Heartbleed: Was weiss die NSA wirklich?
Aktualisiert

HeartbleedWas weiss die NSA wirklich?

Nach Bekanntwerden der Heartbleed-Sicherheitslücke ist unklar, ob die NSA von ihr wusste. Klar ist: Präsident Obama hatte dem Geheimdienst im Januar erlaubt, Lecks auszunutzen.

von
pst
Wusste die NSA tatsächlich nichts von der Heartbleed-Sicherheitslücke?

Wusste die NSA tatsächlich nichts von der Heartbleed-Sicherheitslücke?

Ende vergangener Woche hatte Washington Medienberichte dementiert, wonach die National Security Agency (NSA) die letzte Woche publik gewordene Heartbleed-Sicherheitslücke gekannt und ausgenutzt habe. Wie die New York Times am Wochenende in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete, hatte Präsident Barack Obama dem Geheimdienst schon zu Beginn des Jahres zugestanden, Sicherheitslücken im Internet verschweigen und ausnützen zu dürfen.

Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der US-Regierung, sagte gegenüber der «New York Times», dass Behörden zwar Verantwortung und Sicherheit höher als mögliche nachrichtendienstliche Vorteile einstufen sollten, es allerdings Ausnahmen gebe. Vor allem dann, wenn die Ausnutzung einer Lücke eindeutig für Zwecke der nationalen Sicherheit oder Strafverfolgung benötigt wird, dürfen sich die Behörden über die allgemeine Bestimmung hinwegsetzen.

Heartbleed ist eine der schwerwiegendsten Sicherheitslücken der Internet-Geschichte. Wie im Laufe der letzten Woche unter anderem bekannt wurde, existiert das Leck schon seit gut zwei Jahren. Schwer vorstellbar, dass die NSA tatsächlich nichts von der Lücke gewusst hat: Erstens hat Barack Obama die Ausnutzung von genau solchen Schwachstellen schon vor Bekanntwerden von Heartbleed gebilligt. Und zweitens ist schon länger bekannt, dass die Internet-Verschlüsselung stark im Fokus der NSA steht.

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