Zürich: Waschküchen sind immer wieder Kampfzone

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ZürichWaschküchen sind immer wieder Kampfzone

Mangelnde Sauberkeit oder Waschen in den Ruhezeiten: Konflikte in Waschküchen beschäftigen Mieterverbände, Schlichtungsstellen und sogar wie in Kloten ZH die Polizei.

von
jen
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«Am meisten gibt es Streit wegen der Sauberkeit oder weil jemand zu einer Zeit wäscht, zu der sich bereits ein Nachbar eingetragen hat», sagt Walter Angst, Sprecher vom Zürcher Mieterverband.

«Am meisten gibt es Streit wegen der Sauberkeit oder weil jemand zu einer Zeit wäscht, zu der sich bereits ein Nachbar eingetragen hat», sagt Walter Angst, Sprecher vom Zürcher Mieterverband.

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Aber auch ein unflexibler Waschplan, der durch die Verwaltung vorgegeben wird, sei Thema.  «Sie muss angemessene Bedingungen zum Waschen schaffen», sagt Angst.

Aber auch ein unflexibler Waschplan, der durch die Verwaltung vorgegeben wird, sei Thema. «Sie muss angemessene Bedingungen zum Waschen schaffen», sagt Angst.

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Ein Nachbar sperrt eine Frau in der Waschküche ein, weil sie nach 22 Uhr ihre Kleider wäscht. Der Streit in Kloten ZH muss durch die Polizei geschlichtet werden. Zwar kommt es bei den meisten Waschküchen-Streiten nicht zu Polizeieinsätzen. Trotzdem müssen sich Schlichtungsbehörden, Mieterverband und Hauseigentümerverband immer wieder mit solchen Fällen auseinandersetzen.

Sandra Heinemann, Leiterin Verwaltung und Bewirtschaftung vom Zürcher Hauseigentümerverband, sagt, dass insbesondere Streite wegen Nachtruhestörung oft vorkommen: «In der Nacht kann man zum Niedrigtarif waschen. Das nutzen einige aus.» Jedoch hätten vor allem Anwohner, die im Parterre wohnten, Mühe damit: «Wir erhalten deswegen oft Telefone oder böse Briefe.» Diesen Ärger kann sie nachvollziehen: «Ich bin dafür, dass jeder seine Erholungszeit hat.» Wenn aber das späte Waschen oder das Waschen am Sonntag niemanden störe, dann sei es in Ordnung.

«Waschen am Sonntag sollte möglich sein»

Waschen am Sonntag sollte in der heutigen Zeit möglich sein, findet Walter Angst, Sprecher des Zürcher Mieterverbands: «Die Waschmaschinen sind da und sollten auch genutzt werden können.» Wobei die Ruhezeiten aus seiner Sicht sowieso nicht das grösste Problem darstellen. «Am meisten gibt es Streite wegen der Sauberkeit oder weil jemand zu einer Zeit wäscht, zu der sich bereits ein Nachbar eingetragen hat», sagt Angst.

Aber auch ein unflexibler Waschplan, der durch die Verwaltung vorgegeben wird, sei Thema. «Sie muss angemessene Bedingungen zum Waschen schaffen», sagt Angst. «Die beste Lösung wäre ohnehin, dass sich die Mieter selber in einen Plan einschreiben können.» Angst ergänzt, dass sich Mieter gut daran tun, wenn sie sich untereinander absprechen und zusammen Lösungen suchen. Dennoch klappt das nicht immer reibungslos: «Bei Eskalationen aufgrund des Waschplans wird meist die Verwaltung kontaktiert.»

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