Oculus VR: Was will Facebook in der virtuellen Realität?
Aktualisiert

Oculus VRWas will Facebook in der virtuellen Realität?

Nach dem Kauf des Kickstarter-Unternehmens Oculus gibt es vage Hinweise, wozu der Social-Media-Konzern die Darstellung von virtuellen Wirklichkeiten nutzen könnte.

von
ray

Am Dienstag ist bekannt geworden, dass Facebook das auf virtuelle Realität spezialisierte Unternehmen Oculus VR für rund 2 Milliarden US-Dollar kauft. Nach der Übernahme von WhatsApp geht damit der nächste grosser Kauf des Social-Media-Riesen über die Bühne. Doch welchen Nutzen hat Facebook an einer Firma, die Videobrillen für virtuelle Reisen in Game-Welten entwickelt?

Gemäss Facebook-CEO Mark Zuckerberg gehören Datenbrillen, mit denen die Benutzer in virtuelle Welten abtauchen können, die Zukunft: «Mobilgeräte sind die Plattform von heute. Nun sind wir bereit für die Plattformen von morgen. Mit Oculus haben wir die Möglichkeit, die sozialste Plattform aller Zeiten zu machen», sagt Zuckerberg zum Oculus-Kauf.

Zukunftsszenarien

Mit dem Zusammenwachsen von Facebook und Oculus soll die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, spielen und kommunizieren, radikal geändert werden, führte der Facebook-CEO weiter aus. Oculus VR wurde vor allem durch seine Videobrille Oculus Rift bekannt, mit der die Benutzer dreidimensionale Games spielen oder virtuelle Räume erkunden können. Die Entwicklung von Oculus Rift soll auch unter der Ägide von Facebook weitergehen, wurde versichert.

Denkbar sind weit mehr Anwendungen als nur im Game-Bereich. So könne laut Facebook etwa das virtuelle Lernen verbessert werden, oder bei Sportübertragungen könnte sich dank einer solchen Brille jeder Sportfan «den besten Platz im Stadion» sichern, führt Zuckerberg auf Facebook aus. Dadurch, dass man «wahrhaft anwesend» sei, könne zum Beispiel auch die digitale Kommunikation verbessert werden.

Oculus-Erfinder zuerst skeptisch

Was diese Versprechungen konkret bedeuten, steht freilich noch in den Sternen. Bis die «sozialste Plattform aller Zeiten» genutzt werden kann, dürften noch Jahre vergehen. Dass die Kommunikation im virtuellen Bereich angepeilt werden soll, klingt plausibel. Statt sich nur per Facebook-Chat oder über WhatsApp im Internet zu treffen, könnte dies künftig beispielsweise mit einer Brille auf der Nase und mit 3-D-Videoübertragung geschehen – die Benutzerfreundlichkeit sei dabei einmal dahingestellt.

Palmer Luckey, der Erfinder von Oculus Rift, war laut einem Bericht von Gamespot.com anfangs skeptisch gegenüber einem Verkauf an Facebook. Doch nun sehe er, dass es «dadurch möglich wird, dass virtuelle Realität Mainstream wird». So bleibe diese Technologie nicht nur der Game-Welt vorenthalten, sondern könne auch in anderen Bereichen Verwendung finden. «Virtuelle Realität ist ein Medium, das es uns ermöglicht, Erfahrungen mit anderen Nutzern zu teilen, wie es zuvor niemals möglich war», sagte Luckey zu Gamespot.com.

Der Browser FireBox stellt Web-Inhalte mittels Oculus Rift dreidimensional dar. (Quelle: Youtube.com/VRDave)

Dreidimensional im Web

Doch nicht alles, was Oculus betrifft, sind Zukunftsszenarien: Mit FireBox gibt es bereits heute einen 3-D-Browser, mit dem per Datenbrille Oculus Rift Web-Inhalte dreidimensional dargestellt werden können. Dabei werden einzelne Elemente analysiert und hierarchisch dargestellt. Verlinkungen zeigt FireBox beispielsweise als Türen an, durch die man hindurchschreiten kann. Bilder und Grafiken werden als Wandbilder dargestellt.

Der Entwickler des speziellen Browsers, James McCraes, hat zudem eine eigene Auszeichnungssprache entwickelt, die sich an der Struktur von HTML orientiert. Damit können eigene Websites kreiert werden, die Videos, Musik oder andere 3-D-Objekte darstellen können.

Doch nicht alle sind über den Deal zwischen Facebook und Oculus erfreut. So kündigte etwa der Game-Entwickler Notch an, ihre Oculus-Version des Spiels «Minecraft» nach dem Verkauf von Oculus auf Eis zu legen.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

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