Aktualisiert 29.01.2020 16:05

Achterbahn-Feeling bei den Iguazú-Fällen

Vom tropischen Norden ins eisige Patagonien: Die drei spektakulärsten Naturerlebnisse in Argentinien.

von
Laura Hüttenmoser
29.1.2020
Die Iguazú-Wasserfälle befinden sich an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien und gehören zu den sieben Weltwundern der Natur.

Die Iguazú-Wasserfälle befinden sich an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien und gehören zu den sieben Weltwundern der Natur.

Edelweiss/Loren Bedeli
Von der brasilianischen Seite hat man den besseren Panoramablick, auf der argentinischen (die wir besucht haben) kann man die Wasserfälle dafür von näher betrachten.

Von der brasilianischen Seite hat man den besseren Panoramablick, auf der argentinischen (die wir besucht haben) kann man die Wasserfälle dafür von näher betrachten.

Edelweiss/Loren Bedeli
Ganz nah und ganz nass geht das auf dem Boot der «Great Adventure Tour». Bis zu 200 Meter fahren wir an den «Teufelsschlund» heran.

Ganz nah und ganz nass geht das auf dem Boot der «Great Adventure Tour». Bis zu 200 Meter fahren wir an den «Teufelsschlund» heran.

Edelweiss/Loren Bedeli

Badesachen und Regenjacke für den Norden, Winterkleidung und Wanderschuhe für den Süden: Leicht zu packen, war für diese Reise nicht ganz einfach. Der Inhalt des Koffers lässt erahnen, wie unglaublich vielfältig Argentinien ist. Den Trubel in der Hauptstadt Buenos Aires lassen wir für einmal beiseite und stellen drei Destinationen vor, die Naturliebhaber begeistern:

Iguazú in your face!

In horrendem Tempo donnern wir mit dem Boot durch eine weisse Wand. Gekreische und Unmengen von Wasser schlagen uns von allen Seiten um die Ohren. Der Adrenalinspiegel ist hoch, innert einer Sekunde sind wir klatschnass. Wir sind nur 200 Meter entfernt vom «Teufelsschlund», dem höchsten aller Iguazú-Wasserfälle.

Kreischlevel Achterbahn: Mit dem Boot bei den Wasserfällen.

Unter den Iguazú-Fällen

Bootstour auf der argentinischen Seite der Iguazú-Fälle.
(Video: Laura Hüttenmoser)

Die weit ruhigere Variante, die Wasserfälle zu bewundern, sind die zahlreichen Trails im Nationalpark. Die schmalen Pfade führen von einer Aussichtsplattform zur nächsten und sorgen dafür, dass sich die Touristen angenehm verteilen. Schmetterlinge in den prächtigsten Farben begleiten uns auf dem Weg, eine Nasenbären-Gang streift vorbei, der Blick wandert immer wieder rauf zu den Baumkronen, aus denen unbekannte Geräusche ertönen.

Wir erreichen den «Teufelsschlund» – dieses Mal über die trockene Aussichtsplattform. Die ungeheuren Massen an Wasser wirken hypnotisierend, fast wird einem schwindlig, wenn man den Blick lange auf einen Punkt richtet. Unzählige Russsegler schweben durch den Wasserdunst, sie bauen ihre Nester an den Felswänden hinter den Wasserfällen. Ein gewaltiger und gleichzeitig meditativer Ort.

Das atemberaubende Panorama am Teufelsschlund:

Iguazú-Wasserfälle

Das imposante Panorama am Teufelsschlund.
(Video: Laura Hüttenmoser)

Der weisse Gigant

Vor der 60 Meter hohen, steilen Eiswand des Perito-Moreno-Gletschers wird man fast ein wenig andächtig, so winzig kommt man sich vor.

Wir befinden uns im tiefen Süden von Argentinien, in der Nähe von El Calafate. Auf den zahlreichen Wegen im Nationalpark halten wir immer wieder inne, um die Blautöne und Gletscherformationen aus neuen Perspektiven zu betrachten. Und garantiert zu oft zu fotografieren: Irgendwie wirkt der Perito Moreno nach jeder Ecke noch mal eindrücklicher.

Den Gletscher sieht man aber nicht nur, man hört ihn auch. Mit einem lauten Krachen spaltet sich das Eis ab und donnert in den Lago Argentino. Und das etwa im selben Mass, wie in der Höhe neue Eisschichten entstehen. Der Perito Moreno ist einer der wenigen Gletscher der Welt, die nicht schrumpfen.

Video: Der Perito-Moreno-Gletscher im Panorama

Der Perito-Moreno-Gletscher

Das Highlight in Südpatagonien, Argentinien.
(Video: Laura Hüttenmoser)

Ein Highlight unseres Besuches ist die Wanderung auf dem Eis! Bergführer Eduardo schnallt uns Steigeisen unter die Schuhe und erklärt, wie man auf dem Gletscher am besten geht. In einer kleinen Gruppe bewegen wir uns durch die unwirkliche Umgebung aus bizarren Eisformationen, kleinen Lagunen und tausend Blautönen von Eis und Himmel. Die Tour bietet immer wieder spektakuläre Panoramen und erfordert kein hohes Fitnesslevel. Der krönende Abschluss: ein Whiskey on the rocks – mit Gletschereis!

Vorhang auf für den Fitz Roy!

«Ihr habt keine Ahnung, was für ein Glück ihr habt!», sagt Reiseleiter Lucas auf der Busfahrt nach El Chaltén. Der Fitz Roy sei nur an etwa 15 Tagen im Jahr so klar zu sehen wie heute, meistens werde der 3406 Meter hohe Berg von Wolken verdeckt. Lucas mag vielleicht ein wenig übertreiben, aber wir erwischen in der Tat einen Bilderbuchtag für unsere Rundwanderung.

El Chaltén ist erst seit 1985 bewohnt und damit eines der jüngsten Dörfer Argentiniens. 2000 Menschen leben mittlerweile hier und El Chaltén hat sich als Ausgangspunkt für Wanderungen in Südpatagonien etabliert. Bei strahlendem Sonnenschein ziehen wir los und entledigen uns einer Kleiderschicht nach der anderen. Der Wanderweg im Los-Glaciares-Nationalpark bietet immer wieder herrliche Aussichten auf den Fitz Roy, die wohl imposanteste eröffnet sich bei der blauen Lagune: Glasklares Wasser, keine Wolken am Himmel und dahinter thront das gigantische Granitfels-Massiv. Der perfekte Ort, um zu verweilen und die mitgebrachten Empanadas zu geniessen!

Informationen zur Reise

Anreise

Edelweiss Air fliegt zweimal wöchentlich nonstop von Zürich nach Buenos Aires. Ab 799 Fr. auf flyedelweiss.com

Reisezeit

Die Jahreszeiten sind unseren entgegengesetzt: Hochsommer ist zwischen Ende November und Ende Februar, Winter von Anfang Juni bis Ende August.

Einreise

Schweizer Bürger benötigen zur Einreise nach Argentinien bis zu 90 Tagen einen gültigen Reisepass.

Unterstützung

Diese Reise wurde von Edelweiss und dem Nationalen Tourismusamt von Argentinien ermöglicht.

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