Trimmis GR: Waschbär tappt in Graubünden in die Fotofalle
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Trimmis GRWaschbär tappt in Graubünden in die Fotofalle

Ein Waschbär ist bei Trimmis in eine Fotofalle getappt. Sichtungen der invasiven Art sind sehr selten in der Schweiz. Doch es könnte sein, dass sich der Waschbär in Zukunft auch hier ausbreiten wird.

von
Leo Butie
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Ein Waschbär ist dem Wildhüter René Gadient in eine Fotofalle getappt. Die Aufnahme stammt vom 18. August 2020.

Ein Waschbär ist dem Wildhüter René Gadient in eine Fotofalle getappt. Die Aufnahme stammt vom 18. August 2020.

Amt für Jagd und Fischerei Graubünden
Die Fotofalle stand auf einer Wildbrücke bei Trimmis GR.

Die Fotofalle stand auf einer Wildbrücke bei Trimmis GR.

Getty Images/iStockphoto
Mit diesem Gast vor der Fotofalle hat der Wildhüter nicht gerechnet. Sichtungen von Waschbären sind in Graubünden sehr selten.

Mit diesem Gast vor der Fotofalle hat der Wildhüter nicht gerechnet. Sichtungen von Waschbären sind in Graubünden sehr selten.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • In Trimmis GR wurde ein Waschbär gesichtet.

  • Das Tier tappte in eine Fotofalle.

  • Sichtungen von Waschbären sind extrem selten in der Schweiz.

  • Eine Ausbreitung ist zukünftig aber möglich.

Eine eher ungewöhnliche Entdeckung machte René Gadient, als er die Bilder seiner Fotofalle von Ende August durchforstete. Der Wildhüter von Trimmis GR stellte fest, dass ein Waschbär in seine Falle getappt war. Dies, als er eine Wildbrücke passierte, berichtet der «Sarganserländer». Es ist ein aussergewöhnlicher Fall, da Waschbären in der Schweiz sehr selten sind.

Bisher wurden die pelzigen Tierchen eher im Westen und im Norden des Landes gesichtet. Im Kanton Thurgau wie auch im Kanton St. Gallen gibt es nur wenige Sichtungen pro Jahr, wie Mitarbeiter der kantonalen Behörden gegenüber FM1Today mitteilen. Seit den 1990er-Jahren gebe es beispielsweise im Kanton Thurgau nur zwei Sichtungen pro Jahr, sagt Michael Vogel, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Thurgauer Amt für Jagd und Fischerei tätig ist.

Der Waschbär

Der Waschbär ist ein Säugetier, das aus Nordamerika stammt. Der Name kommt vom Verhalten des Tieres. Waschbären suchen in Gewässern nach Nahrung oder halten ihre Nahrung ins Wasser, um es abzutasten, das aussieht als würden sie ihr Essen waschen. Das Tier mit der markanten Gesichtszeichnung kann bis zu 20 Jahre alt werden.

Der Waschbär ist in Europa eine invasive Art. Das Tier breitete sich im 20. Jahrhundert aus, nachdem es aus Pelzfarmen entkommen war. Besonders in Deutschland wird die Population heute auf eine sechsstellige Zahl geschätzt und ist mittlerweile als Plage eingestuft worden.

Der Waschbär darf immer gejagt werden

In den 1970er-Jahren konnte der Waschbär hierzulande Fuss fassen. In der Schweiz wurde der erste Waschbär im Jahr 1976 im Kanton Schaffhausen entdeckt, wie es auf der Website der Kora heisst. Da er als sogenannter Neozoon gilt, darf das Tier das ganze Jahr über gejagt werden. So möchte man eine stärkere Verbreitung verhindern. Trotzdem wurden nur wenige Tiere in den letzten Jahren erlegt. In Deutschland dagegen ist der Waschbär seit dem frühen 20. Jahrhundert verbreitet und gilt als Plage, da die Waschbären Jagd auf bedrohte Tierarten machen und in Städten Abfalleimer durchwühlen.

Es gibt momentan aber keine Hinweise, dass sich der Waschbär in der Schweiz derart wie in Deutschland ausbreiten könnte. Doch in der Zukunft könnte sich dies ändern. Man gehe inzwischen davon aus, dass sich der Waschbär in der Schweiz vermehren wird, sagt Arno Puorger, Fachmitarbeiter beim St. Galler Amt für Jagd und Fischerei.

Sichtungen in der Schweiz

Nichtsdestotrotz wurde der Waschbär auch in der Schweiz bereits auf Kameras festgehalten. So wie bei diesem Tier, welches vor rund zwei Jahren um ein Haus in Seewis GR schlich und sich am Futternapf vergnügte. Ein Leser-Reporter filmte damals den Waschbären und schickte Bilder an einen befreundeten Jäger, welcher darüber besorgt war. Da der Waschbär den Menschen so nahe kam, ging man davon aus, dass das Tier an Staupe leidet. So wurde er kurz darauf von einem Wildhüter erschossen.

Dieser Waschbär streifte um ein Haus in Seewis GR.

Leser-Reporter

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Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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