Zum ersten Mal angefasst: Was taugt Amazons Kindle Touch?

Aktualisiert

Zum ersten Mal angefasstWas taugt Amazons Kindle Touch?

Der weltgrösste Online-Versandhändler scheint mit dem Kindle Touch die Grenze zwischen eBook-Reader und Tablet-PC verschwischen zu wollen. Kann das gut gehen?

von
owi
Der Kindle Touch ist derzeit erst über Importhändler in der Schweiz erhältlich.

Der Kindle Touch ist derzeit erst über Importhändler in der Schweiz erhältlich.

Zuerst die schlechte Nachricht: Der Kindle Touch ist offiziell erst in den USA erhältlich. Für Schweizer ist es nicht möglich, den ersten Kindle mit Touchdisplay auf der US-Seite von Amazon zu bestellen. Wer nicht auf den Deluxe-Reader warten will, kann seit letzter Woche über den Online-Händler Digitec bestellen. Das Modell mit 3G-Mobilnetzverbindung schlägt mit stolzen 229 Franken zu Buche und ist somit fast gleich teuer wie der Amazon-Tablet Kindle Fire. Die WLAN-Version ohne 3G gibt es für 169 Franken.

Und die gute Nachricht?

Für ihr Geld bekommen Bücherwürmer einiges geboten. Im Amazon-Shop warten fast eine Million eBooks, die sich über WLAN oder 3G auf den eReader laden lassen. Der Clou am neuen Kindle: Mit den Büchern werden alle wichtigen Informationen zu den Protagonisten aus Wikipedia auf den eReader übertragen. Wer bei komplexen Erzählsträngen mit unzähligen Figuren den Überblick verloren hat, kann sich alles Wissenswerte zu den Personen mit einem Klick anzeigen lassen - ohne Internetverbindung.

Das Navigieren und Blättern geht mit dem sechs Zoll grossen Multitouch-Display deutlich besser von Hand als bei den Vorgänger-Modellen. Da der Kindle Touch keine Tastatur mehr hat, ist das silberfarbige Gerät rund zwei Zentimeter kürzer und liegt gut in der Hand. Das Gewicht hat Amazon nochmals um 8 Prozent gedrückt. Laut Herstellerangabe hält der Akku ohne WLAN zwei Monate. Der 4 Gigabyte grosse Speicher fasst 3000 Bücher, reicht aber auch für eine stattliche Zahl an Hörbüchern oder MP3-Dateien.

Kein Tablet-Ersatz

Wer keinen Tablet sein Eigen nennt, kann auch mit dem Kindle im Internet surfen. Mehr als eine Notlösung stellt dies aber nicht dar. Zwar lässt sich der Browser mit dem Touchdisplay weit besser bedienen als mit den bisherigen Steuer-Tasten. Das fürs Lesen optimierte E-Ink-Display ist für Surftouren im Web aber denkbar ungeeignet. Beim Seitenaufbau und Scrollen flackert der Bildschirm permanent, was den Surfspass rasch bremst. Dennoch. Wer für eine Leseratte ein Weihnachtsgeschenk sucht, liegt mit dem Kindle Touch kaum daneben.

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