Was zeigt Titelverteidiger Beat Feuz auf der legendären Streif?

Abfahrt KitzbühelOdermatt und Feuz verpassen Streif-Podest – Kilde mit Machtdemonstration

Die erste Abfahrt auf der legendären Streif gewann der Norweger Aleksander Kilde. Drei Schweizer fuhren in die Top 10.

von
Darius Herzog
Adrian Hunziker
Marco Odermatt fährt auch in Kitzbühel

Nach seiner gelungenen Premiere am Lauberhorn verblüfft Marco Odermatt auch in der ersten Abfahrt von Kitzbühel. Der Gesamtweltcup-Leader fährt sensationell auf Rang 4. (Video: SRF)

Doppelsieger Beat Feuz? Überfahrer Marco Odermatt? Disziplinen-Leader Dominik Paris? Der einheimische Vincent Kriechmayr? Alle diese Namen wurden als Sieger der legendären Streif-Abfahrt in Kitzbühel gehandelt – und einige mehr. Das Rennen am Freitag wurde wegen Windes etwas verkürzt, die Fahrer starteten bei der Mausefalle. Es zeichnete sich schnell ab, dass einige Favoriten, wie Kriechmayr oder Paris, mit der neuen Streckenführung ihre Mühe hatten.

Feuz machte sich mit der 9 auf die schwierigste Abfahrtsstrecke des Weltcups. Und der vierfache Zweite und zweifache Sieger der Abfahrt in Kitzbühel zeigte zu Beginn eine starke Fahrt, bei den ersten Zwischenzeiten leuchtete es grün auf. Doch es reichte nicht, der Emmentaler büsste immer mehr Zeit ein und landete im Ziel auf Rang 3. «Es ist ein schwieriges Rennen. Es wird heller, das gibt etwas bessere Sicht, es wird schneller. Kilde gelang eine gute Fahrt. Mein Start war sicher okay. Der Körper streikt etwas bei gewissen Kurven», sagte Feuz im SRF, er wurde letztlich Achter.

Odermatt musste sich überwinden

Es folgte Aleksander Kilde und der Norweger zeigte allen den Meister, der Norweger pulverisierte die Bestzeit von Matthias Mayer. Da konnte auch Odermatt nicht dagegenhalten, der Nidwaldner verpasste das Podest nur knapp, musste sich mit dem fünften Platz begnügen. Dies auch, weil mit der Startnummer 43 der Franzose Blaise Giezendanner noch aufs Podest raste und Odermatt um eine Position nach hinten schob.

«Ja logisch ist ein vierter Platz nie superschön, gerade auf den legendären Abfahrten. Wenn man so nah dran ist, würde man es gerne gleich schaffen. Von den Verhältnissen her war es heute sicher nicht ganz einfach. Die technischen Passagen waren aber super. Es braucht immer wieder etwas Überwindung auf der Streif. Der schwierigste Teil ist heute aber weggefallen mit dem Startschuss», so Odermatt.

Mit Niels Hintermann als Neuntem fuhr ein dritter Schweizer in die Top 10. Urs Kryenbühl, der im letzten Jahr noch schwer gestürzt war und sich nun nach zwei Trainings wieder auf die Streif getraute, wurde 19. (hua)

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Freitag, 21.01.2022

Weiter geht es mit dem Slalom, dann nochmals eine Abfahrt

Das war es mit dem Start der Kitzbühel-Rennen. Zwei weitere folgen noch: Morgen Samstag findet der Slalom statt und am Sonntag dann die zweite Abfahrt. Bis hoffentlich dahin, bleibt sportlich.

43 Blaise Giezendanner (FRA)

Was für eine Fahrt des 31-jährigen Franzosen, unglaublich! Giezendanner verdrängt Matthias Mayer noch vom Streif-Podest und wird sensationell Dritter. Von oben bis unten eine ganz starke Fahrt von Giezendanner. Vier Hundertstel ist er am Schluss schneller als der Österreicher. Natürlich auch bitter für ihn. Im Zielraum gratuliert Mayer aber umgehend dem neuen und strahlenden Dritten.

Die schnellsten Drei mit Kilde an der Spitze

Odermatt wird Vierter, Feuz Siebter und Hintermann Achter

Kein Podest leider für die Schweizer Speedspezialisten. Es wollte erneut nicht sein mit dem ersten Saisonsieg für Beat Feuz. Der Schangnauer wurde im Ziel Dritter, wurde im weiteren Verlauf des Rennens aber noch nach hinten gereicht. Etwa von Marco Odermatt, der wieder mit einer starken Abfahrt beeindruckte. Am Schluss fehlen ihm 11 Hundertstel aufs Podest. Ärgerlich natürlich.

Dritter wird dafür Matthias Mayer bei seinem Heimrennen. Geschichte geschrieben hat einmal mehr Johan Clarey: Der Franzose fährt mit 41 Jahren auf den zweiten Rang – sensationell! Gewonnen hat die Abfahrt der Norweger Aleksander Kilde mit 42 Hundertstel Vorsprung auf Clarey. Nach dem ersten Lauberhornrennen gewinnt Kilde also auch das Hahnenkammrennen. Und er gleicht aus im Duell mit Odermatt.

Das sagt der überlegene Sieger Aleksander Kilde

«Ich weiss auch nicht genau. Es läuft derzeit einfach. Skifahren ist gut, Material passt. Das Selbstvertrauen ist auch vorhanden. Ich habe momentan einfach so viel Spass am Skifahren. Wenn ich am Start stehe, weiss ich, dass ich das gewinnen kann. Heute in Kitzbühel war schwieriges Wetter. Ich wusste, ich muss einfach Vollgas geben. Heute war einfach auf Zug und letztlich ein richtig geiler Tag. Heute habe ich gespürt, dass ich schnelle Skier habe.»

«Wengen und Kitzbühel sind wohl die grösste Abfahrten auf der Liste. Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Ich lache einfach.»

33 Ralph Weber (SUI)

Ähnlich gut wie Roulin startete auch der nächste Schweizer. Zwischen der ersten und der zweiten Zwischenzeit war er sogar sechs Hundertstel schneller als Kilde. Trotzdem ist Weber stets hinter Kilde und fährt schliesslich auf Zwischenrang 27.

32 Gilles Roulin (SUI)

Der Zürcher hält sich nicht schlecht auf der Piste, zumindest im oberen Sektor. Dann kommt gegen das Ziel aber noch deutlich an Rückstand dazu. Kein Exploit von Roulin. Zwischenrang 25.

31 Maxence Muzaton (FRA)

Bostjan Kline, die eigentliche Nummer 30, startet heute krankheitsbedingt nicht.

Der Franzose Muzaton fährt auf den 16. Rang.

Das sagt Matthias Mayer

«Es war eine super Fahrt. Ich kann darauf aufbauen. Am Sonntag ist dann noch ein Rennen. Die Strecke hat sich in den letzten Jahren etwas verändert. Bei mir hat es im Flachstück gefehlt. Ich muss es mir nochmals anschauen, aber der Rest war sehr gut. Kilde hat jetzt durch seine Siege einen beträchtlichen Vorsprung in der Abfahrtswertung herausfahren können.»

29 Nils Allegre (FRA)

Der Franzose legt ganz schnell los, die Zeit leuchtet grün auf. Doch im weiteren Verlauf verliert er zunehmend Zeit. Kein Top-20-Resultat auch für ihn. Allegre auf Rang 23.

28 Stefan Rogentin (SUI)

Ein weiterer Schweizer versucht sich auf der Streif. Der Schneefall hat jetzt doch sichtbar zugenommen im oberen Streckenteil. Der Bündner kann leider nicht mit den Vorderen mithalten, da ist sicherlich auch etwas Vorsicht dabei. Im Ziel wird es der 25. Rang.

27 Josef Ferstl (GER)

Der Deutsche stürzte im ersten Training, im zweiten fuhr er dann auf Rang 20. Heute wird es nach langem Kampf auf der Streif der 23. Zwischenrang für ihn. Bester Deutscher bleibt damit Schwaiger, der derzeit 13. ist.

26 Jared Goldberg (USA)

Bester US-Amerikaner ist derzeit Travis Ganong auf dem starken sechsten Zwischenrang. Sein Landsmann Goldberg fährt auf Rang 19.

Das sagt Nils Hintermann

«Vom Gefühl her war es ein Bedingungswechsel. Gewisse Stellen sind deutlich glasiger und unruhiger als noch im Training. Der Wind kommt etwas sporadisch. Vom Start oben bis zur Kante der Mausefalle bläst es doch stark. Auch bis zur alten Schneise. Ich hatte das Gefühl, ich bekam eine kleine Böe. Ich hatte eigentlich die Spur, durch die Böe hat es mich aus dieser Spur etwas herausgedrückt. Es ist sehr speziell zum Fahren und wie immer ein grosser Kampf hier. Aber das macht das Ganze auch interessant. Es ist Sport, wir sind draussen – es ist, wie es ist. Bis und mit Hausbergkante habe ich meine Fahrt als sehr gut empfunden. Danach habe ich viel Tempo verloren. Sonst hat alles in allem Vieles gepasst. Mein mit Abstand bestes Kitzbühel-Resultat. Ich brauche aber sicher noch ein, zwei Jahre bis ich gewisse Stellen wirklich gut umsetzen kann.»

25 Daniel Danklmeier (AUT)

Schwerer Sturz von Danklmeier! So hat es jedenfalls auf den ersten Blick ausgesehen. Der Österreicher verliert auf der Piste den Innenski und knallt mit hohem Tempo ins Netz. Hoffentlich ist nichts Schlimmeres passiert bei ihm.

Danklmeier anscheinend weitgehend unversehrt. Steht bereits wieder auf und fährt runter.

24 James Crawford (CAN)

Einen Hauch liegt der junge Kanadier vor dem Gleiterstück vor dem aktuell Führenden Kilde. Doch dies ist auch die einzige Zwischenzeit, die grün aufleuchtet. Dennoch eine starke Leistung von Crawford! Er fährt doch tatsächlich noch auf den fünften Rang und damit auch schneller als Beat Feuz und Nils Hintermann.

23 Urs Kryenbühl (SUI)

Der nächste Schweizer ist an der Reihe. Kryenbühl konnte sich mit der Streif in den Trainings bereits etwas versöhnen. Was zeigt er nun im Rennen? 44 Hundertstel Rückstand unmittelbar vor dem Gleiterstück. Wichtig wäre für ihn natürlich, dass er es überhaupt ins Ziel schafft. Das dürfte Selbstvertrauen geben auf dem weiteren Weg zurück an die Spitze. Im Vergleich zu Kilde hat er zwar eindeutig das Nachsehen, es ist aber eine solide Fahrt. Entsprechend ist er auch glücklich im Ziel. Position 15.

22 Matteo Marsaglia (ITA)

Sogleich der nächste Italiener. Für ihn wird es Position 10. Damit ist er zurzeit der schnellste Athlet der Squadra Azzurra.

21 Mattia Casse (ITA)

Keine Top-Klassierung für Casse. Der Italiener klassiert sich auf dem 17. Zwischenrang.

Das sagt Marco Odermatt

«Ja logisch ist ein vierter Platz nie superschön, gerade auf den legendären Abfahrten. Wenn man so nah dran ist, würde man es gerne gleich schaffen. Von den Verhältnissen her war es heute sicher nicht ganz einfach. Die technischen Passagen waren aber super. Es braucht immer wieder etwas Überwindung auf der Streif. Der schwierigste Teil ist heute aber weggefallen mit dem Startschuss.»

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