Was unterscheidet Sekt, Cava und Champagner?
Ist das hier Sekt, Cava oder Champagner? Das kommt auf Gärung und Gebiet an. 

Ist das hier Sekt, Cava oder Champagner? Das kommt auf Gärung und Gebiet an.

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Schaumwein-ABCWas unterscheidet Sekt, Cava und Champagner?

Wieso ist Champagner teurer als Sekt und ist Cava einfach spanischer Champagner? Wir bringen Durchblick in die Bubble und versorgen euch mit Smalltalk-Wissen fürs Anstossen an den Festtagen.

von
Luise Pomykaj

Sekt, Cava und Champagner sind Schaumweine, ursprünglich gegorene Stillweine. Still? Wie kommen dann die schönen Bläschen in das Glas? Hier fängt das ganze Spiel mit den Unterschieden an, denn für das Zufügen von Kohlensäure gibt es zwei Möglichkeiten, die entscheiden, was auf der Flasche stehen darf.

Auf die Gärung kommts an

Manchen Weinen wird die Kohlensäure von aussen zugeführt, sie verfügen dann über eher wenig Kohlensäure und erhalten den Namen Perlwein (Frizzante). Die andere Möglichkeit für Bubbles ist die zweite Gärung, denn diese sorgt ebenfalls für Kohlensäure. Beim Schaumwein Sekt erfolgt sie meist in grossen Drucktanks, bei den qualitativ hochwertigen Schaumweinen Champagner, seiner Konkurrenz Crémant und Cava findet die zweite Gärung in der Flasche statt. Diese Flaschengärung ist bei ihnen ein absolutes Muss, der Prozess ihrer Herstellung ziemlich identisch.

Ist Cava dann nicht dasselbe wie Champagner?

Tatsächlich könnte man sagen, dass Cava spanischer Champagner ist. Dafür gesorgt haben soll der Katalane Josep Raventós, der sich bei einem Besuch in der französischen Champagne Wissen über die Champagnerproduktion aneignete und zurück im heimatlichen spanischen Codorníu auf seinem Weingut nachahmte: 1870 produzierte er zum ersten Mal seinen flaschengegorenen Schaumwein namens Cava, was auf Spanisch «Keller» bedeutet.

Deshalb dürfen sich Cava und Crémant nicht Champagner nennen

Die Namen Codorníu und Raventós sollte man sich merken: Als Ursprung spielen sie im Cava-Geschäft noch heute eine grosse Rolle. Was aber wiederum bei Champagner eine grosse Rolle spielt: die Herkunft. Laut einem Gerichtsurteil von 2005 darf sich nur Champagner nennen, was auch aus der französischen Champagne kommt. Neben der zweiten Flaschengärung gibt es beim Champagner deshalb noch die geschützte Herkunftsangabe. Und so heisst der aus Spanien stammende Cava eben Cava statt Champagner.

Nur fair: Auch der aus anderen französischen Regionen stammende Crémant darf sich trotz gleichem Herstellungsprozess deshalb nicht Champagner nennen. Cava und Crémant liegen im Preis meist zwischen Sekt und Champagner und gelten deshalb als beliebte Alternative.

Du bevorzugst Prosecco und Sekt?

Ein Prosecco kann Perl- oder Schaumwein sein. Den Begriff Prosecco erhält er, wenn er aus dem geografisch definierten Gebiet im Nordosten Italiens kommt. Ein Sekt ist meist eine Cuvée aus verschiedenen Weinsorten aus verschiedenen Regionen und, wie oben beschrieben, in grossen Tanks gegoren, was ihn günstiger macht. Kohlensäure darf bei ihm nicht von aussen zugefügt werden.

Industriell hergestellter Sekt kann aus Tafelweinen aus ganz Europa hergestellt werden und ist dadurch deutlich günstiger als Qualitätsweine, in die nur bestimmte Rebsorten kommen. Bei Champagner sind diese Rebsorten Chardonnay, Pinot noir und Pinot Meunier. Beim Cava sind es die für Spanien typischen weissen Sorten Macabeo, Parellada und Xarello.

Gut zu wissen: Trockener Cava schmeckt süss

Du denkst bereits darüber nach, welche Flasche(n) du für Weihnachten und Silvester auftischst? Wenn du mal den spanischen Cava ausprobieren möchtest, sei dir bewusst, dass ein Cava mit der Bezeichnung «Seco» (trocken) auf der Flasche bereits recht süsslich schmecken könnte. «Extra Seco» oder «Brut» sind die richtige Wahl, wenn du eher trockene Varianten bevorzugst.

Womit stösst du an Weihnachten oder Silvester an?

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