Platz.

Nur wenn alles geregelt ist, funktionierts. Das glaubt zumindest Christian Constantin.

Nur wenn alles geregelt ist, funktionierts. Das glaubt zumindest Christian Constantin.

Der Zeitung «Le Matin» gewährte Sions Präsident Christian Constantin einen Einblick in die «Hausordnung». «Das bleierne Regime des FC Sion» titelte die Westschweizer Boulevard-Zeitung.

Im Bereich Ernährung macht der Klub seinen Professionals rigorose Vorschriften. Genussmittel mit Tabak oder Alkohol sind nicht erlaubt. Im Detail: «Jeglicher Konsum von Substanzen, welche die Gesundheit oder die sportlichen Leistungen beeinträchtigen, ist verboten.»

Constantin kann Regeln auslegen

Raum zur (willkürlichen) Auslegung der Direktive ist für Constantin jederzeit vorhanden: Cola und andere koffeinhaltige Getränke könnten ebenso auf der Verbotsliste figurieren.

Paragraf 14 befasst sich mit der Garderobe. «Der Spieler hat für Ordnung zu sorgen. Sein Material muss korrekt aufgeräumt sein. Die Schuhe sind gereinigt am vorgesehenen Ort aufzubewahren.»

Leibchentausch wird verrechnet

In der «CC-Ordnung» ist sogar der Leibchentausch klar geregelt. Von den persönlichen Utensilien abgesehen sind die Spieler dazu angehalten, keine Trikots zu verschenken oder zu tauschen. «Die fehlenden Leibchen werden zum Neupreis verrechnet.»

Kapitel 6 enthält die Ausgangs-Vorschriften. Am Vortag eines Trainings müssen die Spieler von Sion um 24 Uhr zu Hause sein. «Am Vortag eines Spiels wird kein Ausgang toleriert.» Verstösse ahndet Constantin mit unterschiedlicher Härte. Der Katalog reicht von der Busse bis zur sofortigen Freistellung.

«Unser Reglement ist vielleicht strenger als das von anderen Klubs in der Schweiz. Aber ohne das kann man kein sportliches Resultat erreichen», rechtfertigte sich «CC» im «Le Matin». Zur Erinnerung: YB, der Leader der Axpo Super League, regelt das Verhältnis mit seinen Angestellten wesentlich kulanter (Mediensprecher Staudenmann: «Eine A4-Seite genügt») und hat derzeit 24 (!) Punkte mehr auf dem Konto.

Erhebliche Sanktionen

Antonio Dos Santos hat nach Auffassung von «CC» gegen den mehrseitigen Sion-Code verstossen und ist Anfang Woche entlassen worden. Aleksandar Mitreski, dem der Klub-Präsident ebenfalls einen unerlaubten Casino-Besuch vorhält, droht die gleiche erhebliche Sanktion.

Axpo Super League

(si)

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