Milliardär Sawiris: «Was wir brauchen, ist Cash»

Aktualisiert

Milliardär Sawiris«Was wir brauchen, ist Cash»

Die Geschäfte von Samih Sawiris stocken. Für seine Orascom rechnet er mit roten Zahlen. Zudem harzt beim Resort in Andermatt der Verkauf. Laut Sawiris ist der Investor Skistar nicht aus dem Projekt ausgestiegen.

von
sas
Der Wohnungsverkauf harzt. Erst 70 der 120 Einheiten sind weg. Samih Sawiris im Sommer 2011 vor seiner Baustelle in Andermatt.

Der Wohnungsverkauf harzt. Erst 70 der 120 Einheiten sind weg. Samih Sawiris im Sommer 2011 vor seiner Baustelle in Andermatt.

Der Milliardär Samih Sawiris braucht Geld – oder wenigstens seine Firma Orascom Development. Die an der Schweizer Börse kotierte Firma dürfte das Jahr 2011 mit roten Zahlen abgeschlossen haben. «Oh, ich wäre wirklich überrascht, wenn die Zahlen schwarz wären!», erklärt Verwaltungsratspräsident Samih Sawiris laut Vorabdruck im Interview mit der «Handelszeitung».

Orascom entwickelt und besitzt Immobilienprojekte in aller Welt. Begonnen hat der Aufstieg der Firma vor rund 20 Jahren mit dem Bau der Stadt El Gouna am Roten Meer. An einer einsamen Küste baute Sawiris Schritt für Schritt ein Resort für 15 000 Leute. Sein Schweizer Vorzeigeprojekt ist Andermatt Swiss Alps.

Die Zeiten, als Orascom florierte und sich die Aktie im Höhenflug befand, sind längst vorbei. Vom Allzeithoch von 175 Franken im Sommer 2008 ist der Titel bis auf rund 13 Franken gefallen. Deutliche Spuren im Orascom-Ergebnis des vergangenen Jahres werden auch die Unruhen in Ägypten hinterlassen: Wegen der Revolution im wichtigsten Markt waren Orascoms Aktivitäten während rund 50 Tagen beinahe stillgestanden.

Sawiris Projekt in Andermatt

«Skistar ist voll dabei»

Im Interview mit der «Handelszeitung» bestätigt der ägyptische Mehrheitsaktionär, dass sein Konzern neues Geld sucht. «Was wir brauchen, ist Cash. Und den holen wir uns am Markt.» Nötigenfalls will der Milliardär auch selber mithelfen. Sawiris denkt an Kredite, die er garantiert, oder an Darlehen, die er selbst gewährt. «Ich stelle sicher, dass die Aktivitäten von Orascom 2012 und 2013 vollumfänglich finanziert sind», betont der Ägypter.

Sawiris: «Die Schweiz ist krisensicher»

Sawiris' Prestigeprojekt Andermatt Swiss Alps leidet unter der Währungssituation – und Verzögerungen. «Bei den Ausländern bremst der starke Franken die Nachfrage. Und bei den Schweizern verunsichern die Verzögerungen bei der Verbindung der Skigebiete von Andermatt und Sedrun», sagt Sawiris. Es stimme jedoch nicht, dass der schwedische Investor und Betreiber ausgestiegen sei: Der schwedische Investor Skistar soll zusammen mit Sawiris rund 40 Millionen Franken in die Erneuerung und Verbindung der Skigebiete investieren. «Skistar ist voll dabei.» Alle involvierten Parteien «sind sich seit kurzem einig, dass die Verbindung kommen muss».

70 der 120 Einheiten nicht verkauft

Sawiris räumt aber ein, dass der Verkauf der Immobilien in Andermatt harze. Die anvisierten Verkäufe über 120 Millionen Franken für 2011 habe man gemäss Sawiris kaum erreicht. Deshalb prüfe man eine alternative Finanzierung: «Die restlichen Appartements im Hotel The Chedi könnten in einen Fonds eingebracht werden.» Noch sind 70 der 120 Einheiten nicht verkauft.

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