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Akanji über Kapitol-Stürmung«Was, wenn der Schwarze über den Zaun geklettert wäre?»

Natispieler Manuel Akanji äussert sich nachdenklich zu den Ausschreitungen in Washington. Ausserdem spricht er über Ex-Trainer Lucien Favre und das Papa-Sein.

von
Alpcan Özkul
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BVB-Profi Manuel Akanji zeigt sich entsetzt über den Sturm aufs Capitol in Washington.

BVB-Profi Manuel Akanji zeigt sich entsetzt über den Sturm aufs Capitol in Washington.

Foto: Reuters
«Es ist unglaublich, wie weit solche Extremisten im Zeitalter der Demokratie überhaupt gekommen sind», sagte der Schweizer Natispieler im Interview mit «Sport1».

«Es ist unglaublich, wie weit solche Extremisten im Zeitalter der Demokratie überhaupt gekommen sind», sagte der Schweizer Natispieler im Interview mit «Sport1».

Foto: Martin Meissner/Pool AP/dpa
Weiter äusserte sich der 25-Jährige über seine momentane Torfreudigkeit und was Teamkollege Jadon Sancho mit dem Namen seines Sohns zu tun hat.

Weiter äusserte sich der 25-Jährige über seine momentane Torfreudigkeit und was Teamkollege Jadon Sancho mit dem Namen seines Sohns zu tun hat.

Foto: AFP

Darum gehts

  • Verteidiger Manuel Akanji schiesst ungewöhnlich viele Tore.

  • Der BVB-Star zeigt sich entsetzt über die Trump-Anhänger im Capitol.

  • Ausserdem erzählt er, wieso sein Sohn gleich heisst wie Teamkollege Jadon Sancho.

Manuel Akanji schiesst nicht oft ein Tor. Letzte Woche jedoch gelang dem Schweizer Nationalspieler der 1:0-Führungstreffer gegen Wolfsburg — sein elftes Profi-Tor überhaupt, das zweite schon diese Saison. Im Interview mit «Sport1» redet der 25-Jährige über sein Leistungshoch: «Ich habe das Gefühl, dass ich in einem Flow bin. Stürmer können das vielleicht besser erklären. Momentan scheine ich aber zu spüren oder wissen, wo ich stehen soll, wenn der Ball kommt.»

Weiter äussert sich Akanji zu folgenden Punkten:

Randale im Capitol

«Es ist unglaublich, wie weit solche Extremisten im Zeitalter der Demokratie überhaupt gekommen sind. Was, wenn «der Schwarze» über den Zaun geklettert wäre und das Capitol gestürmt hätte. Das möchte ich mir gar nicht ausmalen. Es wurden in der Vergangenheit Menschen in den USA schliesslich schon für viel weniger erschossen oder Opfer von polizeilicher Gewalt. Das bringt einen schon zum Nachdenken.»

Kampf gegen Rassismus

«Wir haben in unserer Familie schon früh gelernt, dass wir uns für Sachen einsetzen, die wir für richtig und wichtig halten. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir das tun. Das werden wir beibehalten.»

Situation bei BVB

«Wir haben in der Hinrunde zu viele Punkte liegen lassen. Das können wir uns ab sofort, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, nicht mehr leisten. Die Willensfrage möchte ich nicht stellen. Wenn ich vor dem Spiel in die Augen meiner Mitspieler schaue, sehe ich die volle Motivation. Im Spiel klappt es dann aber öfter nicht. Natürlich haben wir auch taktische Fehler gemacht, und die Belastung mit den vielen Spielen innerhalb kürzester Zeit ist höher als in Jahren ohne Pandemie.»

Trennung von Lucien Favre

«Er hat hervorragende Arbeit abgeliefert. Wir sind zwei Mal unter ihm Zweiter geworden. Er hat mir persönlich viel geholfen und mir viel Spielzeit gegeben, dafür bin ich dankbar. Die Entscheidung war sicher nicht einfach für den Vorstand. Der Nachfolger stand mit Edin aber, glaube ich, schon länger fest.»

RB Leipzigs Podestrütteln

«Ehrlich gesagt finde ich noch nicht, dass Leipzig das Recht hat, den Platz als zweite Kraft hinter Bayern in Anspruch zu nehmen. Ich habe in meinen fast drei Jahren mit Dortmund noch nie gegen Leipzig verloren. Wir haben über Jahre hinweg bewiesen, dass wir hinter Bayern die Nummer zwei sind. Das wollen wir am Wochenende mit einem Sieg untermauern.»

Papa-Sein

«Wenn ich vom Training oder von Spielen nach Hause komme, schalte ich mittlerweile total ab. Ich grüble nicht mehr nach. Ich schaue in die Augen meines Sohnes und vergesse sofort alles drumherum. Der Kleine lenkt einen richtig ab. Ich geniesse die Zeit mit ihm und meiner Frau sehr.»

Jadon Sanchos Einfluss auf Namensgebung

«Mein Sohn heisst mit ganzem Namen Aayden Malik Adebayo Akanji. Jadon (mit ganzem Namen Jadon Malik Sancho, Red.) spielt dabei sogar tatsächlich eine Rolle. Ich habe ihn vor der Geburt gefragt, ob es okay ist, wenn ich meinen Sohn so taufe. Obafemi, mein zweiter Vorname, heisst im Afrikanischen so viel wie «vom König geliebt». Malik kommt aus dem Arabischen und bedeutet König. Ich fand diesen Zusammenhang schön. Also habe ich Jadon vor einem Jahr im Trainingslager in Marbella im Winter gefragt, ob das okay ist.»

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