Was tun gegen Katalysator-Klau?
Aufgrund steigender Rohstoffpreise haben sich Katalysator-Diebstähle in den letzten zwölf Monaten gehäuft. 

Aufgrund steigender Rohstoffpreise haben sich Katalysator-Diebstähle in den letzten zwölf Monaten gehäuft.

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Teure EdelmetalleWas tun gegen Katalysator-Klau?

Es kommt immer wieder mal vor, dass Langfinger Katalysatoren aus parkierten Autos ausbauen. Grund sind die wertvollen Edelmetalle.

von
Markus Peter, AGVS

Frage von Kaspar ans AGVS-Expertenteam:

Kürzlich wurde einem Bekannten von mir ein Katalysator aus seinem draussen parkierten Auto ausgebaut. Auf dem Schaden ist er sitzengeblieben. Kommt das oft vor? Und wie kann ich mich dagegen wehren?

Antwort:

Lieber Kaspar

Eine sehr spannende Frage, vielen Dank. In der Tat tritt dieses Phänomen immer mal wieder auf – und steht in aller Regel im Zusammenhang mit den Rohstoffpreisen. Im Katalysator, der in der Schweiz seit 1986 in jedem neu zugelassenen Fahrzeug Pflicht ist, sitzt meistens ein wabenartig aufgebauter Keramikträger, etwas seltener kommen Träger aus Metall zum Einsatz. Im Träger befinden sich teure Edelmetalle, um in einem katalytischen Prozess Abgase zu wandeln. Das sind zum einen rund vier Gramm Platin, die zu aktuellen Preisen rund 120 Franken wert sind. Dazu noch etwas Palladium (70 Franken pro Gramm) und das aufgrund der seltenen Vorkommen besonders wertvolle Rhodium (500 Franken pro Gramm).

Profis bauen einen Katalysator in wenigen Minuten aus einem Auto aus und verursachen dabei kaum Lärm.

Markus Peter, AGVS

Profis bauen einen Katalysator in wenigen Minuten aus einem Auto aus und verursachen dabei kaum Lärm. Die gestohlenen Kats landen schliesslich in Recyclingbetrieben, wo sie zerlegt und die wertvollen Bestandteile vom Rest getrennt werden. Dabei liegen für die Langfinger rund 100 bis 500 Franken drin, Tendenz steigend.

Denn in den letzten zwölf Monaten sind die Rohstoffpreise deutlich angestiegen, entsprechend haben sich auch die gemeldeten Diebstähle von Katalysatoren gehäuft. Dies teilte uns die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage mit. Neben den offensichtlichen Tipps – Auto am besten in einer abgeschlossenen Garage oder an gut sichtbaren und beleuchteten Stellen parkieren – ist es schwierig, sich vor diesen Diebstählen zu schützen. Bei älteren, weitgehend abgeschriebenen Fahrzeugen erreicht man vielleicht eine abschreckende Wirkung, wenn man den Katalysator von unten in einer auffälligen hitzebeständigen Farbe ansprayt. Diese Farbe müssten die Diebe vor einem Weiterverkauf entfernen, was den Diebstahl unattraktiv macht. Allenfalls können auch die eigentlich zur Marderabwehr eingesetzten «Stromschlag»-Systeme vor menschlichen Eindringlingen am Unterboden schützen. So schlägt man quasi zwei Fliegen (oder eben Marder und Diebe) mit einer Klappe. Für den Einbau solcher Systeme empfiehlt sich der Weg zum Garagisten.

Ein eigentlich zur Marderabwehr eingesetztes ‹Stromschlag›-System am Unterboden kann schützen.

Markus Peter, AGVS

Am einfachsten ist es wohl, eine Teilkaskoversicherung ohne Selbstbehalt abzuschliessen, beispielsweise bei Tuttobene, der Versicherung der AGVS-Garagisten. Damit bist du auf der sicheren Seite.

Gute Fahrt!

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