Karsai wiedergewählt: Washington zufrieden - Obama telefoniert

Aktualisiert

Karsai wiedergewähltWashington zufrieden - Obama telefoniert

US-Präsident Brack Obama hat seinem afghanischen Kollegen Hamid Karsai telefonisch zum Wahlsieg gratuliert und ihn ermahnt, ein neues Kapitel des Regierens aufzuschlagen.

Er habe in dem Gespräch mit Karsai auf den chaotischen Wahlverlauf hingewiesen, sagte Obama mit Blick auf die festgestellten Manipulationen bei der Abstimmung im August.

Das Weisse Haus betrachtet Hamid Karsai als «legitimen Führer» Afghanistan. Die Entscheidung der afghanischen Wahlkommission, den amtierenden Präsidenten zum Wahlsieger zu erklären, entspreche den Gesetzen des Landes, sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Robert Gibbs, in Washington. In Kabul habe es - nach dem Rückzug von Karsais Gegenkandidaten für den zweiten Wahlgang - einen «schwierigen Prozess» gegeben, sagte Gibbs.

Aber es sei für die US-Regierung beruhigend, dass die Gesetze des Landes eingehalten worden seien. Es gebe keinen Grund zu glauben, dass das afghanische Volk Karsai nun nicht als ihren legitimen Präsidenten anerkennen würde.

Gibbs betonte erneut, dass eine Entscheidung Obamas über die Entsendung zusätzlicher US-Soldaten nach Afghanistan «in den kommenden Wochen» gefällt werde.

Die NATO versprach Karsai nach dessen Bestätigung weitere Unterstützung bei der Stabilisierung des Landes. «Ich gratuliere Präsident Karsai zum Wahlausgang», erklärte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Brüssel.

Die Regierungen der 28 NATO-Staaten hatten in den vergangenen Monaten eindringlich gefordert, die Regierung müsse besser als bisher arbeiten. Die von der NATO geführte Afghanistan-Schutztruppe ISAF hat derzeit rund 71 000 Soldaten in Afghanistan stationiert.

(sda/dapd)

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