Steuern und Übernachtungen: Was wäre Zürich ohne die Fifa?
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Steuern und ÜbernachtungenWas wäre Zürich ohne die Fifa?

Schaden die Fifa-Skandale der Stadt Zürich? Der Stadtrat vertrat bisher stets die Meinung, Zürich profitiere sehr davon, den Weltfussballverband zu beherbergen.

von
ced
Besucher schiessen am Fifa-Hauptsitz in Zürich ein Erinnerungsfoto.

Besucher schiessen am Fifa-Hauptsitz in Zürich ein Erinnerungsfoto.

In einem Interview mit 20 Minuten sagte Fifa-Präsident Sepp Blatter jüngst: «Die Fifa macht Zürich und die Schweiz zu einer Drehscheibe des Fussballs. Wir beschäftigen hier über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 39 Ländern.» Zudem profitiere Zürich von den Steuern, die der Fussballverband freiwillig einreiche: «2013 haben wir in Zürich 17 Millionen Franken gezahlt, 2014 waren es 36 Millionen.»

Laut Blatter bringt der Fifa-Sitz in Zürich also etliche Vorteile für die Limmatstadt. Doch droht nach den Ereignissen vom Mittwoch nicht auch ein Imageschaden für Zürich als Standort des Fifa-Hauptsitzes? Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) war am Mittwoch nicht erreichbar. Ihr Sprecher verweist aber auf die Stellungnahme, mit der die Zürcher Stadtregierung Ende 2013 auf die Frage von SP-Gemeinderäten geantwortet hatte, ob Zürich wegen der Skandale um die Baustellen des WM-Ausrichters Katar nicht ein Imageschaden drohe.

Welche Bedeutung hat die Fifa für Zürich?

Der Stadtrat bestätigt in dieser Stellungnahme die von Blatter genannten Vorteile: «Die Fifa ist mit insgesamt rund 500 Angestellten am Hauptsitz sowie in hier ansässigen Tochter- und Partnerfirmen für Zürich von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Des Weiteren unterstützt die Fifa den Zürcher Breiten- und Jugendsport und trägt nicht zuletzt mit dem Bau des Weltfussball-Museums zur Attraktivität der Stadt bei.»

Zudem mache die Bekanntheit des Verbandes Zürich zu einem globalen Standort: «Mit der Fifa hat einer der bedeutendsten internationalen Sportverbände seinen Sitz in Zürich. Dank der Fifa werden – beispielsweise im Rahmen der Medienberichterstattung zur jährlich stattfindenden ‹Ballon d'Or›-Gala – der Name und die Qualitäten von Zürich in die ganze Welt hinausgetragen.»

Ein Wegzug der Fifa hätte negative Folgen

Laut dem Stadtrat würden sich bei einem Wegzug der Fifa nebst einem möglichen Wegfallen der bereits genannten Punkte für Zürich weitere Nachteile ergeben. Vor allem wirtschaftliche Faktoren werden genannt: «Diese beträfen nicht nur die Steuerausfälle der hier wohnhaften Fifa-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, sondern auch Einkommensrückgänge beim lokalen Gewerbe. Nach eigenen Auskünften generiert die Fifa zum Beispiel jährlich rund 5000 Hotelübernachtungen in Zürich.»

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