Aktualisiert 12.06.2019 12:44

Auftakt in Biel

Was wird heute am Vibez-Festival passieren?

Das Vibez-Festival warf schon Wochen vor dem Start hohe Wellen. Zweifel an der Seriosität der Veranstalter kamen auf. Am 6. Juni ist Tag der Wahrheit.

von
20M
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Pünktlich um 16 Uhr öffnete das Vibez-Festival seine Türen. «Das bargeldlose Zahlen ist etwas aufwendig, läuft aber reibungslos. Auch sonst scheint alles zu funktionieren», so Leser-Reporterin Elena.

Pünktlich um 16 Uhr öffnete das Vibez-Festival seine Türen. «Das bargeldlose Zahlen ist etwas aufwendig, läuft aber reibungslos. Auch sonst scheint alles zu funktionieren», so Leser-Reporterin Elena.

Leser-Reporter
«Es hatte zeitweise fast mehr Mitarbeiter als Besucher auf dem Gelände», meint 20-Minuten-Leser G.Z.

«Es hatte zeitweise fast mehr Mitarbeiter als Besucher auf dem Gelände», meint 20-Minuten-Leser G.Z.

Leser-Reporter
Das Emirates-Logo war auf dem Gelände nirgends zu sehen. Die Organisatoren hatten es von den Plachen und Plakaten weggeschnitten.

Das Emirates-Logo war auf dem Gelände nirgends zu sehen. Die Organisatoren hatten es von den Plachen und Plakaten weggeschnitten.

Am Donnerstag um 16 Uhr beginnt in Biel das Vibez-Festival. Der Anlass wird mit Spannung erwartet, nachdem das Festival seit Tagen für Schlagzeilen sorgt.

Den Veranstaltern wurde vorgeworfen, keine Partnerschaft mit der Fluggesellschaft Emirates zu haben. Recherchen des «Bieler Tagblatts» (Bezahl-Artikel) zeigten, dass die internationale Fluggesellschaft nichts von der angeblichen Zusammenarbeit wusste.

«Emirates kann bestätigen, dass es zu keinem Zeitpunkt irgendeine Art von Partnerschaft mit dem Vibez-Festival gegeben hat», schreibt die Fluggesellschaft im offiziellen Statement.

Veranstalter Daniel Meili entgegnete darauf, dass man in direktem Kontakt mit Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum stehe. Dieser sei Mitglied der königlichen Familie und CEO der Fluggesellschaft Emirates. Auf wiederholtes Nachfragen bei Emirates kam jedoch stets die gleiche Antwort: «Die offizielle Stellungnahme, wonach keine Partnerschaft bestanden hat, ist von höchster Konzernstufe abgesegnet, insbesondere auch von der Rechtsabteilung», vermeldete Emirates.

Trotz diesem Hickhack haben die Veranstalter die Ticketpreise angepasst. «Ab sofort tritt die Fluggesellschaft Emirates als neuer Presenting-Partner des Vibez-Festivals auf», hiess es in einer Medienmitteilung. Deshalb habe man die Preise der Tickets reduzieren können. Man werde einen Teil des Geldes an wohltätige Organisationen spenden.

Unter Partnerschaften sind auf der Homepage des Festivals auch Charity-Partner aufgeführt, so etwa die schweizweit bekannte Crowdfunding-Aktion «Rettet Valeria». Dort weiss man jedoch von nichts. Auch ist die Summe von 900'000 Franken für die Entwicklung eines Medikaments für das totkranke Mädchen bereits vor Festivalbeginn zusammengekommen. Was wollen die Veranstalter nun noch spenden?

Das Festival soll vom 6. bis 8. Juni bei der Tissot-Arena in Biel über die Bühne gehen. Das Gelände bietet theoretisch Platz für 45'000 Besucher pro Tag. Über die drei Festival-Tage rechnet der Veranstalter jedoch nur mit rund 50'000 Besuchern. Wird das Festival-Gelände demnach nur mässig gefüllt sein? Wohl kaum. Die Veranstalter verlosten in einem SMS-Gewinnspiel Tickets für Donnerstag. Dabei braucht man aber wenig Glück: Jeder Teilnehmer, der am Gewinnspiel teilnahm, gewann. Dies zeigen diverse Versuche von Lesern sowie von 20 Minuten selber. (20 Minuten berichtete).

Das Festival will mit grossen Acts punkten. So wird an jedem Festivaltag ein anderes Genre bedient. Während am Donnerstag Reggaeton und Popmusik aus den Boxen gepumpt werden, steht der Freitag ganz im Zeichen von Hip-Hop. Am Samstag werden dann die Liebhaber von elektronischer Musik auf ihre Kosten kommen. Hier weiss 20 Minuten laut Insidern: Alle Gagen der Künstler sollen bereits bezahlt worden sein. Das Geld für die Acts ist also bereits geflossen.

Das Vibez-Festival hat sich auch sonst grosse Ziele gesteckt. Eigens fürs Festival haben die Veranstalter eine App entwickelt, um die Zufriedenheit der Besucher zu optimieren. So konnte man im Vorfeld beispielsweise via App mitbestimmen, welche Essensstände am Festival vertreten sein sollen. Ausserdem soll man während des Festivals via App Essen vorbestellen können, was schlussendlich zu verkürzten Wartezeiten führen soll.

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