Aktualisiert 17.03.2004 20:59

Wasserfallen will jetzt im Bahnhof aufräumen

Die Rumhängerei im Berner Bahnhof war Ex-Polizeidirektor Kurt Wasserfallen schon immer ein Dorn im Auge. Jetzt hat er einen Weg gefunden, auch als Finanzdirektor durchzugreifen.

Beinahe hätte es niemand bemerkt: Seit letztem Freitag gilt im Bahnhof Bern ein richterliches Verbot, das unter anderem das Sitzen und Liegen auf Boden und Treppen, Betteln, Unterschriftensammeln und unbewilligte Kundgebungen untersagt. Wie schon im hinteren Teil des Bahnhofs, welcher den SBB gehört, weisen jetzt auch auf städtischem Boden angebrachte Tafeln auf die neue Bahnhofsordnung hin.

«Wenn sich die Leute nicht anständig aufführen, braucht es solche Regeln», erklärt Polizeidirektor Wasserfallen. Als Finanzdirektor ist er Hausherr im Bahnhof. Wasserfallen kann sich gut vorstellen, dass unter Berns Lauben bald ähnliche Verbote gelten, wenn private Eigentümer nachziehen. Möglich wäre dies dank einem Gesetz von 1911, das Grundbesitzer vor Störefrieden schützt.

«Das gilt für private Gärten und Treppenhäuser, aber man kann mit diesem Gesetz doch nicht den öffentlichen Raum einengen», ärgert sich der grüne Stadtrat Daniele Jenni. Gegen die neue Bestimmung hat er bereits ein Motion eingereicht. Jenni kämpft seit Jahren gegen die Wegweisung von Randgruppen aus dem Bahnhof. «Wir dürfen diese Leute nicht einfach wegwischen.»

Patrick Marbach

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