Lieber Phil Geld: Was tun gegen Werbepost im Briefkasten?
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Lieber Phil GeldWas tun gegen Werbepost im Briefkasten?

In Ruths (35) Briefkasten landet immer wieder unerwünschte Werbepost. Was kann sie dagegen unternehmen?

Gegen unerwünschte Werbepost kann man sich schriftlich wehren. (Bild: Keystone)

Gegen unerwünschte Werbepost kann man sich schriftlich wehren. (Bild: Keystone)

Lieber Phil Geld

Was kann ich gegen unerwünschte Werbepost unternehmen? Trotz eines Schildes «Keine Werbung erwünscht» landen unzählige Flyer und Werbeprospekte in meinem Briefkasten.

Liebe Ruth

Leider lassen sich nur wenige Werbeprospektverteiler von den an Briefkästen angebrachten Anti-Werbung-Aufklebern oder -Schildern abhalten. Und auch wenn die Aufkleber manche abhalten, landet dennoch die adressierte Werbepost im Briefkasten. Darum sollte man sich am besten schriftlich gegen unerwünschte Werbepost wehren – auch wenn das unter Umständen etwas aufwendiger ist als das Anbringen eines Verbotsklebers.

Unerwünschte adressierte Werbung kann man ungeöffnet mit einem Refusé-Kleber (erhältlich etwa bei der Stiftung für Konsumentenschutz) versehen, unfrankiert an den Absender retournieren und verlangen, dass das Unternehmen die eigene Adresse aus seiner Datenbank löscht.

Wird der Sperrwunsch durch das betreffende Unternehmen nicht berücksichtigt, kannst du gemäss Art. 15 des Datenschutzgesetzes sowie Art. 28 des Zivilgesetzbuches das entsprechende Unternehmen einklagen. Dazu schreibst du am besten einen eingeschriebenen Brief an das Unternehmen und verlangst die Streichung der Adresse aus deren Datenbank und weist darauf hin, dass im Falle einer Wiederhandlung mit einer Klage gerechnet werden muss.

Nicht verhindern kann man allerdings die Zustellung von Mitteilungen von Bund, Kantonen oder Gemeinden, amtliche Anzeiger oder Politwerbung. Diese gelten als sogenannte offizielle Post und werden in alle Briefkästen verteilt.

Als weitere Massnahme gegen unerwünschte Werbepost kannst du die Einwohnerkontrolle der Gemeinde darüber in Kenntnis setzen, dass die Weitergabe der eigenen Adresse unerwünscht ist. Auch kann die eigene Adresse beim Schweizer Dialogmarketingverband SDV gesperrt werden. Mitglieder des SDV verpflichten sich, gesperrte Adressen nicht mehr zu bewerben.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-Mail: phil.geld@20minuten.ch (20 Minuten)

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