Velo-Sharing: Was steckt hinter dem oBike-Trend?

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Velo-SharingWas steckt hinter dem oBike-Trend?

Kann mit der Vermietung von Velos in der Schweiz wirklich Geld verdient werden? Die wichtigsten Antworten zum neuen oBike-Trend.

von
kwo
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So sollte es sein: Ein oBike an einem Veloständer in Zürich.

So sollte es sein: Ein oBike an einem Veloständer in Zürich.

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Es gibt aber auch andere Beispiele: So wurde etwa ein oBike mitten auf dem Sechseläutenplatz abgestellt.

Es gibt aber auch andere Beispiele: So wurde etwa ein oBike mitten auf dem Sechseläutenplatz abgestellt.

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Im Kreis 4 findet man ebenfalls oBikes, die einfach auf dem Trottoir stehengelassen wurden.

Im Kreis 4 findet man ebenfalls oBikes, die einfach auf dem Trottoir stehengelassen wurden.

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Im Zürcher Strassenverkehr sind sie nicht mehr zu übersehen: Die grau-gelben Velos von oBike. Seit das Singapurer Start-up oBike den gleichnamigen Veloverleih in der Stadt lanciert hat, sorgen die auffälligen Velos bei einigen für Freude, bei anderen für Ärger. Inzwischen hat Stadtrat Filippo Leutenegger entschieden, die Velos unter gewissen Auflagen zu tolerieren. Wie sieht es in anderen Städten aus? Die wichtigsten Antworten zum Thema.

Wie kommt es, dass plötzlich ein asiatischer Bike-Sharing-Anbieter in die Schweiz drängt?

In der Schweiz wird schon seit Jahren über die Einführung von Mietvelo-Systemen diskutiert. Doch die Lancierung von Systemen wie beispielsweise Publibike von Postauto kommt nur langsam voran. Umso mehr erstaunt, wie schnell die Innenstadt Zürichs plötzlich mit Velos des Singapurer Anbieters oBike überflutet wurde. Hintergrund ist ein gewaltiger Bike-Sharing Boom in Asien. In China allein sollen schon bald 50 Millionen Leihvelos in Gebrauch sein. Und die asiatischen Anbieter wollen expandieren. Nebst oBike aus Singapur soll laut «Handelszeitung» 2018 auch Onebike aus China in Zürich seine Velos verteilen.

Wer steckt hinter dem Unternehmen oBike?

Das Gesicht von oBike ist Edward Chen, der als Mitgründer auch Marketing-Chef des Unternehmens ist. Investiert in das rasch expandierende Start-up habt unter anderem die Firma Grishin Robotics, eine Risikokapital-Gesellschaft des Russen Dmitry Grishin. Dieser steht auch hinter der Mail.Ru-Gruppe. Namen weiterer Investoren möchte das Unternehmen auf Anfrage nicht nennen.

Welche Schweizer Städte sollen nach Zürich folgen?

In Luzern hätten die oBikes eigentlich bereits platziert werden sollen. Doch die Stadt intervenierte. Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) sagte zu Tele1: «Wir sind zum Schluss gekommen, dass das Aufstellen der Mietvelos bewilligungspflichtig ist.» Der Stadtrat will nun Kriterien definieren, damit die Velos auch in Luzern starten können. Wie das Unternehmen erklärt, finden auch in Basel, Bern und Winterthur entsprechende Verhandlungen statt.

Wie verdient oBike Geld?

Aktuell ist das Unternehmen nicht rentabel, sondern finanziert sich mit dem Geld der Investoren. Wie eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten erklärt, hofft oBike in circa einem Jahr in die schwarzen Zahlen zu kommen. Sie betont: «Wir wollen nicht mit dem Verkauf von Nutzerdaten Geld verdienen, sondern ausschliesslich mit der Vermietung der Velos.»

Was kostet ein oBike in der Herstellung?

Herstellung, Montage, Transport in die Schweiz und Aufstellen in der Stadt – das alles kostet pro oBike nur 250 US-Dollar (aktuell circa 240 Schweizer Franken). Ebenfalls eingerechnet sei hier der Betrieb der App, so die Sprecherin.

Wie sollen Nutzer vor der Zerstörung der Velos abgehalten werden?

oBike bewertet die eigenen Nutzer für ihr Verhalten über die App mit Punkten. Wer ein Velo mietet und es brav wieder normal abstellt, bekommt zum Beispiel einen Punkt. Wer ein kaputtes Velo meldet, bekommt zwei Punkte. Wer hingegen vergisst ein Rad abzuschliessen, dem werden 20 Punkte abgezogen. Der Clou: Je mehr Punkte ein Nutzer hat, desto günstiger werden die Fahrten. Es lohnt sich also, sich vorbildlich zu verhalten. Ausserdem müssen Nutzer ein Depot von 129 Franken mit ihrer Kreditkarte für die Nutzung der oBike-App als Sicherheit hinterlegen.

Was unterscheidet O-Bike von anderen Bike-Sharing-Angeboten?

Die oBikes können überall in der Stadt abgestellt und müssen nicht an einer bestimmten Station wieder abgegeben werden. Das macht sie im Einsatz deutlich flexibler als andere Systeme. Umgekehrt sind die Velos qualitativ weniger hochwertig als bei anderen Systemen und verfügen – zumindest zurzeit – über nur einen Gang.

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