Aktualisiert 16.11.2017 19:37

Eltern-FragenWas tun, wenn Kinder um Sackgeld-Zuschuss bitten?

Teenager, die lieber teure Sneakers statt Winterschuhen kaufen. Und wie reagieren, wenn Jugendliche um Sackgeld-Zuschüsse fragen? Fünf Antworten.

von
S. Spaeth

So handhaben Eltern das Thema Taschengeld bei ihren Kindern. (Produktion: 20 Minuten/Comparis.ch)

Die Höhe des Taschengeldes ist in manch einer Familie ein schwieriges Thema. Budgetberaterin Andrea Schmid-Fischer beantwortet fünf Teenager- und fünf Eltern-Fragen. Hilfestellung zur Berechnung der Höhe des Sackgeldes bietet auch der Rechner, den Comparis.ch und 20 Minuten entwickelt haben.

Unser Sohn kauft lieber teure Sneakers als die eigentlich notwendigen Winterschuhe. Sollen wir uns als Eltern einmischen?

Sie müssen als Eltern akzeptieren können, wenn das Kind eigene Prioritäten setzt und beispielsweise bei den Kleidern einen besonderen Wunsch hat. Ich empfehle Ihnen, tolerant zu sein, aber gleichzeitig die Grenzen aufrechtzuerhalten. Für die neue Hose reicht es dann halt frühestens nächsten Monat.

Soll ich meinem Kind das Taschengeld bar geben, aufs Konto überweisen oder per App senden?

Ein einfacher Einstieg bei kleinen Kindern ist, wenn Taschengeld in Form von mehreren Geldstücken ausbezahlt wird, die einem bestimmten Zweck zugeordnet werden können: Ein Geldstück wird gespart, eines geteilt und eines ist für einen freien Wunsch. So lernen sie von Anfang an: Mit Geld müssen immer mehrere Dinge gleichzeitig getan werden. Kein Erwachsener hat den Lohn einfach für eigene Wünsche zur freien Verfügung. Bei der Art der Verwaltung sollten vor allem Jugendliche frei wählen können. Ob Ihr Kind das Geld auf einem Konto, in einem Sparkässeli oder in einer Schuhschachtel lagern will, ist seine Entscheidung.

Unser Kind jammert regelmässig Mitte Monat, das Sackgeld sei aufgebraucht. Was tun?

Das müssen Sie als Eltern aushalten können. Das Kind soll die natürlichen Konsequenzen davon, dass der Batzen beziehungsweise das Taschengeld aufgebraucht ist, erfahren dürfen. Als Eltern bleibt Ihnen dann nur, dem Kind zu versichern, dass es in einer Woche oder Ende Monat wieder Taschengeld erhält, und zu vertrauen, dass es aus dieser Erfahrung über kurz oder lang die richtigen Schlüsse ziehen wird.

Was passiert mit Kindern und Jugendlichen, die massiv zu viel Taschengeld erhalten?

Jugendlichen und Lehrlingen tut man keinen Dienst, wenn man ihnen einen Lebensstil ermöglicht, der viel höher ist, als was in Bezug auf die eigene Zukunft realistisch ist. Wenn das erwachsene Kind auszieht und dann finanziell schlechter gestellt ist als zuvor, ist das keine Motivation, um auf eigenen Beinen zu stehen. Es gibt eine Tendenz, dass die Kinder länger daheim bleiben, nicht nur weil die Ausbildungen länger dauern und die Wohnungen teuer sind, sondern auch weil es zu Hause bequem ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um dem Kind Sackgeld zu geben?

Sie als Eltern «lesen» Ihr Kind selbst am besten. Es kann unter Umständen schon im Vorschulalter dafür reif sein, ein Taschengeld zu erhalten. Beispielsweise wenn es sich für die Münzen im Portemonnaie interessiert. Ein gutes Alter, um mit Taschengeld zu beginnen, ist, wenn ein Kind eingeschult wird.

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Nutzer der App oder der mobilen Website: Hier gehts zum Taschengeldrechner.

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Korrigierte Version mit Coparis-Logo. (Video: 20 Minuten/Comparis)

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