Prozess fortgesetzt: Was wusste Natascha Kampuschs Mutter?

Aktualisiert

Prozess fortgesetztWas wusste Natascha Kampuschs Mutter?

Hatte Natascha Kampuschs Mutter etwas mit der Entführung ihrer Tochter zu tun? Der pensionierte Richter Martin Wabl meint ja. Nun geht der Prozess in die zweite Runde – mit neuen Zeugen.

Robert Wabl unterstellt Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, an der Entführung der damals zenhjährigen Natascha beteiligt gewesen zu sein. Er behauptet weiter, der Entführer Wolfgang Priklopil habe nicht alleine agiert. Sirny wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe. Nun soll ein Prozess die Wahrheit ans Licht bringen.

Neue Zeugen am zweiten Prozesstag

Beim ersten Prozesstag Mitte Mai dieses Jahres sagte Wabl bereits, dass er der Meinung sei, das Verschwinden des Mädchens sei «kein normaler Entführungsfall». Auch Nataschas Vater, Ludwig Koch, konnte beim ersten Termin seine Ex-Frau nicht entlasten. Er bezweifelte damals, dass Sirny die Bekanntschaft mit Priklopil mit Bestimmtheit ausschliessen könne. Koch sagte aus, dass Sirny am Tag von Nataschas Verschwinden Anzeige erstattet hatte, noch bevor sie ihn anrief. «Das hat mich im Nachhinein verwundert», so Koch.

Nun werden am Donnerstag drei neue Zeugen in den Zeugenstand treten. Einer davon ist der ehemalige Chef des Wiener Sicherheitsbüros Max Edelbacher. Auch er ist Sirny gegenüber sehr kritisch. Edelbacher behauptet nämlich, bei Kampusch handle es sich um ein missbrauchtes Kind. Er beschreibt Sirny als umtriebig, als Frau mit vielen Männerbekanntschaften.

Der Prozess wird im Bezirksgericht von Gleisdorf nahe Graz fortgesetzt.

(kle)

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