Aktualisiert 13.07.2019 20:23

«Insel der Sünde» in der Karibik

Was verbirgt sich in Epsteins Geheimtempel?

Auf Jeffrey Epsteins kleiner Insel in der Karibik steht ein merkwürdiges Gebäude. Im Netz sorgt das nun für ausgefallene Spekulationen.

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US-Financier Jeffrey Epstein besitzt die Insel Little St. James in der Karibik seit über 20 Jahren. Sie ist Teil der Amerikanischen Jungferninseln.

US-Financier Jeffrey Epstein besitzt die Insel Little St. James in der Karibik seit über 20 Jahren. Sie ist Teil der Amerikanischen Jungferninseln.

Gianfranco Gaglione
Der luxuriöse Hauptwohnsitz befindet sich auf der nordöstlichen Seite der Insel.

Der luxuriöse Hauptwohnsitz befindet sich auf der nordöstlichen Seite der Insel.

Gianfranco Gaglione
Doch das Interesse der Webgemeinde richtet sich auf ein besonderes Gebäude am südwestlichen Spitz von Little St. James.

Doch das Interesse der Webgemeinde richtet sich auf ein besonderes Gebäude am südwestlichen Spitz von Little St. James.

Google Maps

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Jeffrey Epstein Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der US-Milliardär soll zwischen 2002 und 2005 in seinen Häusern in Florida und New York dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben.

Auf Social Media geistern derzeit Verschwörungstheorien über eine Insel in der Karibik, die Epstein seit über 20 Jahren besitzt. Die Insel Little Saint James liegt zwischen St. Thomas und St. John, zwei der Amerikanischen Jungferninseln. Der luxuriöse Hauptwohnsitz befindet sich auf der nordöstlichen Seite der Insel, zwei Gästehäuser im Nordwesten und Südosten des 315'000 Quadratmeter grossen Eilands.

Was ist das für ein Gebäude?

Doch das Interesse der Webgemeinde richtet sich auf ein besonderes Gebäude am südwestlichen Spitz von Little St. James: Ein Tempel mit goldener Kuppel in ägyptischer Bauart. Das viereckige Häuschen muss laut dem Portal «Business Insider» zwischen 2009 und 2013 gebaut worden, denn auf früheren Aufnahmen von Google Earth ist es nicht zu sehen.

Der Bauunternehmer James Both aus Chicago analysierte für «Business Insider» die Details auf Bildern des Tempels. Dabei fiel ihm als Erstes der Eingang auf: «Die Schlossriegel sind an der Aussenseite der Holztüre angebracht, als ob sie dazu gedacht wären, Menschen im Inneren des Tempels einzuschliessen.»

Auf älteren Satellitenbildern ist ein weiterer Zugang zum mysteriösen Gebäude einige Meter vom Haupteingang hinter einem Gebüsch zu erkennen. Das könnte darauf hindeuten, dass es einen Aufzugsschacht oder ein Treppenhaus gibt, das zu einem unterirdischen Versteck führt, mutmassen Verschwörungstheoretiker im Netz. In diesen Keller-Räumen hätten Epsteins Sex-Partys mit jungen Mädchen stattfinden können.

Nachbarn bezeichneten den Ort als «Orgieninsel»

Bauunternehmer Both findet eine andere Erklärung dafür: Vielmehr könnte es sich beim zweiten Zugang um eine Zisterne handeln, die dazu dient, die abgelegenen Teile der Insel mit Wasser zu versorgen. Eine andere Möglichkeit sei, dass in der kleinen Hütte Geräte für die Wartungsarbeiten im Hauptgebäude versorgt werden, meint Both.

Über die Aktivitäten auf Little St. James ist nicht viel bekannt: Laut der Nachrichtenagentur AP wurden Taucher, die sich mit Touristen der Insel näherten, vom Sicherheitspersonal gewarnt. Laut «New York Magazine» nannten die Nachbarn Epsteins Oase «Pädophilen-Insel», «Orgieninsel» oder «Insel der Sünde».

Epstein soll mögliche «Mitverschwörer» bestochen haben

Am Freitag wurde zudem bekannt, dass Jeffrey Epstein versucht haben soll, potenzielle Zeugen zu bestechen. Das berichten US-Medien unter Berufung auf die New Yorker Staatsanwaltschaft. Der angeklagte Investmentbanker habe insgesamt 350'000 Dollar an zwei Personen gezahlt, die gegen ihn hätten aussagen können.

Im November und Dezember 2018 flossen demnach eine Zahlung in Höhe von 100'000 Dollar und eine weitere von 250'000 Dollar an zwei Personen, die mutmasslich in den Fall verwickelt sind. Die Vorgehensweise und insbesondere der Zeitpunkt deuteten darauf hin, dass der 66-Jährige versucht habe, die Zeugen zu «beeinflussen», zitierte die «New York Times» die Staatsanwaltschaft.

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