Hector gewinnt – Gut-Behrami holt sich dank brillanter Aufholjagd die Bronzemedaille

Hector gewinntGut-Behrami holt sich dank brillanter Aufholjagd die Bronzemedaille

Auf Beat Feuz folgt bereits die nächste Medaille. Lara Gut-Behrami holt sich ihre zweite persönliche Olympiamedaille. Am Ende ist es Rang drei.

von
Dominik Mani
Sven Forster
(aus Peking)
Gut-Behrami holt sich im Riesen Bronze

Lara Gut-Behrami rast im Olympia-Riesenslalom aufs Podest. (Video: SRF)

Vier Schweizerinnen in den Top 12. Die Ausgangslage für den zweiten Lauf war gut, hätte aber besser sein können. Lara Gut-Behrami klassierte sich nämlich als beste Schweizerin auf dem achten Zwischenrang. Auf die Medaillenplätze hatten die Schweizerinnen, die alle ähnlich schnell waren, bereits einen Rückstand von mehr als einer Sekunde.

Die Devise für den zweiten Lauf war aus Sicht der Schweizerinnen also klar: Attacke. Team-Youngster Camille Rast machte den Anfang. Leider gelang ihr die Fahrt nicht wie gewünscht und die 22-Jährige wurde zurückgereicht. Auch Wendy Holdener konnte nicht mit den Besten mithalten. Für Holdener war es aber klar: Das Rennen war etwas eine Vorbereitung auf den Olympia-Slalom. «Bin sehr zufrieden mit meiner Leistung heute», gab Wendy Holdener sichtlich glücklich zu Protokoll.

Michelle Gisin, die mit dem Schnee im ersten Lauf Probleme hatte, startete gut in den zweiten Abschnitt, doch auch Gisin verlor im Lauf des zweiten Abschnitts viel Zeit und fiel zurück. Sie kritisierte im Anschluss die Kurssetzung der Österreicher. Die Trainer-Crew setzte eigentlich den gleichen Kurs wie im ersten Durchgang. Kein Wunder: Nach dem ersten Lauf lag eine Österreicherin auf dem zweiten Platz.

Bobteam feuert die Schweizerinnen an

Die Schweizer Hoffnung ruhte also auf Lara Gut-Behrami. Die Weltmeisterin startete mit einem Fehler, doch im Anschluss liess sie es laufen und die 30-Jährige setzte sich vorübergehend an die Spitze. Angefeuert wurde Gut-Behrami auch vom Schweizer Bobteam, das mit Schweizer Fahnen für Stimmung sorgte im Zielgelände.

Und am Ende durfte Lara Gut-Behrami auch noch jubeln! Die Tessinerin wurde nur noch von Federica Brignone (2.) und Sara Hector (3.) überholt. Somit sicherte sich die Schweizerin ihre zweite Bronzemedaille an Olympischen Spielen. Nach dem Rennen sagte sie: «Die Medaille hat einen besonderen Wert, vor allem wenn man den ersten Lauf betrachtet.» Es habe sie immer gestört, wenn man sie nur als Speedfahrerin gesehen habe, ihr sei der Riesenslalom persönlich immer sehr wichtig gewesen. Darum seien die Goldmedaille an der WM und die Bronze heute sehr besonders für sie, so Gut-Behrami weiter.

«Ich habe nicht daran geglaubt nach dem ersten Lauf, darum war ich am Schluss so emotional», erklärt die Tessinerin ihre Reaktion nach der Zieldurchfahrt von Hector. Sie möge es Sara Hector sehr gönnen, sie habe es verdient, gibt sich Gut-Behrami sehr fair. «Die erste Medaille macht Lust auf mehr», so Gut-Behrami. Aber die Konzentration muss oben bleiben. Übrigens: Ausgerechnet die Österreicherin, auf die der zweite Lauf zugeschnitten war, verpasste am Ende das Podest um einige Hundertstel.

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Montag, 07.02.2022

Bis zum nächsten Mal!

Das wars von uns!

Vielen Dank fürs Mitlesen und bis zum Super-G der Männer in der Nacht auf Dienstag um 04.00 Uhr.

Es geht Schlag auf Schlag weiter!

Der Terminkalender an der Olympiade ist dicht gedrängt. Morgen geht es bei den Männern um 04.00 Uhr mit dem Super-G weiter. Die Frauen fahren ihren Slalom am Mittwoch. Bei beiden Rennen rechnen sich die Schweizer gute Chancen auf weitere Medaillen aus. Ob sie den Höhenflug weiterführen können, wird sich zeigen.

«Es ist genial, die Medaille bedeutet mir viel»

«Die Medaille hat einen besonderen Wert, vor allem wenn man den ersten Lauf betrachtet», antwortet Lara Gut-Behrami auf die Frage, ob diese Medaille speziell sei. Es habe sie immer gestört, wenn man sie nur als Speedfahrerin gesehen habe, ihr sei der Riesenslalom persönlich immer sehr wichtig gewesen. Darum seien die Goldmedaille an der WM und die Bronze heute sehr besonders für sie, so Gut-Behrami weiter.

«Habe nicht daran geglaubt nach dem ersten Lauf, darum war ich am Schluss so emotional», erklärt die Tessinerin ihre Reaktion nach der Zieldurchfahrt von Hector. Sie möge es Sara Hector sehr gönnen, sie habe es verdient, gibt sich Gut-Behrami sehr fair.

«Die erste Medaille macht Lust auf mehr, aber die Konzentration muss hoch bleiben», zeigt sich Lara Gut-Behrami kämpferisch.

So oder so ähnlich siehts heute im Schweizer Ski-Team aus

Sara Hectors Nerven halten

Mit einem soliden Polster von vier Zehntel ist die Schwedin gestartet, sie hat den Vorsprung verwaltet und wird verdiente Olympiasiegerin im Riesenslalom. Mit Sara Hector gewinnt die Topfavoritin und Saisondominatorin. Federica Brigogne aus Italien wird Zweite, Katharina Truppe wird unglückliche Vierte mit einem Mini-Rückstand von acht Hundertstel aufs Podest.

BRONZE FÜR GUT-BEHRAMI!

Mit einem phänomenalem zweiten Lauf macht Lara Gut-Behrami fünf Plätze gut und gewinnt die Bronzemedaille! Wendy Holdener als Neunte und Michelle Gisin als Zehnte fahren in die Top ten. Camille Rast wird 16. Was für ein Tag für das Schweizer Ski-Team!

1. Sara Hector (SWE)

Mehr als vier Zehntel nimmt die Schwedin mit. Kann sie es runter bringen? Sie kann ihren Vorsprung verwalten und ist Olympiasiegerin!

Platz 1, 1:55.69, -0.28

2. Katharina Truppe (AUT)

Kann sie den Vorteil der Kurssetzung ausnutzen? Sie nimmt zwölf Hunderstel mit in den zweiten Durchgang. Je länger der Lauf dauert, desto grösser wird der Rückstand der Österreicherin. Im Ziel ist Platz 3, das heisst, wir haben eine weitere Schweizer Medaille!

Platz 3, 1:56.49, +0.52

3. Federica Brigogne (ITA)

Mehr als eine Sekunde nimmt sie mit in den zweiten Lauf. Sie kann den Vorsprung verwalten und übernimmt die Führung.

Platz 1, 1:55.97, -0.44

4. Meta Hrovat (SLO)

Das heisseste slowenische Eisen ist unterwegs. Sie nimmt fast sechs Zehntel mit in den zweiten Durchgang. Auch sie kann mit der Tessinerin nicht mithalten und verliert viel Zeit.

Platz 4, 1:57.04, +0.63

5. Ragnhild Mowinkel (NOR)

Der zweite Lauf wurde durch die Verletzung von O Brien unterbrochen. Die Norwegerin startet jetzt. Sie nimmt sechs Zehntel mit, verliert jedoch viel Zeit und reiht sich hinter Gut-Behrami ein.

Platz 2, 1:56.65, +0.24

«Habe geschlafen wie ein Stein zwischen den Läufen»

«Die lange Pause war kein Nachteil, ich habe in dieser Saison Probleme mit dem Rauf- und Runterfahren», so Michelle Gisin, angesprochen auf den ungewöhnlichen Tagesablauf.

«Ich finde es schade, dass es zweimal der genau gleiche Lauf war, ich verstehe es, finde es aber fantasielos», so Gisin über den zweiten Lauf.

Sie sei nicht zufrieden mit ihrer Leistung, sie habe heute nicht abliefern können, so Gisin selbstkritisch.

«Habe gejuchzt als Beat gewonnen hat»,

«Bin sehr zufrieden mit meiner Leistung heute», gibt Wendy Holdener sichtlich glücklich zu Protokoll.

Es sei von Vorteil, so sei sie bereits im Rennmodus. Darum sei sie sehr froh, dass sie heute bereits starten konnte, so Wendy Holdener weiter

«Habe gejuchzt, als Beat gewonnen hat», so Holdener über ihre Reaktion auf den Sieg von Teamkollege Beat Feuz.

Camille Rast im Interview

«Die anderen waren viel schneller, von dem kann ich aber viel lernen», so Camille Rast angesprochen auf ihre Leistung.

Es sei ihr Job als Rennfahrerin sich an die Gegebenheiten anzupassen, so Rast weiter.

So sieht es vor den letzten fünf Fahrerinnen aus

6. Nina O Brien (USA)

Unter Abstinenz von Mikaela Shiffrin muss Nina O Brien die Kohlen aus dem Feuer holen für die US-Amerikanerinnen. Sie nimmt 26 Hundertstel mit in den zweiten Lauf. Eine gute Fahrt wird von einem schlimmen Sturz wenige Tore vor dem Ziel überschattet. Ihre Zeit wird nicht gewertet. Auch Gut-Behrami in der Leaderbox zeigt sich schockiert. Mehrere Interviews wurden auch abgebrochen.

DNF

7. Tessa Worley (FRA)

Eine der ganz grossen Favoritinnen ist unterwegs. Tessa Worley nimmt 14 Hundertstel mit in den zweiten Lauf. Doch dann fädelt sie und stürzt. Die Französin scheidet aus.

DNF

8. LARA GUT-BERAHMI (SUI)

Der vierte und letzte Schweizer Trumpf soll stechen. Sie nimmt 32 Hundertstel mit in den Ice-River. Ganz oben kann sie ihren Vorsprung verwalten und sogar ausbauen. Im Ziel leuchtet es grün und wir haben eine neue Führende.

Platz 1, 1:56.41, -0.16

9. MICHELLE GISIN (SUI)

Die nächste Schweizerin folgt sogleich. Sie kann ihren Vorsprung bis zur ersten Zwischenzeit fast verdoppeln. Verliert dann aber viel Zeit in den nächsten Abschnitten und reiht sich auf Platz vier ein.

Platz 4, 1:57.55, +0.66

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