Salmsach TG: Wasser in idyllischer Bucht mit Fäkalien verschmutzt

Aktualisiert

Salmsach TGWasser in idyllischer Bucht mit Fäkalien verschmutzt

Durch eine Kläranlage und landwirtschaftliche Betriebe ist das Wasser in der Salmsacher Bucht mit Fäkalbakterien verschmutzt. Baden muss man dort deshalb auf eigenes Risiko.

von
jeh
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Die Salmsacher Bucht im Kanton Thurgau ist zum Teil stark verschmutzt.

Die Salmsacher Bucht im Kanton Thurgau ist zum Teil stark verschmutzt.

Moritz Wottrich
Besonders letzten Juni sei die Badewasser-Qualität sehr schlecht gewesen.

Besonders letzten Juni sei die Badewasser-Qualität sehr schlecht gewesen.

Moritz Wottrich
Ein Schild weist die Gäste daraufhin, dass man auf eigene Gefahr badet.

Ein Schild weist die Gäste daraufhin, dass man auf eigene Gefahr badet.

Moritz Wottrich

«Diese Bucht ist der Schandfleck der Region. Es ist so schade», sagt Sabrina Hiller. Sie vermietet an der Salmsacher Bucht im Kanton Thurgau Jurten. Die Lage der Bucht, dort wo der Fluss Aach in den Bodensee fliesst, sei wunderschön. Dennoch warnt sie ihre Gäste davor, baden zu gehen. «Besonders Kinder sollten nicht unbedingt in der Bucht schwimmen. Da kann es schnell einmal sein, dass sie ein wenig Wasser verschlucken», so Hiller.

Auch zwei Bootsbesitzern aus der Region ist das verschmutzte Wasser bekannt. «Ich würde hier nicht schwimmen gehen», sagt einer.

Keine gute Badewasserqualität

Der Grund für die Warnungen: Die Bucht ist verschmutzt. Ein wenig oberhalb befindet sich das Klärwerk des Abwasserverbandes Region Romanshorn. Manchmal gelangen von dort Fäkalbakterien ins Wasser. Zusätzlich finden sich giftige Pflanzenschutzmittel von landwirtschaftlichen Betrieben in der Bucht. «Je nach Witterung oder Art der Strömung ist die Konzentration von Keimen in der Bucht sehr hoch», sagt Heinz Ehmann vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau. Besonders im Juni sei das Wasser stark verschmutzt gewesen.

Für Menschen seien die Stoffe im Wasser nicht lebensgefährlich. Es könne aber durchaus vorkommen, dass Badende kleinere Ausschläge oder Durchfall durch Verschlucken des Wassers bekommen.

Hoffen auf Lösungen

Bei der Gemeinde Salmsach sieht man schon lange Handlungsbedarf, wie die «Thurgauer Zeitung» am Mittwoch schreibt. «Wir finden, da muss etwas gehen», so Gemeindepräsident Martin Haas. Vor zwei Jahren habe man den Anstoss für eine Machbarkeitsstudie gegeben. Das Resultat war ein Sanierungsprojekt, das eine weitgehend eigenwirksame Wasserreinigung durch eine Umleitung der Aach über das angrenzende Naturschutzgebiet vorsieht. Aus Kapazitätsgründen liegt das Projekt beim Kanton aber derzeit auf Eis.

Genau wie Jurten-Vermieterin Hiller hofft auch Gemeindepräsident Haas auf eine schnelle Lösung. In einem halben Jahr wolle man wieder beim Kanton anklopfen.

Ein Blick in die Aach-Einmündung

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