Mysteriöse Krankheit – Was über das Havanna-Syndrom bisher bekannt ist
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Mysteriöse Krankheit Was über das Havanna-Syndrom bisher bekannt ist

Kopfschmerzen, Übelkeit, Tinnitus – seit Jahren rätselt die Welt über das Havanna-Syndrom. Nun hat es auch die Schweiz erreicht. Das ist über die mysteriöse Krankheit bereits bekannt.

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Der US-Auslandgeheimdienst hat wegen des Havanna-Syndroms seinen leitenden Bürochef in Wien gefeuert.

Der US-Auslandgeheimdienst hat wegen des Havanna-Syndroms seinen leitenden Bürochef in Wien gefeuert.

REUTERS
Laut einer Regierungsquelle aus den USA untersuchen nun Experten und Expertinnen die eigenartigen Vorfälle, bei denen die Mitarbeitenden des Weissen Hauses möglicherweise das Ziel gezielter Angriffe waren.

Laut einer Regierungsquelle aus den USA untersuchen nun Experten und Expertinnen die eigenartigen Vorfälle, bei denen die Mitarbeitenden des Weissen Hauses möglicherweise das Ziel gezielter Angriffe waren.

AFP
Auch etliche Mitarbeitende der US-Botschaft in Havanna (Kuba, Bild) sind möglicherweise Opfer der Angriffe.

Auch etliche Mitarbeitende der US-Botschaft in Havanna (Kuba, Bild) sind möglicherweise Opfer der Angriffe.

cu.usembassy.gov

Darum gehts

  • Das Havanna-Syndrom gibt Regierungen und Geheimdiensten weltweit Rätsel auf.

  • Es trat unter anderem in China, Russland, Österreich, Serbien, Grossbritannien und der Schweiz auf.

  • Die Ursachen der mysteriösen Krankheit sind bis heute unklar.

Was ist das Havanna-Syndrom?
Das «Havanna-Syndrom» ist ein Sammelbegriff für Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Tinnitus, Übelkeit, Sehstörungen oder plötzlich einsetzende Höhenangst, deren Ursache unklar ist. Auch Berichte über Kopfverletzungen gab es.

Wo trat das Syndrom überall auf?
Das Syndrom tauchte erstmals im Herbst 2016 bei Diplomaten und Angehörigen der US-Botschaft in Havanna auf. Später trat es auch in China, Russland, Österreich, Frankreich, Serbien, Kolumbien, Grossbritannien und im Weissen Haus in Washington, D.C. auf. Mittlerweile sind Hunderte von Fällen bekannt, bei denen Mitarbeitende von Botschaften und Konsulaten rund um die Welt plötzlich die Symptome verspürten.

Ist auch die Schweiz davon betroffen?
Ja, im Sommer 2021 ist das Havanna-Syndrom auch in Genf aufgetreten. Betroffen sind mindestens drei Personen. In einem Fall waren die Beschwerden so schlimm, dass sich die Person einer Untersuchung in den USA unterzog.

Was ist die Ursache des Syndroms?
Im Jahr 2019 schrieben Forscherinnen und Forscher, dass die Beschwerden möglicherweise auf Pestizide zurückgehen. Geheimdienste vermuten allerdings, es könne sich um Attacken mit starken Mikrowellen handeln. Eine weitere Theorie besagt, dass es sich um Angriffe mit Schall- oder Akustik-Waffen handle. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den USA sprechen auch von einer «Exposition gegenüber einer Energie», einer sogenannten «gerichteten, gepulsten Radiofrequenz (RF)-Energie». Andere Experten und Expertinnen gehen davon aus, dass es sich beim Syndrom um eine psychische Störung handelt. Die genaue Ursache ist also bis heute unklar.

Wie reagieren Regierungen auf das Syndrom?
Regierungsvertreter und Regierungsvertreterinnen sprechen offiziell meist von «abnormalen Gesundheitsvorfällen». Die Angelegenheit hat sich in den USA mittlerweile zur Polit-Affäre ausgeweitet. Der Leiter der CIA-Station in Wien verlor wegen seiner Untätigkeit in einem Fall sogar den Job. In den USA sind nun ein hoher CIA-Agent und eine Taskforce am Werk, die das Syndrom untersuchen sollen. Kolumbiens Präsident Iván Duque äusserte sich bei einem Besuch in New York zum Syndrom wie folgt: «Natürlich haben wir Kenntnis von dieser Situation, aber ich möchte sie den US-Behörden überlassen, die ihre eigenen Ermittlungen durchführen, weil es um ihr eigenes Personal geht.»

Was sagen die Betroffenen zum Syndrom?
Öffentliche Aussagen von Betroffenen zum Syndrom gibt es nur wenige. Das Magazin GQ sprach mit einem CIA-Mitarbeiter in Moskau, der 2017 an Symptomen litt. Er habe aufgrund seiner Übelkeit zuerst gedacht, dass er sich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen hätte. Beim Versuch, ins Bad zu gehen, sei er mehrmals umgefallen, da er starken Schwindel verspürte. Es habe sich angefühlt, als ob er sich übergeben müsse und gleichzeitig in Ohnmacht falle. Ein weiteres Problem sei gewesen, dass er «keinen Ton» mehr gehört habe.

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(mur)

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