21.10.2016 19:23

Bedrohte ArtWas tötete den Titicaca-Hodensackfrosch?

In Peru sind innerhalb kurzer Zeit mehr als 10'000 Exemplare einer vom Aussterben bedrohten Froschart gestorben. Schuld ist der Mensch.

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In Peru entdeckten Bewohner und Umweltschützer über 10'000 Kadaver des ohnehin schon vom Aussterben bedrohten Titicaca-Riesenfrosches (Telmatobius culeus).

In Peru entdeckten Bewohner und Umweltschützer über 10'000 Kadaver des ohnehin schon vom Aussterben bedrohten Titicaca-Riesenfrosches (Telmatobius culeus).

Screenshot Vimeo/Arturo Munoz
Als Ursache für das Massensterben vermuten Umweltschützer giftige Abwässer, die in den See geleitet werden.

Als Ursache für das Massensterben vermuten Umweltschützer giftige Abwässer, die in den See geleitet werden.

bolivianamphibianinitiative.org
Schon seit Jahren leidet die Bevölkerung unter der Umweltverschmutzung im und am Titicacasee.

Schon seit Jahren leidet die Bevölkerung unter der Umweltverschmutzung im und am Titicacasee.

Screenshot Vimeo/Arturo Munoz

Bei seinen Tauchgängen im Titicacasee fand Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau in den 1970er-Jahren noch unzählige Exemplare des Titicaca-Riesenfrosches (Telmatobius culeus) vor. Von Millionen Individuen war damals die Rede.

Heute, gute 40 Jahre später, ist das ganz anders: Der Frosch, der aufgrund seines eigenwilligen Aussehens auch Hodensackfrosch genannt wird, ist aus vielen Teilen des Sees fast völlig verschwunden. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als «critically endangered» (akut vom Aussterben bedroht) ein.

Behörden sind alarmiert

Umso besorgniserregender ist die jüngste Todeswelle: In den vergangenen Tagen wurden in der Umgebung des Rio Coata, der in den Titicacasee mündet, über 10'000 tote Frösche gefunden, wie die Umweltbehörde Serforbestätigte. Auch tote Vögel, die sich von den Fröschen ernähren, wurden entdeckt.

Als Ursache vermuten Umweltaktivisten giftige Abwässer, die in den See geleitet werden. Das kommt nicht von ungefähr: Schon seit Jahren leidet die Bevölkerung unter der Umweltverschmutzung am Titicacasee. Trotz Protesten blieben ihre Forderung nach Kläranlagen in der Region bislang ungehört.

Fachleute der Serfor wollten die vermutete Ursache für das Massensterben bislang nicht bestätigen. Zunächst sollen die nun entdeckten Kadaver von Amphibien-Kennern im Zoo von Denver untersucht werden, um die Todesursache herauszufinden.

Der markerschütternde Kampfschrei
Was tötete den Titicaca-Hodensackfrosch?

Sorge um die Riesenfrösche auch auf der bolivianischen Seite des Titicacasees. (Video: Vimeo/Arturo Munoz)

Daher rührt sein Spitzname

Der Titicaca-Hodensackfrosch verdankt seinen Namen seinem schrumpelig-faltigen Bauch, dessen herabhängende Hautlappen ihm helfen, mehr Sauerstoff aus der umgebenden Luft zu absorbieren. Das ist eine Anpassung an die dünne Luft in über 3800 Metern Höhe. (Bild: Screenshot Vimeo/Arturo Munoz)

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